Deutscher Aikido-Bund

DEUTSCHER AIKIDO-BUND e.V.

einziger vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) anerkannte Fachverband für Aikido

Deutscher Aikido-Bund
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BWL II auf dem Herzogenhorn mit Alfred Heymann

Eine Woche Aikido auf dem „Horn“: Ohne den Bundeswochenlehrgang dort ist der Sommerurlaub kein Sommerurlaub. Ähnlich haben wohl die dreißig Aikidoka vom Blaugurt bis zum 7. Dan aus ganz Deutschland gedacht. Von Schwerte bis Berlin, von Rendsburg bis München waren wir angereist, um bei Alfred zu trainieren.
Alle waren entspannt und gut drauf, da –das gab es noch nie – niemand Prüfung machen wollte. So konnten wir ungeniert trainieren, was wir wollten bzw. was Alfred vorgab. Alfred hatte sich denn auch als besonderes Schmankerl die vierte Kata vorgenommen. Als Start war das prima, um sich zu akklimatisieren.
Insgesamt vier Trainingseinheiten übten wir den Ablauf und den korrekten Umgang mit den drei in der Kata benötigten Waffen: Stab, Schwert und Messer. Der Grundablauf sitzt, sodass wir mit Hilfe der DVD des AVNI zu Hause weiterüben können.
Zusätzlich „diskutierten“ wir u. a. ganz praktisch die Techniken, die zur Erweiterung des Prüfungsprogramms dienen sollen: Ude-garami, Ude-kime-osae und Ude-kime-nage. Die Idee, diese Techniken ohne Waffen in den Bereich der Braun- und Schwarzgurtprüfungen „vorzuziehen“, hat ihren Reiz. Auf den dritten Dan sind sie mit dem Messer zu zeigen, warum nicht also sie schon vorher intensiv üben. Üben sollte man sowieso stets die ganze Palette. Nur das Prüfungsprogramm zu trainieren, bedeutet Schmalspur.
Als grundsätzliches Element brachte Alfred bei allen Techniken regelmäßig den korrekten Gebrauch der Tegatana ins Spiel. Mit dem bei uns immer wieder einsetzenden Greifreflex schneidet man sich eben ins eigene Fleisch, da die Fixierung Nage unbeweglich, sprich unflexibel macht



und Uke sich ganz anders anspannt, als wenn Nage mit Tegatana und Ki führt. Die Techniken werden so ungemein viel effizienter.
Das Rahmenprogramm war das übliche, dennoch kann man davon nie genug bekommen: Schönes Wetter mit Sonnenbaden, wieder die unglaublich freundliche Aufnahme durch Ute, ein wunderbarer Sternenhimmel, leckeres Bier und gefährlicher Wein, Spiele, gute Gespräche mit alten und neuen Bekannten; all das, was man sich wünscht. Ich habe mal nachgezählt, wie oft ich schon auf dem Horn war. Insgesamt war es schon ein Vierteljahr. Das Jahr will ich mindestens noch vollmachen. 

Frauke Drewitz,
Uni-Dojo Zanshin Lübeck e. V.

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Bundeslehrgang mit Karl Köppel 13./14.11.2010

Vorteil für die Kleineren…

Was, mehr als 130 Teilnehmer ab Braungurt bis zum 6. Dan? Ja tatsächlich wollten alle bei Bundestrainer Karl Köppel, 7. Dan trainieren!



Aiki-bujutsu? Des Rätsels Lösung:
Karl zeigte Stocktechniken, aber nicht so das Normale! Schon beim Aufwärmen gab’s Ungewohntes, Partnerübungen mit zwei Stöcken und dann auch Techniken Stock gegen Stock – lauter interessante Ausführungen – aber mit viel Platzbedarf. Also Training in zwei Gruppen.



Anschließend gemäß Programm noch Koshi Nage, die Paradetechnik von Meister Köppel. Da waren alle „Kleineren“ im Vorteil!! Ist schon schwer mit über 1,80m Länge soo tief in die Knie zu gehen, um den Partner wie gewünscht über die Hüfte gleiten zu lassen… Die Zeit war schnell vorbei!  Leider.

Jenni Härtig
TGS Walldorf

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Doshu at UK

oder:

Warum fährt „man“ zum Aikido
nach Cardiff

Unser Weg nach Cardiff führte uns vor wenigen Jahren über Frankreich, wo wir im Sommer den traditionellen Lehrgang bei Maître Brun besuchten. Dieser lockte neben den vielen Franzosen und Rumänen auch uns Deutsche und zwei Engländer an. Einer der Briten war Alister Gillies, ein Meister, der neben seinen britischen Verbandsmitgliedschaften und entsprechenden Graduierungen auch eine Graduierung (4. Dan) von Maruyama Sensei erhalten hatte.
Was hat dies nun mit dem Doshu in England zu tun? Für mich bedeuten diese Zusammenhänge sehr viel. Zeigen sie doch, wie bunt und vielfältig die Verbindungen und Freundschaften im Aikido sein können, wenn man sich „traut“, auch mal über den Tellerrand zu schauen, sich offen auf die anderen Verbände (und deren Aikidoka = Menschen) zubewegt und nicht glaubt, sich als DAB-Aikidoka mit seinem Aikido „verstecken“ zu müssen. Aber dazu später mehr.
Alister lud uns, nachdem er schon zuvor auch bei uns in Lübeck einen Lehrgang geleitet hatte, ein, in diesem Jahr nach Großbritannien (South Wales) zu kommen. Er und einer seiner langjährigen Aikido-Freunde pflegen einen sehr intensiven Kontakt mit verschiedenen japanischen Meistern. Da beide nicht bzw. nicht nur Mitglied im britischen Aikikai sind, ist es um so erstaunlicher, dass sie mit einer sehr ungewöhnlichen (?) Idee Erfolg hatten.
Wie in so vielen Ländern, so scheint es mir zumindest, ist die Situation in England die, dass es viele verschiedene Aikido-Verbände gibt, die (Zitat eines Engländers) „… practice aikido at the cutting edge of true aikido“ (frei übersetzt: „... das einzig wahre Aikido praktizieren“). Dieser englische Kollege fügte im Nachsatz hinzu, dass es offensichtlich sehr viele „cutting edges“ gibt; „wie ein elektrischer Rasierer“. Dies nennt man dann wohl englischen Humor.
Zurück zur Idee. Sollte es vielleicht im Sinne der Harmonie im Aikido möglich sein, einen verbandsoffenen Lehrgang durchzuführen und als Lehrer hierfür den Doshu Moriteru Ueshiba einzuladen? Ja, es war möglich und es war eine tolle Veranstaltung. Offiziell waren 600 Aikidoka aus England und aller Herren Länder gemeldet. Inoffiziell sprachen die Organisatoren vor Ort von bis zu 800 Teilnehmern! Wir reisten am Freitag, den 18. Juni, leider etwas verspätet an. Schon im Flugzeug von Amsterdam nach Cardiff entdeckte man den einen oder anderen Reisenden, der doch bestimmt auch ein Aikidoka ist. Woran ich das festmachen möchte, weiß ich nicht wirklich. Aber es zeigte sich tatsächlich, dass man bei den meisten Vermutungen richtig lag und sich am Abend oder am nächsten Tag im Gi auf der Matte wieder traf.
An diesem Wochenende standen bis einschließlich Sonntag drei Trainingseinheiten beim Doshu, weitere drei Einheiten bei seinem Sohn Waka-sensei Mitsuteru Ueshiba und zusätzliche Trainings bei Terry Ezra und Kanetsuka-sensei auf dem Programm. Ein wirklich hochrangig besetztes Programm. Alles im Sinne des „Aiki“, ein Weg des gemeinsamen Lernens. Nun könnte ich durchaus, wie es typisch für einen Lehrgangsbericht ist, von den tollen Techniken berichten, die wir mit mehreren hundert Aikidoka auf der Matte übten. Aber das war weder so unterschiedlich zu den bei „uns“ geübten Techniken noch stand dies für mich im Vordergrund. Würde ich versuchen, die Techniken, welche Moriteru Ueshiba mit uns übte, zu beschreiben, käme ich doch schnell in die Gefahr, diese mit anderen zu vergleichen. Und dass ich nicht allein dieser Gefahr ausgesetzt bin, konnte ich auch schon dort auf der Matte bestätigt sehen.
Ist dies nun typisch menschlich oder typisch für das Aikido? Welcher Lehrer oder Verband ist denn nun „at the cutting edge“, sozusagen „in der Spitzenposition“? Wir brauchen offensichtlich Rangfolgen oder Hierarchien, um uns selbst einordnen zu können. Da können Dangrade schon ganz hilfreich sein …, nur was machen wir, wenn die Graduierungen von unterschiedlichen „Autoritäten“ vorgenommen wurden oder vielleicht auch unterschiedlich teuer waren? Ganz vertrackt wird die Situation, wenn eine vermeintliche Autorität keine Graduierung führt und trotzdem in der Hierarchie oben mitmischt. Einer solchen Person wird scheinbar Respekt gezollt, aber sie steht mitten im Kreuzfeuer der offenen oder weniger offenen Kritik. Diese Rolle auszufüllen, ist bestimmt nicht leicht.


Der Sohn des amtierenden Doshu und Urenkel von O-Sensei: Waka-Sensei Mitsuteru Ueshiba

Auf dem Lehrgang in Cardiff füllte für mich besonders eine Person diese Aufgabe meisterhaft aus. Waka-sensei, der jüngste familiäre Nachfolger in der Ueshiba-Familie, unterrichtete in seinen Einheiten so unprätentiös und mit so viel offensichtlicher Freude, dass man einfach nur Spaß und Freude beim Training mit ihm haben konnte. Er ist der Urenkel von O-Sensei und dabei ein junger, moderner Mensch, der offensichtlich selbst viel Spaß daran hat, mit Aikidoka aus den verschiedenen Ländern das Erbe seines Urgroßvaters weiterzutragen. So war er ständig zwischen den Demonstrationen für alle Trainierenden auf der Matte unterwegs und unterrichtete einzelne Teilnehmer, indem er mit ihnen übte.
Auch sein Vater, der amtierende Doshu, machte auf mich im Training einen offenen Eindruck. Leider wird er durch das Hoffieren vor und nach dem Training so stark von den Menschen „abgeschirmt“, dass man glauben könnte, es gehe bei seiner Person um mehr als das Aikido. Dies war schon damals bei den World Games in Mühlheim an der Ruhr so, wo ich das erste Mal bei ihm trainieren konnte, und es war auch an diesem Wochenende in England ähnlich. Es scheint also weder ein typisch deutsches noch typisch englisches Phänomen zu sein. Eigentlich schade, denn ohne die nötige Etikette aufzugeben, könnte ich mir vorstellen, dass allen ein offenerer Kontakt oder besser eine offenere Einstellung gut tun würde. Ich mag da falsch liegen, aber ich habe den starken Eindruck gewonnen, dass Waka-sensei sehr darum bemüht ist, und ich hoffe sehr, dass man ihm den Weg dafür nicht durch falsch verstandene Höflichkeit verbaut. Mehr aber befürchte ich, dass man ihm, wie auch schon seinem Vater, die offene und bescheidene Art als Schwäche auslegt und damit wieder in den Teufelskreis des Vergleichens einsteigt.


Doshu Moriteru Ueshiba

Mir gefiel es wirklich sehr, sowohl auf der Matte als auch z. B. nach dem Duschen auf dem Gang in ihm eine Person zu treffen, die sehr wohl die japanische Tradition der Familie Ueshiba verkörpert, als auch einen Menschen, der so wie einer von vielen begeisterten Aikidoka aus aller Welt ist.
Wenn ich dann auch mit vielen fremden Aikidoka üben und dabei feststellen kann, dass weder sie noch ich „etwas ganz anderes“ machen und wir uns trotz möglicher sprachlicher Probleme über die geübten Techniken austauschen, dann habe ich das Gefühl, im eigentlichen Sinne des Aikido zu trainieren. Und um das oben erwähnte Thema nochmals aufzugreifen, so kann man beim Beobachten des Doshu und seines Sohns feststellen, dass die Techniken und Ausführungen, die sie zeigen, einem doch sehr „vertraut“ sind. Und dann freue ich mich auch auf den nächsten Sommerlehrgang auf dem „Horn“ und auf mein Zuhause im DAB.
Somit habe ich nun doch schon wieder verglichen und bin selbst in die alte Falle getreten. Der Lehrgang beim Do­shu war eine tolle Erfahrung und ich freue mich über die vielen Freundschaften und Bekanntschaften über die Verbandsgrenzen hinaus! Damit hat die Idee von Alister und seinem Aikidokollegen einen vollen Erfolg gehabt und ich wünsche mir mehr von solchen Lehrgängen. Es muss der Lehrer oder die Lehrerin ja nicht immer Ueshiba heißen. Es gehen doch auch Namen wie Heymann, Köppel, Oettinger ..., so lange wir nicht glauben „at the cutting edge“ zu sein.

Dr. Andreas Dalski,
Uni-Dojo Zanshin Lübeck e. V.

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Gratulation

Am 09.07.2010 fand im Rahmen eines Bundeswochenlehrgangs eine umfangreiche Danprüfung mit sehr gutem Ergebnis statt. Aufgrund der vielen Anmeldungen kamen sogar zwei Prüfungskommissionen zeitgleich zum Einsatz: Karl Köppel (7. Dan, Vors.), Jürgen Preischl und Markus Hansen (jeweils 4. Dan) sowie Thomas Prim (5. Dan, Vors.), Rüdiger Scholz und Alfred Haase (jeweils 3. Dan)..
Wir gratulieren herzlich:

zum 4. Dan:
Zimmermann, Arno    JC Bietigheim

zum 3. Dan:
Conradi, Werner    Hausbruch-Neu­grabener TS
Schmidt, Petra    AC Niedernhausen
Schümann, Lilo    SV Boostedt
Tretow, Dieter    TuS Germ. Schnelsen

zum 2. Dan:
Ficht, Dieter    TSG Bamberg
Haase, Dagmar    Bramfelder SV
Möller, Markus    Bramstedter TS
Romer, Ralph    Kissinger SC
Schröder, Agnes    Hamb. TS Barmbek
Springborn, Jürgen    MTSV Hohenwestedt

zum 1. Dan:
Delventhal, Frank    Hausbruch-Neu­grabener TS
Gehrsitz, Michael    VfL Kirchheim/Teck
Genzow, Jens-Pieter    AV Wattenbek
Jäger, Peter    Kissinger SC
Kloß, Stefan    TSG Reutlingen
Lenarduzzi, Stefano    VfL Kirchheim/Teck
Lorenzini, Alessandro    1. Bruchsaler BC
Retzbach, Bernhard    AC Niedernhausen
Schäfers, Dirk    AC Herten
Schiffel, Daniel    AC Knittlingen
Wörner-Carstens, B.    VfL Kirchheim/Teck

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Der zweite Versuch: Aikido-Skilanglauf-Lehrgang

Endlich war ein Jahr des Wartens vorbei: Ich habe meine Drohung tatsächlich wahr gemacht und bin ein zweites Mal zum Ai­kido-Skilanglauf-Lehrgang gefahren. Ich habe mich sogar das ganze Jahr darauf vorbereitet, letztes Jahr war es ja nicht so der Hit mit meiner Kondition (na ja, mit den Aikido-Kenntnissen auch nicht, aber ob die jetzt hitverdächtig sind??).
Ich konnte zum Glück meinen Nebenjob aufgeben, sodass ich endlich die Möglich­keit hatte, regelmäßig zu trainieren. In den Sommerferien habe ich die Trainingsange­bote von Hamburg und Schleswig-Holstein wahrgenommen, um ja keine größere Pause entstehen zu lassen. Und als in Hamburg die meisten Hallen wegen As­best-Alarm geschlossen waren, habe ich das Sommerprogramm einfach für mich verlängert und bin weiter von Verein zu Verein gezogen, ein richtiger Aikido-No­made (ich war nicht die Einzige, die das machte, ich traf in den unterschiedlichsten Vereinen dieselben Leute wieder). Hiermit noch mein „Danke schön“ an die gast­freundlichen Vereine!
Also, auf in den Schwarzwald. Es war so eine Freude, die vertrauten Gesichter wie­derzusehen! Es klappte sogar mit dersel­ben Zimmergenossin, richtig toll! Dadurch, dass man die meisten vom letzten Jahr kannte, konnte ich mich sehr schnell ein­gewöhnen, es nahm mir auch viel von der Unsicherheit, die ich letztes Jahr noch hatte, weil alles so neu war. Es ging los wie immer, am ersten Tag Matten aufbauen. Wer schreibt den Bericht? Hmm, das blieb schon wieder an mir hängen!?! Irgendet­was mache ich verkehrt. Konnte man mich mit dem Skifahren nicht loswerden, dann so?? Könnt Ihr vergessen. Plaudere ich eben aus dem Nähkästchen 
Da wir dieses Mal nicht eine so große Gruppe wie letztes Mal waren und die meisten in der Fortgeschrittenen-Gruppe ihr Ski-Training hatten, war es für mich von Vorteil, dass die Anfänger-Gruppe recht übersichtlich war. Das hatte natürlich auch den Nachteil, dass Helmut sehr schnell merkte, wenn man schummelte  Ich kam jedoch auch in den Genuss von Einzeltrai­ning, in dem Helmut das nachholte, was ich letztes Jahr versäumt hatte (einmal krank und alles Wichtige wie z. B. Bremsen ver­passt …).
Ich hätte zumindest nie geglaubt, dass man tatsächlich so viel behält, aber es lief um einiges besser als letztes Mal. Na gut, Angst hatte ich immer noch, aber ich konnte tatsächlich auf den Rudimenten des letzten Jahres aufbauen. Immerhin durfte (eigentlich musste) ich dieses Jahr am Ta­gesausflug teilnehmen; das lag wohl auch an der leichteren Strecke, sodass keiner zurückbleiben musste. Ich war so aufgeregt deswegen, dass ich nachts kaum schlief (… und das, obwohl die Nächte da sowieso irgendwie schon so kurz waren).
Der Ausflug stand unter einem guten Stern. Nach Tagen grauen Wetters mit viel Schnee und Wind hatten wir das tollste Sonnenwetter, sodass wir endlich einmal sehen konnten, wo wir überhaupt waren. Es war landschaftlich überwältigend; ich kam mir teilweise vor, als wenn ich mich in einer Postkarte bewegte. Ein absoluter Traum. Leider hatte ich nicht so viel davon wie die anderen, weil ich ja mit mir selbst und den Skiern zu kämpfen hatte. Ich be­kam mit Heinrich als erfahrenem Skifahrer einen lieben Paten an die Hand, der mich die ganze Tour unterstützte.
Zum Schluss hatte ich sogar eine Es­korte von vier Paten, die mir alle bis zum Ziel weiterhalfen. Beim zweiten Sturz rief ich nämlich schon: „Ich hab keinen Bock mehr!“ Ich musste da aber durch, die Hälfte war geschafft, es gab keine Abkürzung. Erfuhr ich zum Glück erst später, genauso, dass es eine schwarze Loipe war, die ich da abarbeiten musste. Sonst hätte ich mich sicher geweigert, überhaupt mitzukommen. Dann hätte ich etwas verpasst, auf jeden Fall.
Zumindest kam auch ich irgendwann in dem Zielrestaurant an, wo ich mich am liebsten gleich in dem dazugehörigen Hotel eingemietet hätte, samt Badewanne, ver­steht sich. Ich war zwar nach Helmut noch immer 10 Minuten vor seiner geplanten Zeit, aber die anderen waren alle schon da. Alles Angeber, die hatten ja auch keine Anfängerski  Nach einem netten Essen ging es zum Glück mit dem Bus weiter, Schwarzwälderkirschtorte in unserem Stammcafé war bestellt, war auch wieder lecker (alle verbrauchten Kalorien wieder drauf).



Das letzte Abenteuer war der Aufstieg mit dem Lift, hatte ich noch nie gemacht. Ich war froh, dass Helmut mich da durch­lotste, nachdem ich schon mehrere von uns wieder herausfallen gesehen hatte. Mein letzter Sturz kam mit dem Aussteigen, das war voll der Bauchklatscher (lecker, noch einmal Kirschtorte). Der Sturz hatte aber auch et­was Gutes, irgendwie renkte sich in mei­nem Fußgelenk etwas wieder ein, was wohl bei einem der ersten Stürze ausgehakt war. Plötzlich konnte ich wieder ohne Schmerzen fahren und gehen. Vor allem war der bunte Abend gesichert. Ich dachte bis dahin, das würde nichts mit Tanzen.
Zuerst fiel ich jedoch ins Bett und hörte nur noch meinen singenden und summen­den Beinmuskeln zu, Abendbrot bekam ich von meiner lieben Zimmergenossin Kathrin ans Bett (kaum zu glauben ). Der bunte Abend sollte etwas später folgen, sodass sich alle ein wenig erholen und zurechtma­chen konnten. Es hatten wieder viele etwas vorbereitet, mehrere Sketche und kleine Aufführungen, es war zumindest super ab­wechslungsreich. Mit dem Tanzen klappte es dann auch noch erstaunlicherweise, obwohl ich mich ja eher halbtot fühlte. Es war sicher die große Erleichterung, dass ich alles geschafft hatte, außerdem brau­che ich beim Tanzen ja keine Angst zu ha­ben, dass ich plötzlich hinfalle.
Aber Anlass zu Fragen gab das schon, besonders bei denen, die das nun alles überhaupt nicht anstrengend fanden. Da kann ich nur sagen, ich bin nun mal nicht mit Skiern an den Füßen zur Welt gekom­men, das passiert wohl eher in südli­cheren Gefilden unserer Repu­blik.
Das Aikido-Training kam natürlich auch nicht zu kurz, wie immer 19.30 Uhr nach dem Abendbrot. Wir hatten ja mit Horst Glowinski (7. Dan) unse­ren Meister vom letzten Jahr wieder und konnten noch ein­mal in vollen Zügen von seinen Erfahrun­gen profitieren. Da­durch dass das Wetter dieses Mal nicht immer so mitspielte, hat­ten wir sogar mehr Training. Horst bot am Mittwoch (als mor­gens das Skitraining aus­fiel) nämlich an, uns eine extra Lehrstunde zu geben, was auch dankend von allen angenommen wurde. Das hatte auch et­was: draußen das irrste Schneegestöber, drinnen wir am Schwitzen (war z. T. etwas schwierig, da die Halle nicht so durchge­heizt war).
Als sich über Mittag das Wetter bes­serte, durften die fortgeschrittenen Skifah­rer nachmittags doch ihre Skistunde ma­chen, sodass Horst den Skianfängern an­bot, zur selben Zeit noch eine weitere Aiki­dostunde zu geben. Ich war auch mit dabei und erlebte eine sehr intensive Trainingseinheit, weil Horst bei nur drei Paaren na­türlich alles sah („falsch, falsch, falsch, schon besser …“). Mich ließ die Konzentra­tion später irgendwann ganz im Stich, da bei den ganzen Informationen mein Kopf zu platzen drohte. Aber es war ein super Training, da auch die Paare so aufgeteilt waren, dass die unteren Gurte viel lernen mussten. Gelb bekam braun als Uke, die beiden Grünen bekamen jeweils einen Danträger. Warum war eigentlich nicht im­mer so ein Schneegestöber? ;-)
Zumindest hat unser Aikido-Training auch einige Schüler einer Klasse aus Frei­burg angezogen, die abends mit offenen Mündern zusahen, was Horst da zu bieten hatte. Das Interesse war geweckt und es ergab sich, dass Michael und Sabine den 24 Schülern und zwei Lehrern vor deren Abfahrt noch eine Schnupperstunde Aikido gaben. Die waren so begeistert, dass es mich nicht wundern würde, wenn Freiburg einige Neuzugänge in seinen Vereinen zu verzeichnen hätte.
À propos Schneegestöber: Letztes Jahr machten wir ja eine Schneebeschwörung, mit der wir anscheinend maßlos übertrie­ben haben. Ganz Deutschland unter einer Schneedecke begraben, seit Wochen. In Norddeutschland mehr Schnee als im Sü­den, hätte ich Skier, hätte ich mich schon super vorbereiten können. Dieses Mal hatten wir natürlich auch wieder so eine Schneebeschwörung. Es war alles so zu­geschneit, dass wir an den Ort des Ge­schehens nur mit Schneeschuhen kamen. Das war echt skurril, wie wir da mit Schneeschuhen spät am Abend bei Sturm loswanderten, um den Schnee für nächstes Jahr zu sichern. Wir mussten ja auch gut aufpassen, keinen zu verlieren.
Also Leute, bis zum nächsten Jahr, ich freue mich jetzt schon. Ich habe bei mei­nem Chef auf jeden Fall den Urlaub in dem Moment eingereicht, als ich am ersten Tag wieder im Büro aufschlug.

Kirsten Duggen,
BKSV Goliath e. V.

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Mit 66 Jahren...

Die Budo-Sportarten Judo und Ju-Jutsu haben in Crailsheim schon eine lange Tra­dition. Im Jahre 1974 wurde die Judo-Ab­teilung des TSV Crailsheim gegründet; mit dabei und Trainer der ersten Stunde war damals Hans Schips. Bis 1983 bildete er zahlreiche Judosportler aus und bereitete sie auf Prüfungen vor. 1984 wechselte er dann zur Ju-Jutsu-Abteilung des TSV und kümmerte sich bis 1995 um Ausbildung und Förderung des Nachwuchses.



Einen persönlichen Wunsch erfüllte sich Hans dann im Jahre 1996, als er in Jagst­heim mit Aikido anfing und dort Grün­dungsmitglied der Abteilung im VfB ist. 1998 bestand er seine Prüfung zum 4. Kyu – Orangegurt.
Hans musste schließlich aus gesund­heitlichen Gründen mit dem Budo-Sport aufhören, bliebt aber der Aikidoabteilung verbunden. Er ist stets Ansprechpartner bei Fragen rund um den Budo-Sport und unver­zichtbar bei Prüfungen, wenn er die Urkun­den in kalligraphischer Schrift aus­füllt.
Vor kurzem feierte Hans, das Urgestein der Crailsheimer Budo-Szene, seinen 66. Geburtstag und staunte nicht schlecht, als einige seiner ehemaligen Sportkameraden der letzten 36 Jahre in ihren traditionellen Anzügen in seinem Garten Spalier stan­den. Die Freude bei ihm über diese von seiner Frau Heide eingefädelte Über­raschung war groß.
Rechtzeitig fertig wurde auch das von Hans in seinem Garten selbst gebaute ja­panische Torii.
Beim anschließenden gemütlichen Bei­sammensein wurden viele alte Erinnerun­gen ausgetauscht.

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DAB-Präsidentin weiter DOSB-Konferenz­vorsitzende

Am 18./19. Juni 2010 leitete unsere DAB-Präsidentin Dr. Barbara Oettinger in Bre­men die Sommertagung einer der drei Konferenzen des DOSB. Diese Konferenz der Verbände mit besonderen Aufgaben (VmbA) repräsentiert 20 Verbände mit rund 1,5 Mio. Mitgliedern.
Barbara Oettinger wurde in Bremen ein­stimmig für weitere vier Jahre als VmbA-Konferenzvorsitzende bestätigt, wie auch ihr Stellvertreter Uwe Tronnier vom Deut­schen Betriebssportverband. Zu diesem Vertrauensvotum der Verbändegruppe gratulierte der DOSB-Präsident Dr. Tho­mas Bach herzlich, der bei der Wahlveran­staltung anwesend war.

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Organigramm des deutschen Sports im Internet

Die Führungs-Akademie des DOSB hat ein Organigramm des deutschen organisierten Sports ins Internet eingestellt, das einen guten Überblick über die manchmal un­übersichtlich scheinende Sportlandschaft ermöglicht.
Unter www.fuehrungs-akademie.de/die-akademie/organigramm.html sind Links und Informationen zu den DOSB-Mitglie­dern zu finden, darunter auch zu VmbA-Mitgliedsverbänden wie dem DAB.

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Jahrbuch des Sports

Auch in diesem Jahr setzte der Deutsche Olympische Sportbund die seit Jahrzehnten bewährte Tradition fort und brachte wieder das Jahrbuch des Sports 2010/2011 heraus.
Unter den etwa 10.000 aktualisierten Anschriften findet man alle Organisationen und Institutionen des Deutschen Sports mit den jeweiligen Ansprechpartnern in der gewohnten übersichtlichen Anordnung – mit Telefon und Fax, meist sogar mit Handy-Nummern, E-Mail- und Internet-Adres­sen. Deutscher Olympischer Sportbund, Landessportbünde, Spitzenverbände, Verbände mit besonderen Aufgaben und Olympiastützpunkte sind nur einige Beispiele.
Bezogen auf die Kommunikation unter den 8,8 Millionen ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Deutschen Sport schreibt der DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach in seinem Vorwort über dieses Buch:
„Da leistet das Jahrbuch des Sports einen wichtigen Beitrag. Es ist Wegweiser durch die Strukturen und Organisationen des Sports und weist zuverlässig, übersichtlich und zielgerichtet auf ehrenamtliche Gremien, auf die hauptamtlichen Mitarbeiter, auf Namen, Titel und Adressaten hin. Das Jahrbuch des Sports 2010/2011aus dem Schors-Verlag ist wieder ein wichtiges Kompendium für die Arbeit in und mit Sportorganisationen.”

Jahrbuch des Sports 2010 | 2011
herausgegeben vom DOSB
Erschienen und zu beziehen über die
Schors-Verlags-Gesellschaft mbH
Fichtenstraße 38, 65527 Niedernhausen
E-Mail: schors.verlag@t-online.de
626 Seiten, DIN A5,
ISBN 978-3-88500-406-6
19,00 Euro

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Aikido – wie Harmonie geschieht (2. Teil)

Zulassungsarbeit zur Prüfung zum 5. Dan Aikido von Roger Zieger    
(Fortsetzung aus Heft 2/2010)

Ziel des Aikido ist nicht der Sieg über einen Gegner. Selbst wenn dies in einer Aus­einandersetzung nach außen so scheinen sollte. Mit westlichen Augen betrachtet, hat Nage natürlich gewonnen; deshalb liegt Uke ja auf dem Boden. Die Techniken, die im Aikido unterrichtet werden, sind durch­aus geeignet, in einer körperlichen Ausein­andersetzung angewandt zu werden. Nach den Maßstäben Ueshibas hat aber nicht Nage über Uke gesiegt, sondern er hat Harmonie wiederhergestellt. Beide gemein­sam haben das Chaos besiegt und den Bestand der Ordnung gesichert.
Der Angreifer wurde nicht gedemütigt oder abgewertet. Ihm ist eine Einsicht er­möglicht worden, die ihn selbst auf dem Weg zur Verwirklichung eigener Harmonie weiterbringt. Roger Frager erinnert an fol­gende Aussage Ueshibas: „Deine Einstel­lung gegenüber deinem Partner sollte die eines Elternteils gegenüber seinem Kind sein: vorbehaltlos liebend, aber mit der Er­wartung auf Gehorsam.“ 1
Wer nach dem Besonderen im Aikido sucht, dem, was das Aikido von den ande­ren Budo-Künsten unterscheidet, darf darum nicht nur auf die Techniken schauen.
Mit Recht könnten hier Jünger des Daito-ryu Ansprüche erheben; Ueshiba war Schüler Sokaku Takedas. Mit Recht könn­ten sich auch Schüler aller anderen Budo-Schulen melden, die Ueshiba in seiner Ju­gend studierte, und dem Aikido seine Ori­ginalität absprechen. An den Techniken allein kann man die Eigenständigkeit des Aikido nicht festmachen. Auch eine Aikido-Technik lässt sich so pervertieren, dass sie nicht Harmonie schafft, sondern zerstöre­risch ist. Auge um Auge, Zahn um Zahn – dem Angreifer wird mit gleicher – oder et­was kleinerer – Münze vergolten.
Das Besondere am Aikido liegt nicht in der Technik, sondern im Herzen des Aus­führenden. Die Techniken der alten Schu­len zielten darauf hin, eine Aggression zu beantworten oder auch aggressiv eigene Interessen durchzusetzen. Aikido zielt auf Herstellung von Harmonie. Es reagiert nicht auf Aggression, sondern es kommt ihr mit Liebe zuvor, es agiert.2
Sein Ziel ist nicht persönlicher Sieg und Herrschaft, sondern universelle Harmonie und Freiheit.3

4.     Irimi-Nage – Das Erreichen von Harmonie in der Praxis

Im nun folgenden Kapitel soll an Hand des Irimi-nage kurz verdeutlicht werden, wie die dem Aikido zugrunde liegende Philosophie praktisch umgesetzt werden kann. Die Technik Irimi-nage habe ich gewählt, weil es sich um eine der zwei grundlegenden Techniken des Aikido4 handelt.



 Uke (Angreifer, rechts abgebildet) ist im Begriff, Nage (Verteidiger) mit einem gera­den Schlag zum Kopf (Shomen-uchi) an­zugreifen. Nage befindet sich in einer Aus­gangsstellung (Kamae), die es ihm erlaubt, aus einer sicheren Position heraus jedem Angriff zu begegnen. Mit seinem Angriff versucht Uke, die schützende und den Ein­flussraum Nages begrenzende Tegatana (Schwert­hand) zu umgehen, und ist be­müht, so direkt dessen Zentrum anzugrei­fen.
Nage hat Ukes Absicht erkannt (antizi­piert). Durch die eingenommene Grund­stellung hat er Ukes Angriffsmöglichkeiten eingeschränkt und gelenkt (geistige Füh­rung im Vorfeld ohne körperliche Berüh­rung5).





Vermittels eines Gleitschrittes (Tsugi-ashi) und zweier halbkreisförmiger Schritte (Irimi-ashi + Tenkan-ashi) weicht Nage aus und tritt am beginnenden Angriff vorbei in Ukes Zentrum ein. Ukes Angriff geht ins Leere.
Während Uke und Nage vorher entge­gengesetzte Positionen eingenommen ha­ben, schauen nun beider Zentren in die gleiche Richtung. Der Angriff wurde ange­nommen (akzeptiert), Nage hat einen Weg gewählt, um die zerstörerische Energie des Angriffs umzuleiten.
Uke versucht nun sein physisches Gleichgewicht wiederzugewinnen, um er­neut angreifen zu können.







Nage lässt diese Bewegung zu und lässt Uke an sich vorbeilaufen, wobei Ukes Kopf an Nages Schulter fixiert wird.
In dem Versuch, sein Gleichgewicht wiederzugewinnen, richtet sich Uke auf. Nage erlaubt dies, bewegt sein Zentrum nun in einer dem Uke entgegengesetzten Richtung und tritt ein. Uke wirft sich so praktisch selbst.



Nage erlaubt Uke, sich durch eine Fall­schule aus der Technik zu lösen. Ukes weiteres Verhalten wird zeigen, ob er die Belehrung verstanden hat.
In der Technik lässt sich nachvollziehen, was Aikido beinhaltet: Die Absicht des An­deren wird antizipiert. Die eigene Position wird nicht so wichtig genommen, dass sie ohne Nachdenken verteidigt würde. Sie wird vielmehr überdacht und angepasst. Der Angriff geht ins Leere, weil Nage nicht auf dem eigenen Standpunkt beharrt, ihn vielmehr verändert. Er nimmt Ukes Stand­punkt ein und harmonisiert die eigene Be­wegung – in Richtung und Timing – mit der Ukes.
Die Technik endet damit, dass Nage Uke die Chance gibt, sich aus der Technik durch eine Fallschule zu lösen. Wenn Uke sich erhebt, wird er wieder die offene Hand Nages sehen, bereit, die seine in Freund­schaft zu ergreifen oder ihm, wenn es sein muss, eine weitere Lektion zu erteilen.
Auf dem Hintergrund des Aikido wird kein Sieg errungen. Nage und Uke sind als Einheit zu begreifen. Nage lenkt Uke von der Aggression hin zur Harmonie. Zumin­dest in der Technik wird diese Harmonie sofort Wirklichkeit. Nach Abschluss der Technik hat Nage seinen Teil getan. Nage hatte dabei die Rolle des Führenden, Hin­weisenden.
Nage hat die Initiative nicht einen Mo­ment aus der Hand gegeben, genauer ge­sagt, er war die ganze Zeit über in Harmo­nie: Er war im Gleichgewicht; er hat keine Position eingenommen, die ihn aus dem Gleichgewicht gebracht hätte; weder hat Nage sich eine Position aufzwingen lassen noch Uke mit Gewalt eine Position aufge­zwungen – er hat „nur“ Ukes Bewegungen geführt. Nage geht aus der Technik durch Erfahrung bereichert, aber (und) in seiner Harmonie mit der Umgebung ungetrübt hervor. Er hat im übertragenen Sinn dafür Sorge getragen, dass das harmonische Gleichgewicht wiederhergestellt wurde.


5.    Aikido – der Weg des harmoni­schen Geistes

5.1.    Harmonie
In den vorhergehenden Kapiteln habe ich darzustellen versucht, dass eine Aikido-Technik nicht dem Kampf, sondern der Wiederherstellung der Harmonie zwischen Menschen dient. Dabei habe ich auf die Probleme für unser Verstehen hingewie­sen. Diese können auftreten, wenn wir uns die von Ueshiba geprägten Begriffe aneig­nen und sie gebrauchen, ohne ihren kultu­rellen Kontext zu beachten. In den beiden abschließenden Kapiteln werde ich nun versuchen, pointiert zusammenzufassen, was Aikido für den Aikidoka bedeuten kann.
O-Sensei Morihei Ueshiba ging es nicht um das Beherrschen anderer. Sein Ziel war Harmonie. Und Harmonie mit dem Univer­sum, das wusste Ueshiba genau, fängt immer im eigenen Herzen und vor der eig­nen Haustür an.6
Niemand kann darum für sich das Aikido als Lebensweg reklamieren, ohne gleich­zeitig bereit zu sein, in Harmonie mit ande­ren zu leben; ohne an sich und an (bzw. mit) anderen zu arbeiten. Aikido bedeutet, sich um Harmonie zu bemühen.

Um des Weges willen,
bringt eure in sich selbst
    verfangenen Feinde
zu ihren Sinnen, nutzend
Worte der Ermutigung und Anleitung,
gegründet in den Techniken der Liebe.7

Aikido ist nicht Mittel zum Zweck, von Ueshiba entwickelt, sondern Weg zum Ziel, von Ueshiba entdeckt.


5.2.     Freiheit
Mit Erreichen dieser inneren und äuße­ren Harmonie gelang Ueshiba, was in der Technik exemplarisch aufblitzt: O-Sensei Ueshiba wurde zum Mittelpunkt; zum Mit­telpunkt seiner Techniken, zum Mittelpunkt seines Lebens, zum Mittelpunkt seines Uni­versums. Von dieser Position aus begeg­nete er ruhig und offen allem, was auf ihn zukam, mit angemessener Aktion, gegebe­nenfalls die gestörte Harmonie wiederher­stellend.
Wenn ein Aikidoka in der Nachfolge O-Senseis handelt, wenn er sich einbinden lässt, dann tut er dies freiwillig, weil er sieht, dass dies der Harmonie zuträglich ist – aus freien Stücken.
Er handelt nicht, weil er muss. Er han­delt nicht aus Rache. Er handelt, weil er so Harmonie schafft oder besser: wiederher­stellt.



6.     Schlusswort

Wo bleibt die Einlösung des auf den vor­ausgegangenen Seiten Behaupteten sei­tens der Aikidogemeinde?
39 Jahre nach dem Tode O-Senseis ist die Welt nicht friedlicher geworden; auch die Harmonie in der relativ überschaubaren Aikido-Gemeinde lässt zu wünschen übrig. Alles nur ein Wolkenkuckucksheim und zurück zu den handwerklichen Techniken?
Wir sind auf dem Weg. O-Sensei konnte uns diesen nur zeigen, nicht aber ihn für uns gehen. Dass ein Ziel von wenigen er­reicht wird, beweist nicht, dass es uner­reichbar wäre.
Vielmehr könnte der Grund dafür in der Tatsache liegen, dass viele der Reisenden das Ziel von Harmonie und Freiheit nicht teilen und darum auch gar nicht erreichen wollen! Vielleicht liegt es daran, dass sie nicht nach dem Ziel suchen, sondern mit einem Etappenziel zufrieden sind, welches ihnen als Mittel zum Zweck dienen soll; dass sie z. B. eine effektive Kampftechnik suchen, dass sie nicht daran interessiert sind, in Harmonie zu leben, sondern viel­mehr das eigene Ego stärken wollen. Oder es ist so, dass sie nicht bereit sind, sich der Verantwortung zu stellen, nicht mehr eige­nes Versagen und Handeln als fremd­bestimmte Reaktion rechtfertigen zu kön­nen.
Allen, die ernsthaft suchen und die noch nicht gefunden haben, dieses Gedicht O-Sensei Ueshibas zu Ansporn und Trost:

Wenn du den traurigen
Zustand der Welt siehst,
wimmere nicht hilflos!
Erfüllt von göttlichem Zorn
lasset uns mutig voranschreiten!8



Nachklang

19 Jahre nach dem Fall der Mauer erle­ben wir eine Welle von so genannter „Ostalgie“. Kino und Fernsehen haben auf­gegriffen, was aufmerksame Be­ob­achter bereits wenige Jahre nach dem Ende der politischen Systeme des ehemaligen Ost­blocks vermeldeten: Man sehnt sich nach vergangenen Zeiten und immer öfter hört man ein sehnsüchtiges „es war doch nicht alles schlecht“. Die einst ersehnte Freiheit scheint den so Beschenkten im Munde schal geworden zu sein.
In einer Sendung des Deutschlandfunks aus Gori, der Geburtsstadt Joseph Vis­sa­rionowitsch Dschugaschwilis, besser be­kannt unter seinem Parteinamen Stalin, konnte man bereits vor neun Jahren hören, wie gut dieser wohltätige „Vater der Völker“ für die Seinen gesorgt habe: „Da gab es noch Sicherheit, Arbeit, Brot.“
Niemand muss weit gehen, um solche Töne zu hören. Viel zu oft ertönt der Ruf nach „einem Führer“ auch in einem Land, das eigentlich wissen müsste, was „ein Füh­rer“ anrichten kann, wenn er nur genü­gend willfährige Helfer hat.
Natürlich kann es – bedingt durch per­sönliche Notlagen – Gründe geben, die ein Verklären der Vergangenheit zumindest verständlich machen.
Wer es geschafft hatte, sich seine ei­gene soziale Nische zu erobern, mag sich – nach dem Verlust derselben – das alte Regime zurückwünschen. Auch wenn dies bedeuten würde, Freiheit und Autonomie aufzugeben; „zuerst kommt das Fressen und dann die Moral“. Mr. Peachum9 trifft den Nagel auf den Kopf: Wer Hunger hat, will Brot, nicht einen Reisepass!
In dem Bestreben, das eigene Leben und das der Familie so sicher wie möglich zu machen, sind Menschen bereit, auf per­sönliche Freiheiten zu verzichten. Persön­liche Freiheit, die Freiheit überhaupt hat nämlich einen Preis: Verantwortung und Unsicherheit.10 Frei zu sein in der eigenen Entscheidung bedeutet, verantwortlich zu sein.
Ich verstehe den Wunsch nach Sicher­heit; trotzdem geht mir das harte, Benjamin Franklin zugeschriebene Wort nicht aus dem Kopf: „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu erlangen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit.“
Kann man beides sein, frei und sicher? Wer frei ist, ist zwar vielleicht nicht sicher, aber ohne Freiheit gibt es keine Sicherheit, nur Ruhe.
Sicher ist eins: Ob nun sicher und/oder frei, beides und/oder keines, die Menschen wollen vor allem leben.
Dieser alles beherrschende Trieb, „leben – überleben“ zu wollen, lässt sie Dinge er­tragen, die unerträglich scheinen.
Das kann dazu führen, dass „freiwillig“ Lebensbedingungen akzeptiert werden, welche die Individuen in starke Abhängig­keiten von anderen oder von einem über­geordneten System führen. Und diese Taktik ist so schlecht nicht, wenn das Überleben zur höchsten Priorität erklärt wird.
Der einzelne Mensch braucht einen „Platz in der Gesellschaft“, wenn er nicht wie Robinson leben will.11 Jede Ge­mein­schaft als Zwangsge­mein­schaft abzutun, wäre falsch. Auch jede Rücksichtnahme und Einschränkung als autoritäre Unter­drückung zu brandmarken, wäre nicht rich­tig.
Ohne Regeln, an die sich der Einzelne zu halten hat, kann es keine Gesellschaft und kein harmonisches Zusammenleben geben. Die Existenz von Regeln bedeutet nicht automatisch völlige Unfreiheit für den Einzelnen. Entscheidend ist die Antwort auf die Frage, warum ich mich an Regeln halte:
 
a)    weil sie nun einmal da sind („die da
oben“12 werden schon wissen wozu)     
oder
b)    weil „die“ sie mit Gewalt durchsetzen    
oder
c)    weil ich sie einsehe?

Aus der Antwort auf diese erste Frage ergibt sich die Antwort auf folgende wei­terführende, grundsätzliche Frage: Bin ich fremdbestimmt oder eigenbestimmt – agiere ich oder reagiere ich?
Aikido – der Weg des harmonischen Geistes – ist nicht nur Kampfkunst, son­dern gibt dem Suchenden Mittel an die Hand, für sich eine Antwort auf diese Frage zu finden und vom Reagierenden zum Agie­ren­den zu werden.
Das von O-Sensei Morihei Ueshiba er­kannte13 Aikido, steht am Ende einer lan­gen Entwicklung und bietet genau das: das Ende der Fremdbestimmtheit. Ohne Ge­heim­nis – aus dem Geist des Aikido.

„Fortschritt kommt zu denen,
die sich üben
in den äußeren und inneren Dingen.
Jage nicht „verborgenen Techniken“ nach,
denn alles geschieht direkt
vor deinen Augen!“14

Literaturverzeichnis

Brand, Rolf: „Aikido – Lehre und Technik des harmonischen Weges“, Falkenver­lag, Niedernhausen/Ts. 1995
Cleary, Thomas: „Zu wissen wann man kämpfen soll“, Aurum-Verlag, Braun­schweig 1991
„Oxford Advanced Learners Dictionary of Current English“, Oxford University Press, 3. Auflage London 1974
Perry, Susan Hrsg.: „Remembering O-Sensei – Living and Training with Mori­hei Ueshiba, Founder of Aikido“, Shambhala Poblications Inc., Boston Mass 2002
Pranin, Stanley: „The Aiki News Encyclo­pedia of Aikido“, Tokyo 1991
Seigel, Jerrold: „The Idea of the Self – Thought and Experience in Western Eu­rope since the Seventeenth Century“, Cambridge University Press, 3. Auflage 2007
Stevens, John Hrsg.: „The Essence of Ai­kido: Spiritual Teachings of Morihei Ueshiba“, Kodansha International Ltd., Japan 2002
Stevens, John: „Unendlicher Friede – Die Biographie von Morihei Ueshiba, Grün­der des Aikido“, Werner Kristkeitz Ver­lag, Heidelberg-Leimen 1992
Tamura, Noboyoshi: „Aikido – Etikette und Weitergabe“, Hrsg. Dieter Jöbstl, Wien 2000
„The New Encyclopaedia Britannica“, En­cyclopaedia Britannica Inc., 15. Auflage, Chicago 1995
Williams, Bryn Hrsg.: „Die Kunst der Selbstverteidigung“, Albatros Verlag, Zollikon 1975

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Ethische Grundsätze und rechtliche Grundlagen bei der Selbstverteidigung mit Aikido

Zulassungsarbeit von Berthold Krause zum 5. Dan Aikido (Fortsetzung aus aa 2/2007)

Überschreitung der Notwehr

Wenn jemand in eine Notwehrsituation gerät, so ist dies mit Sicherheit keine alltägliche Situation. Dies gilt auch für einen Aikidoka (zumindest im Anfängerstadium), da zwischen einer Trainingssituation und der Realität ein großer Unterschied besteht.

Eine Notwehrsituation kann sehr plötzlich entstehen, sodass dem Verteidiger keine Zeit bleibt, die weiteren Schritte genau zu überlegen und abzuwägen, welches die beste Verteidigung ist.

In dieser Ausnahmesituation kann es dann passieren, dass die Verteidigung über das zur Abwehr des Angriffes erforderliche Maß hinaus geht und die Verhältnismäßigkeit der Mittel zwischen Angriff und Verteidigung nicht mehr gegeben ist. In diesem Fall spricht der Gesetzgeber von Überschreitung der Notwehr.

Um sicherzustellen, dass der Verteidiger nicht zu Unrecht bestraft wird, besteht die Möglichkeit zur Anwendung des § 33 StGB. Dort heißt es: Überschreitet der Täter die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken, so wird er nicht bestraft.

Die Rechtsprechung führt dazu weiter aus: Überschreitet der Täter bei bestehen- der Notwehrlage das Maß der erforderlichen Verteidigung, so ist seine Tat zwar nicht mehr gerechtfertigt, doch ist ihr materieller Unrechtsgehalt gemindert.

An sich scheint der Text verständlich zu sein, aber auch hier gibt es noch einige Begriffe, die der Klärung bedürfen.

Der Begriff „Täter“ bezieht sich in § 33 StGB auf den Verteidiger/Angegriffenen. Diese Formulierung mag verwirrend sein, aber sie ist logisch, wenn man bedenkt, dass der Verteidiger nach Abwehr des Angriffes sich nicht mehr verteidigt, sondern selbstverantwortlich neue, eigene Handlungen vornimmt.

Die Rechtssprache ist hier äußerst funktionell und bezieht sich immer auf das aktuelle Geschehen. Durch seine neue Tat wandelt sich der Verteidiger also zum Täter, da hier erst wieder erneut vom Richter geprüft werden muss, ob die Voraussetzungen des § 33 StGB vorliegen (der „Täter“ wäre dann straflos) oder ob er sich durch sein Handeln strafbar gemacht hat (insbesondere relevant beim „Nachschlagen“).

Die Überschreitung der Notwehr ist in zwei prinzipiellen Varianten möglich. Zum einen ist dies der Fall, wenn der Angegriffene in der Verteidigungslage über die erforderliche Notwehr hinausgeht, zum anderen wenn der Angegriffene in Fällen, in denen er nur schwächere Verteidigung üben darf (Angriff erfolgt durch ein Kind, einen Betrunkenen, einen Behinderten usw.), über die gebotene Abwehr hinaus geht.

Dies kann für ihn ernsthafte Folgen haben, da die Justiz dann von einer vorsätzlichen oder wenigstens einer fahrlässigen Tat ausgeht, die mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden müsste (Verletzung des Angreifers mit einem Messer würde also dann dem Tatbestand des § 224 I Nr. 2 StGB der gefährlichen Körperverletzung entsprechen, die mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft werden kann). Aus diesem Grund wurde also eine Gesetzesnorm geschaffen, die dann eingreift, wenn der Angegriffene die Tat nicht vorsätzlich oder fahrlässig begangen hat, sondern aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken gehandelt hat. Verwirrung, Furcht oder Schrecken sind schwer definierbare Gefühlsbegriffe, vereinfachend kann man von Affekthandlungen sprechen, also Handlungen, die nicht wirklich der eigenen rationalen Kontrolle unterliegen.

Der Richter hat hier bei geistig gesunden Erwachsenen in eigener Sachkunde, also aufgrund seiner Erfahrung und seines Wissenstandes zu entscheiden. In anderen Fällen wird ein medizinischer Gutachter hinzugezogen.

Nicht jedes Angstgefühl ist Furcht im Sinne des § 33 StGB. Durch das Angstgefühl muss die Fähigkeit, das Geschehen richtig zu verarbeiten, erheblich reduziert sein. Der Täter muss also durch ein gesteigertes Maß an Angst zur Notwehrüberschreitung „hingerissen“ worden sein (Affekthandlung).

Der Schuldausschließungsgrund der Überschreitung der Notwehr findet dann keine Anwendung, wenn sich der rechtswidrig Angegriffene planmäßig in eine tätliche Auseinandersetzung mit dem Angreifer eingelassen hat. Auch wird in solchen Fällen § 33 StGB meist schon deswegen ausgeschlossen, weil der Angegriffene mit dem Angriff rechnet und schon deshalb nicht in Furcht, Verwirrung oder Schrecken gerät. Die Anwendung des § 33 StGB ist aber in diesen Fällen nicht generell unmöglich, da auch jeder erwartete Angriff eine unerwartete Wendung nehmen kann.

5.2 Weitere Begriffe im Zusammenhang mit dem Thema Notwehr

Putativnotwehr

Wird das Verhalten einer anderen Person als ernstlicher Angriff aufgefasst, während es sich in Wirklichkeit bloß um eine unüberlegte, gefährlich wirkende Handlung handelt, so spricht man von der sog. Putativnotwehr (vermeintliche Notwehr).
Beispiel: A läuft nachts auf der Straße auf B zu, um ihn um Feuer zu bitten. B glaubt an einen Angriff und schlägt den A in Verteidigungsabsicht nieder. B ist nicht strafbar und nicht schadenersatzpflichtig.

Putativ-Notwehrexzess

War der Irrtum über das Vorhandensein eines Angriffs jedoch fahrlässig, kann der Abwehrende (wie auch beim Notwehrexzess) wegen eines fahrlässigen Delikts (z. B. fahrlässige Körperverletzung oder fahrlässige Tötung) bestraft werden und ist zivilrechtlich zum Schadenersatz verpflichtet. Wer bei der Abwehr eines rechtswidrigen Angriffs über das zur Verteidigung erforderliche Maß hinausgeht (sog. Notwehrexzess), ist für das „Mehr“ verantwortlich. Der Putativnotwehrexzess ist jedoch straflos, wenn der Abwehrende die Tat in Verwirrung, Furcht oder Schrecken begangen hat (StGB § 33).
Beispiel: Der betrunkene A lauert B auf, um ihn zu verprügeln. Er stürzt sich aus seinem Hinterhalt mit Geschrei auf B. B erschrickt so, dass er in der momentanen Verwirrung den A mit einer Wurftechnik zu Boden wirft, wobei A mit dem Kopf auf dem Asphalt aufschlägt und erhebliche Verletzungen davon trägt.

Notstand

Da jede Notwehrhandlung als reine Abwehr des Angriffs ausgelegt ist, kann sich die Verteidigung logischerweise nur gegen den Angreifer selbst, nicht jedoch gegen eine andere Person richten. Wird eine andere (unbeteiligte) Person in Mitleidenschaft gezogen, handelt es sich allenfalls um Notstand. Gemäß § 34 StGB liegt Notstand vor, wenn eine gegenwärtige Gefahr für ein höherwertiges Rechtsgut (z. B. Leben) nur dadurch abgewendet werden kann, dass ein geringerwertiges Rechtsgut (z. B. Eigentum) verletzt oder zerstört wird.

Vorläufige Festnahme

Wurde der Angriff erfolgreich abgewehrt, so stellt sich eine ganz andere Frage: „Was jetzt?“

Der Angreifer wird also mit einem Haltegriff an der Flucht gehindert oder daran, weitere Angriffe zu starten. Befindet man sich in einer belebten Umgebung, so ist meistens die Polizei innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Geschieht der Angriff jedoch an einem frühen Sonntagmorgen mitten im Wald, so ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass in nächster Zeit Hilfe von außen zu erwarten ist.

Im Aikido gibt es im Gegensatz zu anderen Budokünsten keine speziellen „Transportgriffe“, um einen Angreifer „abzuführen“. Da jedem Aikidoka jedoch verschiedene Verhebelungen und deren Wirkungen bekannt sind, ist es für einen Fortgeschrittenen kein Problem, den Gegner beim Abtransport so gut unter Kontrolle zu halten, dass dieser nicht flüchten kann. Man nimmt also den Angreifer fest, um ihn der Polizei zu übergeben, oder transportiert ihn an einen Ort, von wo aus die Polizei verständigt werden kann.

„Festnehmen“ ist jedoch ein widersprüchlicher Begriff. Nur die Exekutive, also im Besonderen die Polizei, ist berechtigt, eine Person festzunehmen. Dies darf sie auch nur vorläufig (wenn auf frischer Tat ertappt) oder auf Grund einer richterlichen Anordnung, eines Haftbefehls.

Garantenpflicht

Die Garantenpflicht (nicht zu verwechseln mit der Garantenstellung) stellt das Begehen einer Straftat durch Unterlassen dar. Die Strafbarkeit ist durch StGB § 13 geregelt. Für den Bereich Notwehr ist die Garantenpflicht ohne Bedeutung. Beispiel für eine Verletzung der Garantenpflicht: Die Person A ist im Begriff, auf einen zugefrorenen See zu laufen. B ist bekannt dass das Eis nicht genügend tragfähig ist und warnt A trotzdem nicht vor der Gefahr. A bricht in das Eis ein und kommt zu Tode. B hat gegen StGB § 13 verstoßen und kann strafrechtlich wegen des Todes von A belangt werden.

5.3 Einschlägige Gesetzestexte

Im Folgenden sind die Quellen und Paragraphen zusammengestellt, die zur Frage der körperlichen Unversehrtheit sowie zur Notwehr von Belang sind.

Grundgesetz Artikel 2

Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

StGB § 12:

Verbrechen und Vergehen (1) Verbrechen sind rechtswidrige Taten, die im Mindestmaß mit Freiheitsstrafe von einem Jahr oder darüber bedroht sind. (2) Vergehen sind rechtswidrige Taten, die im Mindestmaß mit einer geringeren Freiheitsstrafe oder die mit Geldstrafe bedroht sind. (3) Schärfungen oder Milderungen, die nach den Vorschriften des Allgemeinen Teils oder für besonders schwere oder minder schwere Fälle vorgesehen sind, bleiben für die Einteilung außer Betracht.

StGB § 13:

Begehen durch Unterlassen (1) Wer es unterlässt, einen Erfolg ab- zuwenden, der zum Tatbestand eines Strafgesetzes gehört, ist nach diesem Gesetz nur dann strafbar, wenn er rechtlich dafür einzustehen hat, dass der Erfolg nicht eintritt, und wenn das Unterlassen der Verwirklichung des gesetzlichen Tatbestandes durch ein Tun entspricht. (2) Die Strafe kann nach § 49 Abs. 1 gemildert werden.

StGB § 32:

Notwehr (1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig. (2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

StGB § 33:

Überschreitung der Notwehr Überschreitet der Täter die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken, so wird er nicht bestraft.

StGB § 34:

Rechtfertigender Notstand Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.

StGB § 35:

Entschuldigender Notstand (1) Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib oder Freiheit eine rechtswidrige Tat begeht, um die Gefahr von sich, einem An- gehörigen oder einer anderen ihm nahe stehenden Person abzuwenden, handelt ohne Schuld. Dies gilt nicht, soweit dem Täter nach den Umständen, namentlich weil er die Gefahr selbst verursacht hat oder weil er in einem besonderen Rechtsverhältnis stand, zugemutet werden konnte, die Gefahr hinzunehmen; jedoch kann die Strafe nach § 49 Abs. 1 gemildert werden, wenn der Täter nicht mit Rücksicht auf ein besonderes Rechtsverhältnis die Gefahr hinzunehmen hatte.

StGB § 223:

Körperverletzung (1) Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schä- digt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jah- ren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar.

BGB § 227:

Notwehr (1) Eine durch Notwehr gebotene Handlung ist nicht widerrechtlich. (2) Notwehr ist diejenige Verteidigung, welche erforderlich ist, um einen gegen- wärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

BGB § 228:

Notstand Wer eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, um eine durch sie drohende Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht widerrechtlich, wenn die Beschädigung oder die Zerstörung zur Abwendung der Gefahr erforderlich ist und der Schaden nicht außer Verhältnis zu der Gefahr steht. Hat der Handelnde die Gefahr verschuldet, so ist er zum Schadensersatz verpflichtet.

BGB § 229:

Selbsthilfe Wer zum Zwecke der Selbsthilfe eine Sache wegnimmt, zerstört oder beschädigt oder wer zum Zwecke der Selbsthilfe einen Verpflichteten, welcher der Flucht verdächtig ist, festnimmt oder den Widerstand des Verpflichteten gegen eine Handlung, die dieser zu dulden verpflichtet ist, beseitigt, handelt nicht widerrechtlich, wenn obrigkeitliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist und ohne sofortiges Eingreifen die Gefahr besteht, dass die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt oder wesentlich erschwert werde.

BGB § 230:

Grenzen der Selbsthilfe (1) Die Selbsthilfe darf nicht weiter gehen, als zur Abwendung der Gefahr erforderlich ist. (2) Im Falle der Wegnahme von Sachen ist, sofern nicht Zwangsvollstreckung erwirkt wird, der dingliche Arrest zu beantragen. (3) Im Falle der Festnahme des Verpflichteten ist, sofern er nicht wieder in Freiheit gesetzt wird, der persönliche Sicherheitsarrest bei dem Amtsgericht zu beantragen, in dessen Bezirk die Festnahme erfolgt ist; der Verpflichtete ist unverzüglich dem Gericht vorzuführen. (4) Wird der Arrestantrag verzögert oder abgelehnt, so hat die Rückgabe der weggenommenen Sachen und die Freilassung des Festgenommenen unverzüglich zu erfolgen.

BGB § 231:

Schadensersatz bei Selbst- hilfe Wer eine der im § 229 bezeichneten Handlungen in der irrigen Annahme vornimmt, dass die für den Ausschluss der Widerrechtlichkeit erforderlichen Voraussetzungen vorhanden seien, ist dem anderen Teil zum Schadensersatz verpflichtet, auch wenn der Irrtum nicht auf Fahrlässigkeit beruht.

BGB § 823:

(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich ver- letzt, ist dem anderen zum Ersatz des dar- aus entstehenden Schadens verpflichtet. (2) Die gleiche Verpflichtung trifft denjenigen, welcher gegen ein den Schutz eines anderen bezweckendes Gesetz verstößt. Ist nach dem Inhalte des Gesetzes ein Verstoß gegen dieses auch ohne Ver- schulden möglich, so tritt die Ersatzpflicht nur im Falle des Verschuldens ein.

 

6 Zusammenfassung

Mit meinen Ausführungen habe ich versucht, Aikido unter dem Blickwinkel der Selbstverteidigung aus verschiedenen Perspektiven darzustellen. Mir war es wichtig, angehenden Übungsleitern sowohl die ethische als auch die rechtliche Seite dieser Fragestellung vor Augen zu führen. Mir ist klar, dass Vieles von dem, was ich im ersten Teil zusammengefasst habe, auch Gegenstand jeden guten Buches über Aikido ist. Mir war wichtig, den ethischen und religiösen Hintergrund des Bushido, die historischen Zusammenhänge und die persönliche Lebensgeschichte des Begrün- ders so zusammenzuführen, dass die Grundlagen des Aikido im technischen sowie verstärkt im ethisch-moralischen Bereich durchschaubar werden. Ein Übungsleiter kann nur ethische Grundsätze in sein Training aufnehmen, wenn sie ihm bekannt sind und er sie selbst verinnerlicht hat. Vor dem Verinnerlichen müssen sie verstanden worden sein.

Zur Verantwortung des Übungsleiters habe ich an einigen Stellen Aussagen ge- macht, er ist die entscheidende Person, von der abhängt, ob Budoka oder Straßen- kämpfer ausgebildet werden.

Meine Ausführungen zu Formen der Gewalt können im Rahmen einer Übungsleiterausbildung Ansatzpunkte sein für Diskussionen oder Gruppenarbeiten, zum Beispiel unter der Fragestellung: Wie gehe ich mit meinen eigenen Gewaltanteilen um? Beeinflusst Aikido meine Auffassung zum Thema Gewalt? Wo sind Gefahren struktureller oder nicht intendierter Gewalt in meiner Gruppe?

Der rechtlich orientierte Teil soll über einen wichtigen Aspekt im Umgang mit Kampfkunst in Auseinandersetzungen allgemein informieren. Kaum jemand wird sich von sich aus durch den Paragrafendschungel kämpfen, eine Grundinformation, die Begriffe und Inhalte miteinander verbindet, halte ich für hilfreich. Auf diesem Wege hätte ein Übungsleiter zumindest eine Quelle, aus der heraus er gesichert antworten könnte, wenn seine Schüler ihn befragen.

Verwendete Literatur:

Ettig, Wolfgang: Samurai, Ehre durch Kampf, Kampf um Ehre; Sport-Buch- Verlag 1992
Grundmann, Michael: Die Niederlage ist ein Sieg; Econ Verlag 1983
Hoffmann, Martin: Aikido (Skript) Lind, Werner: Budo. Der geistige Weg der Kampfkünste; O. W. Barth Verlag 1992
Lind, Werner: Lexikon der ostasiatischen Kampfkünste; Sport und Gesundheit Verlag 1996
Nitobe, Inazo: Bushido. Die innere Kraft der Samurai; Ansata Verlag 1985
Nocquet, André: Der Weg des Aikido; Kristkeitz Verlag 1988
Pflüger, Albrecht: Karate, Band 1; Falken Verlag 1969
Protin, André: Aikido. Die Kampfkunst ohne Gewalt; Kösel Verlag 1984
Rzedkowski, Tadek: Gewalt und Kampf- kunst (Skript) Ueshiba, Kisshomaru: Der Geist des Ai- kido; Kristkeitz Verlag 1993
Ueshiba, Morihei: Budo, Das Lehrbuch des Gründers des Aikido; Kristkeitz Verlag 1992
Melzer, Wolfgang/Oelze, Horst/Priebe, Botho/Tillmann, Klaus-Jürgen/Werning, Rolf (Hrsg.): Gewaltlösungen; Ernst Klett Schulbuchverlag 1995

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Internationaler Aikido-Lehrgang mit Horst Glowinski in Le Teich (Arcachon) am 28./29.04.2007

Nach eigentlich mehr als zwei Jahren gefühlter Zeit machte sich der KSV Herne wieder auf den Weg nach Arcachon (Anm. d. Red.: siehe Artikel im letzten aa S. 18), um der Einladung zu dem nunmehr fünften Freundschaftstreffen mit dem Cercle d'Aïkido Traditionnel nachzukommen. Pünktlich um 7 Uhr morgens ging es von den Flottmannhallen in Herne aus los. Hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon gewusst, wie ellenlang sich die Fahrt mit dem Bus nach Arcachon ziehen würde, dann wären wir wohl lieber geflogen. Nach siebzehn Stunden Fahrt kamen wir gegen 24 Uhr endlich in unserem Hotel an, immer mit dem Damoklesschwert über uns, dass der Busfahrer die Fahrt wegen Fahrzeitüberschreitung hätte abbrechen müssen.

Am nächsten Morgen wurden wir pünktlich von unseren Freunden Sophie und Jacques Valère vor unserem Hotel abgeholt. Die Begrüßung fiel nach zwei Jahren Abstinenz auf beiden Seiten entsprechend warmherzig aus und mit Umarmungen und Küsschen wurde ganz nach französischer Lebensart nicht gespart. Nach dem vertrauten Sich-willkommen-Heißen ging es dann gleich ins Dojo nach Le Teich. Dort hatte der Cercle d'Aïkido Traditionnel den Lehrgang mit Horst Glowinski vorbereitet. Im Vorfeld hatte es so großen Zulauf gegeben, dass die Teilnehmerzahl begrenzt werden musste. Dennoch standen über 130 Aktive auf der Matte.

Die erste Trainingseinheit begann pünktlich um 9.30 Uhr mit der offiziellen Begrüßung durch Jacques Valère, welcher uns bereits im Jahr 2005 bei seinem Besuch in Herne zu sich eingeladen hatte. Der Präsident des Cercle d'Aïkido Traditionnel, Jean-Claude Rodriguez, ließ es sich ebenfalls nicht nehmen die deutschen Gäste mit einer Ansprache aufzunehmen, die das freundschaftliche Verhältnis deutlich hervorhob. Nach ausgiebiger Rede begann dann das Training unter Leitung von Horst Glowinski, oder besser: Maître Horst. Die erste Trainingseinheit beinhaltete Techniken ohne Waffen. Der Schwerpunkt bei der Ausführung lag auf dem Einsatz des Zentrums und der Atemkraft. So steigerte Horst Glowinski durch Zentrumsarbeit nach und nach die Dynamik der Techniken, was die Teilnehmer auf der Matte ganz schön ins Schwitzen brachte. Die hohe Teilnehmerzahl und nicht minder hohe Außentemperaturen sorgten ebenfalls für Atemnot. Trotz der großen Fülle auf der Matte konnten alle Teilnehmer in einer Gruppe trainieren.

Nach der anstrengenden ersten Trainingseinheit bereiteten uns unsere französischen Freunde in der Mittagspause ein ausgiebiges Essen in der sonnengetränkten Umgebung vor dem Dojo. Doch bevor es zum Verzehr von drei mit Hirse gefüllten Hammeln kam, gab es noch eine weitere Begrüßung durch einen Vertreter der Stadt Le Teich. Dieser dankte Horst Glowinski für die Leitung des Lehrgangs und sein Engagement fürs Aikido und die deutsch-französische Freundschaft. Als Geschenk wurde Horst ein handgeschnitztes Fischerboot aus der Region Arcachon überreicht. Eine lokale Musikkapelle belebte mit Blasmusik die Szene. Nach dem offiziellen Teil hatten nun alle Aktiven Hunger; die drei wohlschmeckenden Hammel durften „endlich“ angegangen werden und wurden ohne große Mühen verspeist. Während der Pause gab es die Gelegenheit zur ausgelassenen Konversation oder aber auch zu einem Sonnenbad.

Gut ausgeruht und gestärkt fand um 16 Uhr dann die zweite Trainingseinheit statt. Maître Horst zeigte ausschließlich Techniken mit dem Jo. Zuerst wurden Schlagkombinationen Jo gegen Jo und Kataformen trainiert. Danach ging Horst Glowinski zu Angriffen mit dem Jo und Fassangriffen auf das Jo über. Bei der einen oder anderen Technik wurde die Matte nun doch zu eng und so musste in zwei Gruppen trainiert werden. Die zweite Trainingseinheit ging im Eifer des Trainings doch schneller um als gedacht und so war dann um 18 Uhr leider schon Schluss.

Nach dem gemeinsamen Training ging es direkt ins Hotel und von dort aus unmittelbar zum gemeinsamen Abendessen mit unseren französischen Freunden. Das Abendessen fand in einem recht edlen Lokal im Hafenbecken von Arcachon statt. Vor dem Lokal wurden wir zu unserer Überraschung von einer kostümierten Gruppe Franzosen empfangen. Unsere Freunde hatten sich mit typischen Trachten aus der Region verkleidet und Horst Glowinski bekam zur Begrüßung ein Ständchen gesungen. Man kann hierbei von einer wirklich gut gelungenen Überraschung sprechen. An diesem Abend wurde noch ausgiebig gefeiert und jeder Teilnehmer hatte seinen Spaß.

Trotz des Feierns ging es am nächsten Morgen gleich weiter. Das bedeutete 8 Uhr Frühstück und 9.30 Uhr Training. Jetzt wurde es ernst: Die dritte Trainingseinheit hatte Techniken mit dem Messer zum Inhalt, welche von allen Beteiligten sehr intensiv und konzentriert ausgeführt wurden. Zuvor kamen noch einige Atemkraftübungen an die Reihe, die bei den französischen Aikidoka doch für Verblüffung sorgten. Auch diese Trainingseinheit verging wie im Flug. Und ehe man sich’s versah, gab es nach dem Trainingsteil die Danksagungen und natürlich auch die Lehrgangsgeschenke.

Neben Horst Glowinski, welcher den Lehrgang für alle Beteiligten sehr interessant gestaltet hatte, wurden weitere Aikidoka bedacht. So erhielt Ada Sell vom KSV Herne die Ehrenmitgliedschaft im Cercle d'Aïkido Traditionnel von Jean-Claude Rodriguez überreicht. Ohne ihr Engagement wäre der Kontakt mit Jacques Valère nie zustande gekommen. Darüber hinaus wurde unser Übersetzer Thomas Müller- Bochat ebenso mit einem Geschenk bedacht. Ohne Übersetzer ist ein solcher Lehrgang auf Dauer einfach nicht sinnvoll durchzuführen. Die Herner bedankten sich ebenfalls für einen hervorragend ausgerichteten Lehrgang mit einem japanischen Bonsai.

Als Fazit kann man sagen, dass der Lehrgang bei allen Beteiligten sehr gut ankam und aufgenommen wurde. Hervorzuheben ist sicherlich die Tatsache, dass man erkennt, dass der Geist des Aikido immer gleich ist, auch wenn es unterschiedliche Ausführungen geben mag. So wirkten einige für uns geläufige Techniken für die französischen Teilnehmer neu. Umgekehrt haben wir uns einige Ausführungsvarianten angeschaut, die wir sicherlich als „neue“ Formen mit in unser Dojo nehmen.

Nach dem Lehrgang gab es zur Stärkung zum Mittag wieder einen Imbiss. Hierbei konnten Kontakte gepflegt und Adressen für Fotos oder E-Mails ausgetauscht werden. Nach der Mahlzeit wurden wir dann von Sophie und Jacques zum Hafen von Arcachon begleitet. Dort hatte man für uns ein Boot gemietet, mit dem wir zu den Austernbänken hinausfuhren. Bei den Austernbänken gab es die traditionellen Fischerhäuser zu sehen, die auf Pfählen aufgestellt sind und zum Teil heute noch genutzt und bewohnt werden. Auf dem Rückweg fuhr unser Skipper die Küstenlinie entlang. Vom Wasser aus hatte man einen guten Ausblick auf die luxuriösen Villen, die entlang der Küste gebaut sind. Arcachon ist ein sehr nobles Pflaster, vielleicht in etwa vergleichbar mit Sylt.

Nach der Bootstour nahmen uns Sophie und Jacques zu einer Austernfarm mit. Nach einer kleinen Besichtigung mit ausführlicher Erläuterung der Produktionsprozesse von Austern kam dann die Kostprobe. Die ganz mutigen unter uns (sind wir das nicht alle?) konnten die absolut frischen Austern kosten. Dabei kam der eine oder andere auf den Geschmack. Der Herner Rekord lag bei zehn Austern. Zum Abschluss lud uns Jacques Valère ein, am nächsten Tag auf der Düne von Pilat mit dem Katana zu trainieren. Diese Einladung nahmen wir natürlich gerne an.

Am nächsten Nachmittag ging es dann los, zu einem weiteren Höhepunkt der Reise. Nachdem der Vormittag dazu genutzt worden war, Einkäufe zu tätigen oder am Strand zu promenieren, ging es um 13 Uhr in Richtung Düne. Dort angekommen, hatten wir kurz Zeit, uns die Umge- bung anzuschauen. Kurz darauf traf die Gruppe Franzosen ein, welche unter Leitung von Jacques Valère mit uns trainieren wollte. Doch bevor trainiert werden konnte, musste erst einmal die Düne bezwungen werden. Es ist doch relativ anstrengend, eine steile Sanddüne im Gi zu erklimmen. Doch zu guter Letzt hatten wir einen Platz auf der Düne erreicht, auf dem wir mit dem Training beginnen konnten.

Jacques zeigte zunächst einige Bewegungsformen des Schwertziehens. Allein diese gestalteten sich schon schwierig in der Nachahmung. Man musste Sabakibewegungen im tiefen Sand und gleichzeitig am Hang ausführen. Dies wurde dann nochmals schwieriger, als Jacques Techniken mit Partner zeigte. Alles in allem war das Training ein wirklich außerordentliches Erlebnis, welches sicher von keinem der Teilnehmer vergessen werden wird und leider so schnell auch nicht wiederkommt. Das schöne Wetter an jenem Tag tat ein Übriges. Und so hatte dieser einen optimalen Ausklang.

Der Rest der Woche stand unter dem Slogan „Urlaub machen“. So wurde ein Ausflug nach Bordeaux organisiert, der ornithologische Park von Le Teich besichtigt und am Strand gefaulenzt. Donnerstagnacht ging es wieder in Richtung Heimat. So nahm eine wirklich unvergessliche Woche ihr Ende. Eine Fotogalerie der Reise findet sich unter www.aikido- herne.de/aikido/.

Carsten Rosengarth, KSV Herne 1920 e. V.

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Jubiläums- und Jugendlehrgang in Frankenthal

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Aikido-Clubs Frankenthal fand am 19. und 20. Juni 2010 ein Jubiläumslehrgang statt. Eingeladen waren neben aktiven Aikidoka des Aikido-Verbandes Rheinland-Pfalz  auch ehemalige Vereinsmitglieder.
Ermano Olivan (3. Dan Aikido) übernahm als Gründungsmitglied des Vereins samstags die Aufgabe, das Training zu leiten. Er schilderte in kurzen Worten die Entstehungsgeschichte des Vereins, wobei ihn unser Vereinsmaskottchen (der Aikido-Bär) unterstützte. Anschließend trainierten alle, ob groß, ob klein, ob aktiver Aikidoka oder ehemaliges Vereinsmitglied mit viel Begeisterung und Vorfreude auf das anschließende Grillfest. Beim Grillen trafen dann noch mehrere Ehemalige ein, um mit uns zu feiern und alte Anekdoten auszutauschen. Ein rundum gemütlicher Abend, der aber noch nicht das Ende des ausgeschriebenen Lehrgangs sein sollte.
Ungefähr 15 Kinder und Jugendliche nahmen an der geplanten Übernachtung auf den Matten teil. Nach Einbruch der Dunkelheit und einer ausgiebigen „Gute-Nacht-Geschichte“ wurde es langsam ruhig in der Halle, bis es am nächsten Morgen hieß: aufstehen, Brötchen sind da, frühstücken, Zähne putzen, Schlafsäcke wegräumen, umziehen und schließlich weitertrainieren. Unser „Brötchenbringdienst“ und Trainer Thorsten Neitzel (2. Dan Aikido) ließ dann sonntags das Wochenende mit einem lockeren Training für Kinder und Jugendliche ausklingen.

Simone Träger,
AC Frankenthal e. V.

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Internationaler Lehrgang der CEA in Rumänien

Wie jedes Jahr im Sommerurlaub gehörte auch dieses Jahr wieder der internationale Lehrgang der Confédération Européenne d’Aïkido zu den Dingen, die ich auf keinen Fall verpassen wollte, sind doch viel Sport und viel Spaß stets garantiert. Dieses Jahr fand der Lehrgang in Rumänien statt, ein Land, das ich schon immer bereisen wollte. Poiana Brasov, ein kleiner Ort in den Karpaten, liegt in Siebenbürgen (Transsilvanien) und ist im Winter ein beliebtes Ski-Paradies. Die nächstgrößere Stadt ist Brasov, in Deutschland eher bekannt unter dem Namen Kronstadt. In Brasov fühlte ich mich fast wie im Schwarzwald, schließlich ist es eine von Deutschen gegründete Stadt, was sich in der wunderbaren Architektur widerspiegelt.
Zum Lehrgang waren ca. 70 Teilnehmer aus fünf Ländern angereist. In der Mehrzahl waren natürlich die Rumänen, doch auch Großbritannien und Frankreich waren u. a. durch die Meister Nigel Vaughan und Michel Martin vertreten, die einige auch von Lehrgängen in Deutschland kennen. Ich war diesmal die einzige Deutsche. Aus der Türkei war ein sehr netter Aikikai-Meister angereist, mit dem wir uns blendend verstanden und unterhielten, obwohl er nur türkisch sprach und wir alle kein türkisch konnten. Aikido schweißt halt zusammen und baut Brücken.
Da das Dojo relativ klein war, wurde die Gruppe der Lehrgangsteilnehmer diesmal öfter geteilt. So hatten wir Danträger immer morgens drei Stunden Training, die Kyu­grade am Nachmittag. So konnten wir differenziert dem Niveau entsprechend arbeiten. Die Haupttrainer war Meister Dan Ionescu, 9. Dan, welcher der Präsident der CEA und Chef der Rumänischen Aikido-Födera­tion ist. Meister Ionescu zeigte wieder eine Fülle von Techniken, erklärte aber stets, dass das Wichtigste das Ausweichen und Umlenken des Angreifers ist und dass aus bestimmten Positionen eine Vielzahl von Techniken möglich sind, ob mit Waffe oder ohne. Er ermunterte uns auszuprobieren. Wenn ich den Kopf dann außen vor ließ, ergaben sich wirklich etliche Dinge, die durchaus mit Aikido zu tun hatten. Doch um den Körper so intuitiv reagieren zu lassen, bedarf es natürlich schon einiger Vorerfahrungen.


Koshi-nage mit Meister Nigel Vaughan

Das Training für die Kyugrade war denn auch stärker an vorgegebenen Strukturen orientiert. Die Meister Martin und Vaughan übernahmen diese Trainings. Nigel nahm sich wieder des Koshi-nages an und zeigte eine methodische Reihe für sicheres Fallen aus dieser Technik. Auch die Arbeit mit den Waffen kam nicht zu kurz. Meister Ionescu zeigte und erklärte im gemeinsamen Training die Vor- und Nachteile verschiedener Stellungen und Positionen unter dem Aspekt der Sicherheit. Mit dem Schwert reicht eben ein Treffer, um den Angreifer auszuschalten oder um selbst ausgeschaltet zu werden. Neben konkreten Techniken Waffe gegen Waffe übten wir auch Teile von Waffenkatas, die für mich neu und interessant waren.
Am Dienstag konnte man sich an Waffenkatas satt sehen, da im Rahmen des Seminars wieder der jährliche internationale Katanawettbewerb stattfand, bei dem jeder Teilnehmer eine vorgegebene Kata und eine selbst entwickelte Kata vorführt. Den Bokkenwettbewerb gewann ein junger Franzose, den Katanawettkampf Meisterin Gabriela Fratila aus Rumänien. Beide legten eine wahrhaft martialische Haltung und perfekte Techniken an den Tag – ein Augenschmaus.
In der Freizeit kümmerten sich die Rumänen rührend um uns. Gab es mal ein Problem, hieß es:  „Don’t worry. We will arrange that.“ Und 10 Minuten später war alles geklärt und eine Lösung gefunden. Dank unserer rumänischen Aikidoka konnte ich die wunderbare Stadt Brasov und Teile der Umgebung kennen lernen, die Berge besteigen und die Aussicht genießen, mich nach einer wohltuenden Sauna im Pool abkühlen und vor allem mich unterhalten und neue Freunde finden. Ich weiß, ich werde wieder mal hinfahren, spätestens zum nächsten internationalen Lehrgang dort. Und sicher trifft man sich auch mal in unserem Lübecker Dojo.

Frauke Drewitz,
Uni-Dojo Zanshin Lübeck e. V.

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Weltrekord im 24-h-Aikido-Training

Wir haben’s geschafft! Der Weltrekord im 24-h-Aikido-Training geht nach Kissing!

Der Anfang

Die verrückte Idee, ein 24-stündiges Ai­kido-Training abzuhalten, kam mir schon vor einigen Jahren. Vielleicht war es auf einem Bundeslehrgang, wo wir begeistert trainierten und der Lehrgang mal wieder viel zu schnell zu Ende war, als ich her­umwitzelte, man sollte einmal ein ganzes Wochenende durchtrainieren. Die Idee beschäftigte mich seitdem. Drei Grundge­danken für diesen Weltrekordversuch gin­gen daraus hervor:

Zum einen sollte Aikido in das Guiness­buch der Rekorde. Wenn man in das Gui­nessbuch schaut, findet man viele Kampf­sportarten, wie Judo, Karate, Taekwondo, Thaiboxen usw., aber nicht Aikido. Ich fand einfach, Aikido muss ins Guinessbuch.

Zum Zweiten wollte ich Werbung für un­sere Aikido-Abteilung machen. Im Aikido gibt es keine Bundesliga, keine Punkt­spiele, keine spektakulären Wettkämpfe. Wir werden von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Das gilt zumindest für Kissing, wo sich die Welt eher um Fußball und vielleicht Handball dreht. Sicherlich bringen wir immer wieder mal einen Artikel in die Zeitung über bestandene Gürtelprü­fungen, Jugendausflüge und neue Anfän­gerkurse, aber die Resonanz ist sehr be­scheiden. Mit einem Weltrekordversuch würden wir sicher Gehör finden, so dachte ich.

Der dritte und nicht weniger wichtige Gedanke zu diesem Rekord war ein wohl­tätiger Aspekt. Wenn wir uns schon die Nacht um die Ohren schlagen sollten, dann könnten wir damit auch gleich Gutes tun. Also wollten wir Geld für den „Bunten Kreis“ in Augsburg sammeln. Diese Orga­nisation unterstützt schwerstkranke und chronisch kranke Kinder sowie deren El­tern medizinisch, seelsorgerisch und finan­ziell.

Die ersten Schritte

Das waren also die drei grundlegenden Gedanken, aus denen dieser Weltrekord­versuch erwuchs. Dann folgte die Anmel­dung bei Guiness World Records, um he­rauszufinden, ob nicht schon einmal je­mand die Idee hatte, ein 24-stündiges Training abzuhalten. Ein einfacher Blick in das Buch genügt dazu nicht, da nur eine begrenzte Auswahl der Rekorde dort ab­gedruckt wird. Nicht einmal im Internet las­sen sich alle Rekorde abfragen. Um ganz sicher zu gehen muss man seinen Rekord anmelden. Es stellte sich heraus, dass es ein neuer Rekord sein würde. Also rückte ich im nächsten Training mit meiner Idee heraus. Zunächst war die Skepsis recht groß, aber je mehr wir zusammen darüber nachdachten, umso mehr Begeisterung machte sich breit. Und überhaupt, wer kann schon von sich behaupten, an einem Weltrekordversuch teilgenommen zu haben. Also selbst wenn wir gar nichts damit erreichen sollten, so könnten wir wenigstens unseren Enkeln eine coole Geschichte erzählen. So war also der Pioniergeist geweckt und wir konnten an die Planung gehen.

Die Planung

Zunächst gab es noch vieles zu orga­ni­sieren: Niemand kann 24 Stunden am Stück Aikido trainieren, zumindest nicht ohne enorm hohes Unfallrisiko, ganz zu schweigen von damit verbundenen versi­cherungsrechtlichen Problemen. Also plan­ten wir 12 Trainingseinheiten zu je 2 Stun­den, die ohne Pause aufeinander fol­gen sollten. So konnten sich die Teilneh­mer im­mer wieder regenerieren. Als Trai­ner (mit Übungsleiterlizenz) konnten wir uns zu dritt abwechseln: Peter Jäger, Michael Weigelt und Ralph Romer. Schnell stellten wir bei der Besetzung der einzelnen Schichten fest, dass unsere Abteilung alleine sehr kläglich aussehen würde, und wir hatten uns das Ziel gesetzt, in jeder Schicht mindestens drei Paare auf der Matte zu haben. Beim Zentraltraining im Oktober warben wir dann um weitere Teil­nehmer und fanden spontan Begeisterte. Der Aikido-Verband Bayern (AVBy) unter­stützte uns, indem das Landestraining (LT) und das Zentraltraining (ZT) verlegt und in unseren Weltrekordversuch integriert wur­den. Da das LT und das ZT je 2,5 Stunden dauern, ergaben sich auch 25 Stunden (statt 24 Stunden) Aikido-Training.

Die weitere Organisation gestaltete sich dann doch etwas anders als für einen gro­ßen Lehrgang: Die Wach-und-Schließ­gesellschaft, Polizei und Feuerwehr muss­ten informiert werden, dass wir dies­mal auch nachts trainieren. Ein Hausmeis­ter wurde für die 24 Stunden in Rufbereit­schaft versetzt und die Nacht­absen­kung der Heizung muss­te um­gangen wer­den, sonst hät­ten wir für die Nacht­schichten weder Heizung noch war­mes Was­ser zum Du­schen gehabt. Schließ­lich muss­ten noch Über­nachtungs­möglich­keiten im Dojo geschaffen und das Frühstück organisiert werden.

Werbung

Natürlich wollten wir für unseren Weltre­kordversuch so viel Werbung wie möglich machen. Es wurden Plakate aufgehängt, Flyer verteilt, Hin­weisschilder an­ge­bracht und Pressemit­teilun­gen her­aus­gegeben. Wir konnten be­reits Anfang Ok­to­ber bei der 60-Jahr-Feier des Kissinger Sport­clubs unseren Welt­re­kord­ver­such be­kannt ge­ben und waren damit schon das erste Mal in der Zei­tung. Es folg­ten weitere Vor­an­kün­digungen in der Presse. Ein loka­ler Ra­dio­sen­der brach­te uns dann auch in den Nach­rich­ten und im Veranstal­tungs­kalen­der. Bür­ger­meister, Ge­mein­deräte, Vor­stände an­de­rer ortsan­sässiger Vereine und Geschäfts­leute wurden eingeladen. Wir suchten noch nach Sponsoren und konn­ten eine Land­bäckerei gewinnen. Sie steu­erte je 50 Semmeln und Brezeln für unser Frühstück bei. Damit konnten wir sogar noch unsere Aikido-Kinder und Ju­gendli­chen am Sams­tag­mittag versorgen. Eine Druckerei fertigte un­sere Aikido-Schriftzeichen und den Weltre­kord­schriftzug. Unser Wirt stellte in der Paartal­halle Getränke und jede Menge Kaffee für die Nacht kostenlos zur Verfü­gung. So waren wir bestens ausgerüstet und es konnte endlich losgehen.

Ablauf

Am Freitag, den 10.11.2006, um 16 Uhr, begann dann unser Weltrekordversuch. Peter Jäger übernahm die beiden ersten Schichten als Jugendtrainer zusammen mit ca. 25 begeisterten Kindern und Jugend­lichen. Am Abend trafen dann die Delega­tionen aus Nürnberg, Türkheim, Gaißach, Dachau und Augsburg ein und unterstüt­zen uns tatkräftig durch die Nacht sowie am nächs­ten Tag. Viele trainierten in meh­reren Schichten, gönnten sich eine kurze Pause im Schlafsack, kamen dann ver­schlafen wieder auf die Matte und begeis­terten sich für eine weitere Trainings­ein­heit.

Einen der schönsten Augen­blicke durf­ten wir wäh­rend des Trai­nings von sechs bis acht Uhr erleben, als der Morgen zu grauen begann und uns einen Bilder­buch-Sonnenaufgang bescherte. Bei dem an­schließenden herz­haften Frühstück konn­ten sich dann einige Teilnehmer stär­ken, während natürlich auf der Matte fleißig weiter trainiert wurde.

An dieser Stelle un­serem Schriftführer Josef Nemeth noch einmal herzlichen Dank für die Organisa­tion des Frühstücks und die Verköstigung unserer Aikido-Kinder und ‑Jugendlichen. Vermutlich hat Josef einen eigenen Weltrekord im Dauer-Kaffee-und-Tee-Kochen aufgestellt.

Am Samstagnachmittag im LT mit Horst Hahn, 4. Dan und 1. Vorsitzender des AVBy, bekamen wir auch noch Besuch vom Regionalfernsehen! Der Bericht lief dann am Sonntag in den 18-Uhr-Nach­rich­ten. Wir wurden insgesamt dreimal (auch nachts) von der Presse besucht, die uns eine sehr gute Berichterstattung bot.

Am Ende des ZT mit Wolfgang Schwat­ke, 5. Dan und Technischer Leiter des AVBy, war es dann endlich geschafft: Welt­rekord!

Danke

75 Teilnehmer (ohne Mehrfachnennun­gen) aus 8 verschiedenen Vereinen in ganz Bayern haben teilgenommen. Schön, dass sich so viele begeistern ließen und mit uns zusammen diesen Weltrekord auf­gestellt haben! Danke an die Vertreter der folgen­den Vereine, dass sie mit dabei ge­wesen sind:

  • TSV 1891 Türkheim e. V.
  • SC Gaißach e. V.
  • PSV Nürnberg e. V.
  • TSV München-Milbertshofen e. V.
  • ESV Augsburg e. V.

Vielen Dank auch dem AVBy für die Unter­stützung.

Was wurde aus den drei Grundgedan­ken dieses Weltrekordes?

Den Weltrekord haben wir geschafft, ob wir damit auch im Buch abgedruckt wer­den, bleibt abzuwarten. Wir hoffen, dass Guiness World Records unseren Einsatz mit dem entsprechenden Eintrag ins Gui­nessbuch würdigt.

Gehör konnte sich die Aikido-Abteilung in Kissing mit diesem Weltrekordversuch teilweise verschaffen: Wir wurden von den Medien sehr gut wahrgenommen. Als Vor­ankündigung erschienen Artikel in drei verschiedenen Lokalzeitungen.

Am Montag danach erschien ein viertel­seitiger Artikel mit drei Fotos im Regional­teil der Augsbur­ger Allgemeinen. Im Lokal­radio kamen wir im Veranstaltungskalender und in den Nachrichten. Und das lokale Fernsehen sendete sogar einen Bericht über uns.

Zuschauer hatten wir auch nicht gerade wenige. Bürgermeister, Gemeinderäte und Vertreter anderer Abteilungen und Vereine besuchten uns und trugen auch ihre An­teile zu unserer Spendenaktion bei. Aller­dings fanden sich zum nächsten Anfänger­kurs am darauf folgenden Freitag nur zwei Teilnehmer ein und das waren Väter von Kindern aus unserer Aikido-Kindergruppe. Somit ist der Versuch, neue Mitglieder zu gewinnen, nicht zufrieden stellend gelun­gen.

Und der wohltätige Zweck? Wir konnten dem „Bunten Kreis“ über 400 € von spen­dablen Zuschauern und Teilnehmern über­reichen. Allen Spendern nochmals vielen Dank!

Alles in allem war es ein außergewöhn­liches Erlebnis, an das wir uns bestimmt noch lange erinnern werden. Vielen Dank an alle, die begeistert mit dabei waren, or­ganisiert haben und zum Gelingen des Weltrekords beigetragen haben.

Bilder und die Zeitungsartikel findet ihr unter www.aikido-kissing.de

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Alfred Heymann in Walldorf

Am ersten Wochenende im Juni hatten Aikidoka aller Altersklassen und Graduierungen die Gelegenheit, an einem Aikido-Lehrgang der TGS Walldorf teilzunehmen. Als Lehrer konnte die Abteilung den Bundestrainer Alfred Heymann gewinnen. Rund 50 Aikidoka aus Hessen und den angrenzenden Bundesländern ließen sich eine Teilnahme nicht entgehen. Nach der rituellen Begrüßung und der Aufwärmgymnastik ging es gleich mit den Abwehrtechniken zur Sache.
Zunächst wurde die Technik von Alfred vorgeführt, dann hatte man die Gelegenheit, diese selbst nachzuvollziehen. Das erwies sich manchmal als nicht so einfach, wie es aussah. Aber auch wenn es mal nicht so klappen wollte, gab es immer eine Lösung: Entweder hatte man Glück und einen Partner mit Durchblick oder, wenn etwas absolut nicht klappen wollte, dann wurde es geduldig noch einmal herausgearbeitet.
Rücksichtnahme auf den Angreifer ist im Aikido eine wichtige Sache. Für aus Sicht des Angreifers besonders unangenehme Techniken empfahl Alfred die Wahl eines Partners, den man nicht mag. Dummerweise wird aber immer zwischen Angreifer und Verteidiger gewechselt ...
Das Training war nicht nur wegen der Außentemperaturen schweißtreibend, weshalb wir sehr dankbar für die eingelegte Trinkpause waren. Im Anschluss an das Training aßen wir gemütlich gemeinsam zu Abend.
Am Sonntag standen Techniken mit dem Stab auf dem Programm. Bereits für die Aufwärmphase wurde der Stab verwendet. Dabei liegen den Abwehrtechniken mit Stab dieselben Prinzipien zu Grunde wie ohne Stab, nur dass man die Formen mit Stab noch präziser durchführen muss ...
Mit einem Imbiss ging dieser sehr beeindruckende Lehrgang, welcher sicher nicht nur mir sehr viel Spaß gemacht hat, zu Ende.

Friedhelm Gernandt,
SKV Mörfelden e. V.

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„Das Zentrum ist nicht hinten“

... erklärte Bundestrainer Alfred Heymann am Samstag, dem 24.10.2009, während des Bundeslehrgangs am Frankfurter Flug­hafen, als er eine Technik vorführte: Kote-mawashi. Zwar war diese wohl allen Teil­nehmern von „Blau“ bis „Schwarz“ bekannt, aber mit der Ausführung war der Meister dennoch nicht so schnell zufrieden! Also ließ er mehrere Sequenzen daran üben, bis er zur nächsten Technik überging. Wie in der Ausschreibung angekündigt, kam das Bokken zum Einsatz – wieder korrigierte er, bis es bei den Teilnehmern einigermaßen klappte.
Am Sonntag – fast alle waren pünktlich,  schließlich forderte die Zeitumstellung ihre Opfer! – waren Messertechniken das Hauptthema. „Na, den Sonntagmorgen hast du dir wohl auch anders vorgestellt!?“, musste sich der gequälte Uke anhören.
Unter dem Motto „Denkt daran, das Messer ist aus Solingen!“ versuchten alle, beim Training den Ernst der Lage zu be­denken und bei der Ausführung umzuset­zen. Und um den Selbstverteidigungseffekt noch mehr hervorzuheben: „Gefährlich ist nicht das Messer, sondern die Person, die das Messer führt.“
Ergebnis des Bundeslehrgangs: Auch wenn man schon jahrzehntelang Aikido trainiert, gibt's immer noch was zu verbes­sern!

Jenni Härtig,
TGS Walldorf e. V.

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Spielräume ausschöpfen

 „Warum darf sich ein Prüfling bei einer Danprüfung nicht auch während der Über­prüfung oder bei den Messertechniken von mehreren Uke angreifen lassen?“ Diese Frage stellte ich auf dem Bundeslehrgang in Bad Blankenburg unseren beiden Bun­destrainern  – nicht ohne das befriedigende Gefühl bahnbrechender Innovationskraft.
Die Gegenfrage Meister Heymanns: „Wo steht denn, dass dies nicht möglich sei?“ Es ist also möglich und ich möchte es mit diesem Artikel propagieren.
Worum geht es? Ich schlage vor, dass Prüflinge in den genannten Graden ermu­tigt werden, sich während der Prüfung – wo immer möglich – von mehreren Uke an­greifen zu lassen.
Das Prüfungsgeschehen würde – mei­nes Erachtens – in mehrerlei Hinsicht profi­tieren:
1.    würde die Prüfung flüssiger vonstatten gehen. Drei Uke z. B. können einfach schneller angreifen als der oder die schnellste „Einzeluke“;
2.    würde der Forderung der Prüfer/-innen: „angreifen!“ eine realistischer Chance gegeben. Jeder, der schon einmal Uke war, weiß, dass man nach dem vierten frei gefallenen Kokyu-nage gegen Yo­komen-uchi nicht mehr voll angreifen kann, zumindest nicht  ohne kurze Pause;
3.    könnte Nage demonstrieren, dass er/sie sich auf verschiedene Uke einstellen kann, sprich in der Lage ist, angemes­sen situationsbedingt zu reagieren.

Ich sehe hier eine Chance, die unsere Prüfungsordnung – denen die sie nutzen wollen –  weise ermöglicht.

Roger Zieger,
AVBB

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Aikido-Skilanglauf- Lehrgang 2007

Premiere! Seit zwei Jahren mache ich Ai­kido und fuhr zum ersten Mal zum Herzo­genhorn. Dann bekam ich auch gleich noch die Ehre, einen Lehrgangsbericht verfas­sen zu dürfen. Lieber Volker, danke für dein Vertrauen! Mein Be­richt soll so viele wie möglich von euch dazu animieren, sich für den nächsten Horn-Lehrgang an­zumelden. Warum? Weil es einfach mega cool ist, weil es eurer Seele und eurem Körper gut tut, weil ihr eine Menge lernt und Spaß habt. Aber langsam, alles schön der Reihe nach …

Eine Woche von zu Hause weg, keine streitenden kleinen Monster um mich herum, keine nie endende Hausarbeit, kein ewiges Essenkochen, was sowieso nicht gewürdigt wird, keine einschläfernde Haus­aufgabenkontrolle, keine neckischen Kolle­gen auf der Arbeit, keine wachsamen Bli­cke vom Chef. Hm, klingt doch verlockend – oder? Warum dann diese Zweifel? Eine Woche lang ohne die eigenen drei Kinder, ohne die wilden Horden vom Aikido-Kin­dertraining? Läuft alles ohne mich? Habe ich ein Recht auf Erholung? Ist es nicht … blablabla! Na Gott sei Dank gibt es Aiki­doka, die einen gern haben und überreden, doch mitzufahren.

Also fuhr ich los, versuchte den Stress hinter mir zu lassen und die Woche zu nut­zen, um über meinen Liebeskummer hin­wegzukommen. Ich wusste ja, ich würde mir mit Lilo ein Zimmer teilen, und das be­ruhigte mich ein wenig. Die Anreise vom hohen Norden ins Schwarzwaldgebiet war lang und schürte meine Nervosität vorm Skifahren. Noch nie stand ich auf solchen „Brettern, die die Welt bedeuten“ und eisi­ger Winter war für meine mediterrane Ge­sinnung eher eine grauenvolle Vorstellung. Die Tatsache, dass mein Aikido-Kollege Victor auch noch nie auf Skiern stand und tröstend meinte: „Wir teilen uns den Idio­tenhügel!“, besänftigte meine Angst. Auch war ich noch nie in der Sauna, aber dafür hatte ich ja Thomas, einen erfahrenen Saunagänger, der meine Angst etwas ein­dämmte. So blieb nur noch die Frage offen: Habe ich wirklich die richtigen Klamotten mit oder werde ich mich zu Tode frieren, weil die Sachen so dünn sind? Ich hatte mit Rolf, meinem Meister, einen erfahrenen Ski-Läufer beim Shoppen zur Seite gehabt, also dürfte alles in Ordnung sein. Eigentlich keinerlei Gründe, sich Sorgen zu machen. Eigentlich … Aber ihr merkt schon, ich hat­te bis dato eine ziemliche innere Un­ruhe.

Nach der langen Zugfahrt brachte uns ein Bus zum Fuße des Berges und wir mussten dann „auf Schusters Rappen“ hin­auf zum Herzogenhorn. Unser Gepäck hin­gegen wurde von einem Kleinbus hochge­fahren. Klasse, dachte ich mir, der „Spaß“ fängt ja gut an. Patrick, Sabine, Thomas, Anja, Victor und ich entschieden uns für den „Irimi-Weg“ und kraxelten mehr oder weniger fröhlich den Berg hinauf. Dabei rutschten wir aufgrund des Eises einige Male aus und erschwerten uns durch stän­diges Gelächter selbst den Weg. Kurzum: Der Anfang war schon mal ’ne Gaudi! Oben angekommen bezogen wir unsere Zimmer. Sonny (sie hatte das Jahr davor Premiere) zeigte uns die Räumlichkeiten, sodass das anfängliche Labyrinth ver­schwand. Nach dem Abendessen gab’s noch einen kleinen Absacker und dann sackte ich auch ab. So tief und fest hatte ich schon lange nicht mehr geschlafen. Die Luft dort oben ist für unsere „Flachland-Lungen“ eine wahre Wohltat!

Am nächsten Morgen dann stand ich das erste Mal auf Skiern! Meine Ge­danken: Boh ey, ist das blöd! Was mache ich hier? Was soll das Ganze? Wofür ist das gut und … wo zum Teufel ist mein Zentrum geblieben? Kaum zwei Bretter unter den Fü­ßen und schon ver­ab­schiedet sich mein Gleich­gewichtssinn. Na toll! Ab­gesehen davon standen mir auf den Pisten ent­schieden zu viele Tan­nen im Weg … und Heidel­beeren esse ich lie­ber, anstatt mit ihnen zu schmusen. Übri­gens gibt es dort oben haufenweise Hei­del­beer­felder, ich kenne mittlerweile fast jedes! Helmut, unser Ski-Lehrer, hatte es nicht einfach mit mir. Tja und als mir dann auch noch das Mittagessen nicht schmeckte, stand für mich fest: Alles für die Katz! Ski fahren kann ich nicht, rauchen darf ich hier nur draußen und Sonne, Strand und Meer gibt es hier auch nicht gerade in Hülle und Fülle. Hoffentlich fängt bald das Aikido-Training an, das beruhigt immer so schön.

Vorher ging es allerdings noch in die Sauna. „Super“, dachte ich mir, „heiß, tro­cken und öde hier. Wie kann man beim Nichtstun nur so ins Schwitzen kommen?“ Dann noch abduschen, ruhen und wieder rein. Langweilig, sinnlos und albern! Tho­mas aber meinte, es würde dem Körper und der Seele gut tun, entgiften und für einen stabileren Kreislauf sorgen. „Pöh, wen interessiert das schon?“, aber da ich hier eh ’ne Woche „gefangen“ bin … Und tatsächlich, nach der dritten Runde Sauna merkte ich, wie es anfing, gut zu tun. So innerlich erfrischend! Abgesehen davon ist es schwer, seine negative Einstellung bei­zubehalten, wenn so viele liebe Aikidoka um einen herum sind.

Nach dem Abendbrot kam dann endlich das erste Training! Ich war ganz in meinem Element, genoss die präzise erklärten Vor­gaben von Volker, freute mich, dass sein Lieblings-Uke Patrick, mein Kollege aus dem Samurai-Camp, hin und her flog, und stellte mit Entzücken fest, dass Helmut und ich zwar nicht auf Skiern, dafür aber im Aikido sehr gut harmonierten. Na, das war doch was!

Abends saßen wir alle zusammen, un­terhielten uns und/oder spielten miteinan­der. Viele, wie z. B. Susanne oder auch Reiner, waren schon zum x-ten Male dabei, und diese tolle Mischung aus „alten Hasen“ und „Greenhorns“ sorgte für eine lockere Atmosphäre und ein harmonisches Mitein­ander. Ich fing an, mich wohl zu fühlen. Bis dann der Donnerstag kam! An diesem Tag findet traditionell der Ausflug auf Skiern statt. Eine Herausforderung für den „Ski­iten“, eine Bewährungsprobe für den Neu­ling und eine Verzweiflung für so einen „Anti-Ski-Hasen“ wie mich! Stundenlang auf Skiern, bergauf und bergab, mit und ohne Loipe, eisiger Wind, der einem ins Gesicht peitscht. Holla, die Waldfee, für mich war es die reinste Pein. Ich war an meinen Grenzen angelangt, meine Kräfte hatten mich komplett verlassen, meine Mo­tivation war auf dem Nullpunkt und meine Nerven lagen blank! Ich konnte nur noch heulen und – wenn wieder genug Kraft vorhanden war – schimpfen wie ein Rohr­spatz!

Meine Patin Anja (jeder Neue bekommt einen Erfahrenen zur Seite) hatte eine En­gelsgeduld mit mir. Trotz meines dämoni­schen Verhaltens, der brutalen Vorwürfe, die ich ihr machte, und der kompletten Schuldzuweisung, die ich ihr mit bewun­dernswerter Überzeugung gab, behielt Anja die Nerven und war stets um mein Wohler­gehen bemüht! Anja, ich bewundere dich und danke dir an dieser Stelle ganz herz­lich! Auch dir, Helmut, danke ich für deine unendliche Geduld mit mir und deine liebe­volle Fürsorge.

Wenn selbst so eine „Ski-Legasthenike­rin“ wie ich diesen Ausflug überlebt hat, werden Leute wie ihr dabei richtig Spaß haben. Also anmelden! Am Abend ging es mir sogar schon wieder gut und beim Tan­zen konnte ich so richtig aus dem Vollen schöpfen. Wie schön der „bunte Abend“ ist, müsst ihr selbst erleben. Da wird Pro­gramm geboten, das es in sich hat: Peter ist ein „Master of Ceremony“ wie ein Ado­nis unter den Göttern, und ich sage nur: „And the Oscar goes to Hesti!“ Selbst erle­ben, selbst erleben!

Übrigens, meine „leichte“ Reizbarkeit am Ausflugstag beruhte auch auf Entzugs­erscheinungen. Ich habe auf diesem Lehr­gang endlich dem Zigaretten„genuss“ ade gesagt! Dank der ständigen Motivation durch Lilo fiel das sogar recht leicht. Das allein ist doch schon die Reise wert gewe­sen – oder?! Meine innere Unruhe ist er­heblich geschrumpft, ich habe gelernt zu entspannen. Kurzum, ich bin wie neu gebo­ren. Voller Tatendrang und Schöpferkraft. Dieses Feeling wünsche ich jedem von euch. Also anmelden! (Nein, ich kriege keine Provision von Volker – oder? Grins!)

Leute, das Essen schmeckt, die Zimmer sind schön, das Personal ist freundlich, die Räumlichkeiten sind sauber und gepflegt, das Panorama (mit Blick auf die Alpen!) ist traumhaft, das Dojo ist bezaubernd, Vol­kers Training ist sehr lehrreich und Ski fah­ren macht Spaß! Ja, ihr habt richtig gele­sen! Aller Anfang ist schwer, aber ich denke, nächstes Jahr wird’s etwas besser ge­hen und so langsam aber sicher kann dann auch ich mal die Piste runtersausen, ohne mich dabei der „Erdanziehungskraft“ hinzu­geben. Reicht jetzt schon mal Urlaub ein, dann kann nichts schief gehen. Be­sorgt euch einen Babysitter und gönnt euch die­se Auszeit (die Lütten brauchen auch mal eine Auszeit von Mom und Dad). Jeder von uns hat es sich verdient. Der Partner­schaft tut eine kurzfristige Trennung auch mal gut … Wenn ihr – so wie ich – blaue Flecken an den Knien erntet vom „Ski Fal­len“, könnt ihr damit zu Hause wie ein Kriegsveteran Eindruck schinden. Wenn das nötige Kleingeld fehlt, gebt euren Schmuck, DVD, PC oder dergleichen ins Pfandhaus.

Ach, da war ja noch was: 31 Teilnehmer waren wir insgesamt, 10 davon aus Schles­wig-Holstein. Das bedeutet, das schönste Bundesland der Welt kam mit der größten Delegation. Wir „Fischköppe“ bil­deten ca. ein Drittel des Lehrgangs. Wenn man das politisch wertet, sieht manch ein „Depp“ rot – oder war es schwarz? Egal, wir „Sau­preußen“ kommen auch im nächsten Jahr wieder mit einer starken Einheit. Welches Bundesland will versu­chen, uns zu über­trumpfen? Wir könnten den Lehrgang auch nutzen, um einen nati­onalen Kulturaus­tausch zu fördern. „Weiß­wurscht“ aus Bayern, Marzipan aus Lü­beck, irgendetwas Schönes aus Rheinland-Pfalz, Bananen aus den neuen Bundeslän­dern – hihi, ich liebe es zu reizen … Ich freue mich auf jeden, der bei dieser Gaudi dabei sein wird, und hoffe, dass zwecks Anmeldungen bei Volker die Leitung zu­sammenbricht.

Wir sehen uns auf dem Horn!

Patricia Siedler, Kaltenkirchener TS von 1894 e. V.

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Aikido mit klarer Sicht aufs Horn

Vom 7. bis 14. August fand der Landes-Wochenlehrgang ab 4. Kyu des Aikido-Ver­bands Baden-Württemberg im Leistungszentrum Herzogenhorn statt; in diesem Jahr geleitet von Martin Glutsch, 6. Dan Aikido.
Um 19.15 Uhr trafen wir uns zum ersten Aikido-Training in der Sporthalle, die dank dem Bild von Ueshiba, einem schönen japanischen Aikido-Schriftzug und einem Ikebana von Gaby jetzt eher einem Dojo entsprach. Sogar die große Fensterfront wurde von uns geputzt, um Durchblick zu gewinnen.
Martin gestaltete das Aufwärmen als spielerische Kennenlern-Phase, in der sich sehr schnell gute Laune verbreitete. Das eigentliche Aikido-Training startete er auf seine gewohnt lockere Art mit typischen Shiho-nage-Eingängen, auf die er verschiedene passende Aikido-Techniken folgen ließ. Sehr schnell stellte sich eine heitere und vertraute Atmosphäre ein, nicht zuletzt auch dank der vielen alten Hasen unter uns, die sich schon von vergangenen Lehrgängen kannten. Nach dem Training saßen wir gemütlich in der Gastwirtschaft zusammen und ließen den Abend entspannt ausklingen.
Ab 7.30 Uhr gab es morgens ein reichhaltiges Frühstück, wo für jeden Geschmack etwas dabei war, vom eingefleischten Obst- und Körner-Freak bis zum ausgeprägten Käse- sowie Wurst-und-Schinken-Liebhaber kam jeder auf seine Kosten.
Zuvor waren einige Kursteilnehmer schon aktiv gewesen, da sich hierfür einige attraktive Möglichkeiten boten, wie etwa ein Spaziergang auf das Herzogenhorn, das Schwimmen im Hallenbad oder auch eine dreimal 25-minütige Meditation mit Jochen.


Meister Martin Glutsch, 6. Dan

Martin gestaltete das Aikidotraining über die ganze Woche hindurch auf sehr abwechslungsreiche Weise: Die meisten Aikido-Techniken der Kyu-Grade bis zum Braungurt wurden gezeigt, zudem Tenchi-nage und einige Kokyu-nage-Formen.
Er leitete in der Regel neue Eingänge/Techniken mit passenden Vorübungen ein und entwickelte dann schrittweise die neue Technik. Er zeigte immer wieder Bewegungsverwandtschaften auf, unter anderem, indem er auf gleichbleibende Eingänge verschiedene Techniken folgen ließ. So behielt das Training immer seinen „roten Faden“. Jeder konnte dem Training folgen. Dies wurde auch dadurch erleichtert, dass wir genug Zeit hatten, eine bestimmte Technik einzuüben und einzuschleifen, dass zudem eine gute Durchmischung der Trainingspartner stattfand und recht viele höhere Kyu-Grade und Dan-Träger vertreten waren, denen die Techniken nicht ganz fremd waren.
Martin führte die Aikido-Techniken auf seine gewohnte Weise sehr locker und dynamisch aus, insbesondere dann, wenn er einen fortgeschrittenen Uke hatte. Nachfolgende Details bzw. Korrekturen zeigte er dagegen so langsam und deutlich, dass er ohne weitschweifige Erklärungen auskam. Wichtige Schlüsselpositionen stellte er heraus und wies immer wieder auf den großen Stellenwert der Gleichgewichtsbrechung hin. Letzteren Aspekt übte er mit uns in diversen originellen Vorübungen ein, bei denen Uke und Nage meistens lediglich durch Berühren der Hände lose „gekoppelt“ waren, sodass es für beide zu einer interessanten Wahrnehmungsübung wurde.
Nur in Ausnahmefällen zeigte Martin weitergehende komplizierte Verkettungen, womit er dann aber die meisten von uns überforderte.
Martins Umgang mit seinem Trainingspartner waren stets „uke-gerecht“ bzw. an den Angreifer angepasst, Hebel waren sehr zwingend und effektiv, dabei aber wohl-dosiert, sodass der Uke nicht unnötig Schmerzen erleiden musste.



In den ersten drei Tagen wählte Martin vornehmlich männliche Dan-Träger als Uke aus, was ihm gestattete, ein recht dynamisches Aikido zu zeigen. Lediglich für die Kuscheltechniken (Irimi-nage) nahm er seine Frau Gaby dran. Als daraufhin unsere Kursteilnehmerin Dagmar sich abends eine höhere Frauenquote wünschte, deklarierte Martin den folgenden Tag zum „Frauentag“ und nahm dann alle unsere weiblichen Aikidoka (etwa 30 % der Teilnehmer) als Uke dran. Auf besonderen Wunsch eines einzelnen (gleichnamigen) Herrn wurde der Folgetag zum „Marc-Tag“ deklariert. An den verbleibenden Tagen wurden die restlichen Teilnehmer als Uke rangenommen, denn als Uke hat man den ungeheuren Vorteil, die Technik genau zu spüren und zu erleben.
Abends wurde vornehmlich mit den Waffen geübt, neben Stab und Schwert auch mit dem Messer. Am Montagabend war das Wetter so schön, dass wir das Training mit dem Bokken draußen auf dem Fußballfeld in der untergehenden Abendsonne durchführen konnten.
Ein besonderes Highlight stellte unsere Mittwochs-Wanderung mit Gaby nach Bernau und zur Krunkelbach-Hütte dar. Der steile Abstieg nach Bernau bescherte uns bei schönem Wetter eine gemütliche Runde im idyllischen Garten bei Kaffee und Schwarzwälder Kirschtorte im Bernauer Hof. Der beschwerlichere Teil der Wanderung war der anschließende Aufstieg zur Krunkelbach-Hütte, wo uns Martin und einige andere Teilnehmer schon erwarteten. Dank des zünftigen Vespers mit frisch gebackenem Brot, Käse, Wurst und Schinken, vor allem des reichlich getrunkenen Heidelbeer-Weins kam eine sehr lebhafte und lustige Stimmung auf, die sich abends nach der Rückkehr zum Herzogenhorn fortsetzte. Das Programm war noch nicht zu Ende, denn Jochen bot einen Tanzkurs in Salsa an.
Im Lauf der Woche wurden unsere Knochen schwerer und schwerer, sodass wir am Samstag mit einem weinenden und einem lachenden Auge aufbrachen, einige schon nach dem Frühstück, die meisten jedoch nach absolviertem Morgentraining und Mittagessen.
Alles in allem war dieser Lehrgang sehr gelungen, eine runde Sache, dank Martins hervorragendem Aikido-Training, Gabys und Martins herzlichem Umgang mit uns, dem engagierten Fleiß der Aikidoka und der miteinander erlebten Freude.

Marc Schroeder,
DJK Germania Lenkerbeck 1955 e. V.
Klaus Ahmann,
Aikido-Verein Esslingen e. V.
 

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BWL IV 2009, HZH

Der Klassiker schlechthin stand ins Haus: ein Bundeswochenlehrgang auf dem Her­zogenhorn. Zwei Dinge, die auf jeden Fall von jedem Aikidoka irgendwann einmal besucht werden sollten: ein Wochenlehr­gang und natürlich das berühmt-berüch­tigte Herzogenhorn – liebevoll von allen nur „Horn“ genannt – inmitten des Schwarz­waldes, in der Nähe des Titisees und des Feldbergs. Alleine diese beiden Argumente sollten ausreichen, die Matte des Horns mit willigen Freiwilligen zu füllen.
Als nun auch der Name des Meisters bekannt wurde, kam es schnell zu einer Überfüllung, die leider dazu führte, dass einige Teilnehmer in dem weiter unten auf dem Herzogenhorn gelegenen Gasthaus Wasmer untergebracht werden mussten.
Hubert Luhmann, 6. Dan und uns Wall­dorfern noch bestens bekannt durch den Landeslehrgang im Jahre 2007 in der Walldorfer Stadthalle, sollte uns durch die Woche führen und den Weg des Aikidos ein wenig mehr ausleuchten. Nach den anfänglichen organisatorischen Dingen ging es dann auch schnell in die Halle, um die Matten aufzubauen.
Teilen mussten wir uns die Matte mit Aktiven einer Tennisgruppe, Basketballern und Gewichthebern, was mit der anfängli­chen Aussage versehen war, dass wir die Matte vor und nach jedem Training auf- und wieder abbauen sollten.
Zum Glück konnten wir uns mit den Akti­ven so einigen, dass dies nur ein paar Male geschehen musste und wir am Ende dann die Matte liegen lassen konnten. Puuh.
Hubert begrüßte uns auf der Matte und gab einen kleinen Ausblick auf die nächs­ten Tage. Drei Einheiten pro Tag: Nach dem Frühstück, dem Mittag- und dem Abend­­essen durften wir uns seinem Aikido nähern. Am Ende würden wir dann fol­gende Dinge „können“: alle Techniken bis zum 1. Dan, die 1. Kata, die kleine Bokken-Kata und Randori.
Okay! Is’ klar! Dann mal los! :-)
So schufteten wir die nächsten Tage, um des Meisters würdig zu sein. 40 Leute auf der Matte bedeuten natürlich auch 40 Ukes. So konnten wir an den unterschied­lichsten Typen, Weiblein oder Männlein, 5. Kyu oder 2. Dan, 50 Kilo oder 95+ Kilo mit Dialekten aus allen Teilen Deutsch­lands üben, üben und nochmals üben. Hu­bert ließ uns die Techniken immer in lan­gen Zeiträumen erfahren, schritt durch die Reihen und korrigierte, wo etwas zu korri­gieren war. Durch das Wechseln der Ukes wurden auch schnell Kommunikationsbar­rieren abgebaut, was dazu führte, dass nach getaner Arbeit die Sauna stark fre­quentiert war und Ute (für die, die sie nicht kennen: die Gute Seele des Quartiers) „ei­gentlich nach“ Feierabend uns noch mit dem einen oder anderen Getränk für die müden Knochen versorgte.
Selbstverständlich gab es auch den un­vermeidlichen Gang zum Gipfelkreuz des Herzogenhorns – als Beweis der Eintrag in das „We-did-it-Buch“ („Lieber Gott, wir ha­ben Körperkater!“) – und den Klassiker schlechthin: die Krunkelbachhütte.
Der Weg, alleine schon eine Herausfor­derung, wird übertroffen
a.)    von der Freundlichkeit der Bedienun­gen und
b.)    der Qual der Wahl nach der Frage des Getränkes.
Manch ein Tisch löste dieses Problem pragmatisch und bestellte gleich drei Fla­schen unterschiedlicher Sorten.
Einen detaillierten Bericht über den Rückweg werden wir uns hier sparen; nur soviel: Es kamen alle unbeschadet wieder im Leistungszentrum an – früher oder später.



Trainingsalltag: Hubert bewies viel Ge­duld mit den Teilnehmern. Er erklärte seine Sicht des Aikidos, welches er aus der Pra­xis bei der Polizei stets verfeinert hatte – so erläuterte er beispielsweise, wann und wa­rum er eine Technik ein wenig anders als andere Meister ausführte. Für die meisten bleibt Aikido eine theoretische Selbstver­teidigung – welcher Aikidoka lässt es schon gerne zu einer handfesten Auseinan­der­setzung kommen? Und so führte uns Hu­bert ein durch Praxis geprägtes Aikido vor. Nur ein Beispiel sei genannt: Bei ei­nem Messerangriff will der Gegner den an­deren töten oder zumindest verletzen. Das führt dazu, dass man Messertechniken ohne große Ausweichmanöver-„Schnörkel“ durchführen und stattdessen einfach und direkt arbeiten sollte.
So lernten wir Schritt für Schritt Aikido als „Baukastenprinzip“ kennen. Denn alle Techniken lassen sich aus nur zwei Situa­tionen aufbauen: mit Angriff Katate-tori auf entweder Ude-osae oder Shiho-nage. An alle Techniken wurden wir „sanft“ heran­geführt. Die Lehreinheit zu Aiki-otoshi und Koshi-nage begannen mit der jeweili­gen Fallschule, um Verletzungen zu ver­meiden. „Unbeliebte Techniken“ oder Techniken aus „ungeliebten Angriffen“ wurden so fast zum Kinderspiel.
Auch eine vielen Teilnehmern noch un­bekannte Technik (weil noch nicht in der Prüfungsordnung bis 1. Dan) war ins Trai­ning aufgenommen: Ude-kime-osae. So konnten wir stets unseren Horizont erwei­tern.



Im letzten Training beispielsweise war das Programm „Wünsch dir was!“ Viele der Teilnehmer wünschten sich einen Hebel, der je nach Meister sehr unterschiedlich ausgeführt wird: Kote-mawashi tenkan. Hier lernten wir nochmals näher Huberts Art kennen – und damit eine, die sich auf­grund von Eselsbrücken auch gut merken lässt: „Das Handgelenk verdichten. Mit weichem D – D wie Dauerschmerz!“ Und auch die weitere Verhebelung erklärt sich völlig logisch: „Dafür hat der liebe Gott extra die Kote-mawashi-Schwimmhäute gemacht.“ (Eigentlich wollten alle 30 Teil­nehmer, die sich diese Technik wünschten, Peter zum Uke haben.)



Wer nun noch nicht gemerkt hat, dass wir zwar mit dem nötigen Ernst, aber nicht ohne Spaß trainiert haben: Hier noch ein paar Sprüche: „Nix los hier! Nur Gegend! Und davon viel!“ – Zwischendrin und vor allem am letzten Tag gab es Abwechslung: weiße Gegend!
Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir noch nicht so gut sind wie Hubert, meinte der nur trocken: „Ich komm dann in 35 Jahren nochmals vorbei und überprüfe das.“
Den Hessen ein bekannter Spruch: „Äp­pelwoi Hals enoi“ dürfte dem ein oder an­deren Teilnehmer noch im Sinn sein (Es Stöffche muss halt immer dabei sein).
Zum guten Schluss mit dem gebührli­chen Respekt: Gratulation an Marlene, Bir­git, Henning, Ralf, Thomas, Kurt und Silvio zu den bestandenen Prüfungen. Klasse gemacht!
Fazit: großes Dankeschön an Hubert und Ute. Aber auch an alle Teilnehmer für die gute Laune und den Spaß, welche so eine Woche auch unvergessen machen ...
Hubert und Horn, Ihr werdet uns auf je­den Fall wiedersehen.
Der Weisheit letzter Schluss: Nehmt Wintersachen mit! Wir hatten bei der Ab­reise 15 cm Schnee ...

Anke Schröder,
TGS Walldorf 1896 e. V.

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Karl-Ehret-Gedächtnis­lehrgang in Frankenthal

Am Wochenende vom 31.10 bis 1.11.2009 richtete der Aikido-Club Frankenthal traditionell wieder den Karl-Ehret-Gedächtnislehrgang aus. Wie schon im Jahr 2007 konnte auch diesmal Dr. Hans-Peter Vietze (6. Dan Aikido) als Trainer gewonnen werden.
Der hoch graduierte Meister lockte trotz „konkurrierender“ Lehrgänge in der Umgebung ca. 40 Aikidoka jeden Alters aus Rheinland-Pfalz und Hessen nach Frankenthal auf die Matte. Dieses Jahr standen Übungen mit dem Bokken wie auch mit dem Jo auf dem Programm. Es gelang Hans-Peter Vietze hervorragend, den Lehrgang für alle Graduierungen attraktiv zu gestalten. Weiß- und Gelbgurte wurden langsam an den Umgang mit Waffen herangeführt, aber auch höhere Grade konnten von den Ausführungen profitieren. So übten alle Teilnehmer mit viel Engagement und Freude.
Vor allem unsere beiden jüngsten Teilnehmerinnen (8 Jahre) waren begeistert von ihrem ersten Lehrgang. Nach einem mulmigen Gefühl zu Beginn des Trainings („so viele Erwachsene“) schwärmten sie schon am Ende des ersten Tages und waren mit Begeisterung auch am zweiten Tag stolz mit auf der Matte.
Sonntags nutzte der Vorstand des AVRP noch die Gelegenheit, Thomas Träger zu seiner bestandenen Prüfung zum 4. Dan Aikido zu gratulieren. Thomas Träger ist der erste Aikidoka, der sich seit Bestehen des AVRP der Prüfung zum 4. Dan Aikido gestellt und diese bestanden hat.
Herzlichen Glückwunsch von allen Mitgliedern des Verbandes!

Simone Träger,
AC Frankenthal e. V.

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„Stage inter-fédéral“ in Paris

Zum ersten Mal hat ein Meister aus Deutschland in der FFAAA (Fédération Française d'Aïkido, d'Aïkibudo et Affinitai­res, Frankreich) offiziell einen Lehrgang gehalten. Dieser Event fand re­gen Zu­spruch. Am Wochenende des 3. und 4. Oktober kamen mehr als 60 Teil­nehmer in das Dojo von Sainte Geneviève des Bois (Paris).
Auch aus Dankbarkeit für die Lehrgänge in Deutschland sowie aufgrund der 30-jäh­rigen Freundschaft miteinander hatte Mi­chel Hamon Alfred Heymann, 7. Dan Aikido und Bundestrainer des DAB, nach Frank­reich eingeladen.



Meister Heymann kam während seines über 40 Jahre langen Aikido-Studiums mit Aikidogrößen aus Japan und Europa zu­sammen, wie z. B. André Nocquet und Christian Tissier. Dies alles formte ihn zu einem nicht nur in Deutschland anerkann­ten Experten.
Der Samstag wurde den Grundtechniken gewidmet. Meister Heymann, der von ei­nem Übersetzer unterstützt wurde, erklärte detailliert die Wichtigkeit dieser Techniken. Die Teilnehmer konnten eindrucksvoll die fließenden Bewegungen der Techniken miterleben. Nichts war bei der Ausführung seiner Techniken „statisch und hart“.
Das Ziel seiner Vorführungen war deut­lich zu erkennen. Abhängig von der Mor­phologie und vom Charisma eines Aikidoka werden die Techniken immer nuanciert unterschiedlich ausgeführt. Hierbei spielt auch der Angreifer eine wichtige Rolle. Man muss sich jeder Situation anpassen. Dies ist die we­sentliche Aufgabe auf dem Weg zum Ziel. Ein entschei­dender Aspekt im Aikido.  Die Ausführung von Aikidotechni­ken ohne angepasste Flexibi­lität wür­de bedeuten, dass das Ziel nicht erreicht wird.
Am Nachmittag wurden „Tanto-Techni­ken“ geübt, die in mehrfacher Hinsicht inte­ressant sind. Sie sind reali­tätsnah, fordern vom Angreifer ebenfalls mehr Aufmerksam­keit und die Kontrolle des An­griffes muss präzise und ef­fektiv sein. Es war ein interes­santes Training, besonders für einige Teilnehmer, die bisher noch keine Messertechniken praktiziert hatten. Der Sonntag wurde den „Jo-Angriffen/‑Ver­teidigun­gen“ gewidmet. Auch hier war es für alle sehr lehrreich.
Um 12 Uhr beendete Meister Heymann die letzte Trainingseinheit. Er bedankte sich bei den Organisatoren und den Teil­nehmern für diesen schönen Lehrgang. Unter dem verdienten Applaus wurde Alf­red Heymann verabschiedet.

(Übersetzung des Berichtes von Michel Ha­mon, Präsident der Ligue Île-de-France der FFAAA, durch Eric Bizet)

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Bald wird wieder gemeistert ...

Am Samstag, den 5. September 2009, war es wieder soweit: Unsere aufstrebenden Meister oder die, die Meister werden wol­len, trafen sich für zwei Trainingstage am Frankfurter Flughafen zum hessischen Dan-Vorbereitungslehrgang. Dort erwartete sie Dr. Hans-Peter Vietze (6. Dan), um ih­nen die prüfungsrelevanten Techniken noch einmal unter theoretischen und prak­tischen Aspekten nahezubringen.


Sabine und Christian
bei der Perfektion der Kata


Die 20 Teilnehmer wurden in leistungs­spezifische Gruppen unterteilt und konnten die fortgeschrittenen Techniken unter qua­lifizierter Beobach­tung üben. Nage- und Ka­tame-waza sowie Messer- und Schwerttechniken waren Programm des ersten Tages. Der Sonntag wurde zum Üben der verschiedenen Katas (erste bis vierte) genutzt und diente nicht zuletzt der Per­fektion des Randoris.
Trotz des anspruchvollen Inhaltes dieser Veranstaltung war die Atmosphäre sehr ent­spannt – man lernt auch voneinander, wenn man sich


Wie Heike Udo los wird ...


freundschaftlich austauscht! Hans-Peter Vietze zeigte den gelehrigen Teilnehmern, deren Prüfungstermine teilweise nicht mehr allzu fern liegen, wichtige Feinheiten auf, die beim erfolgreichen Bestehen der Prü­fungen ganz sicher nützlich sein werden.

Till Steiner,
Pressereferent AVHe

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Informationen aus der 18. Bundesversammlung des DAB

Am 26.09.2009 fand in Frankenthal/Rhein­land-Pfalz die 18. Bundesversammlung des Deutschen Aikido-Bundes e. V. statt. Bei der Totenehrung gedachten die vollzählig erschienenen Vertreter der Aikido-Landes­verbände und des DAB-Präsidiums der verstorbenen Ivan Antonietti und Werner Fröh­lich (geb. Notheis), stellvertretend für alle in den vergangenen beiden Jahren verstorbenen Aikidoka.
Schon aus den zur Bundesversammlung versandten Berichten der Präsidiumsmit­glieder zu den vergangenen beiden Jahren wurde deutlich, dass der DAB weiter auf einem erfreulichen Weg ist. Unter Leitung von DAB-Präsidentin Dr. Barbara Oettinger verlief die Sitzung dann in bester Atmos­phäre. Bei der einstimmigen Entlastung drückten die Delegierten ihr großes Ver­trauen in das Präsidium aus; zwei bisher kommissarisch tätige Amtsinhaber wurden ebenfalls einstimmig als feste Präsidiums­mitglieder bestätigt bzw. gewählt: Patrick David als Bundesreferent Jugend und André Lanfermann als Bundesreferent Public-Relations. Ermano Olivan wurde neu in das Kassenprüferteam gewählt.
Bei den Anträgen stand die endgültige Verabschiedung der Neufassung der Trai­nerordnungen im Vordergrund. Diese war aufgrund einer Änderung von Rahmen­richtlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes notwendig geworden und er­folgte einstimmig.
Neue rechtliche Vorschriften machen Satzungsänderungen der Vereine und Ver­bände in Bezug auf pauschale Aufwands­entschädigungen und das Vorgehen bei Wegfall des steuerbegünstigten Zwecks notwendig, sodass entsprechende An­träge zur Regel­werks­änderung auch in Franken­thal auf der Tages­ordnung standen.
(Achtung: Das betrifft alle DAB-Vereine. Laut ei­ner Mitteilung des DOSB wurde die Frist für eine not­wendige Sat­zungs­änderung zu Aufwandsent­schädi­gungen bis zum 31.12.2010 verlängert; die Ai­kido-Landesver­bände sind bereits da­rüber informiert.)
In der Spesenordnung wird nun die Be­zahlung der bei der Traineraus- und ‑fortbildung eingesetzten Lehrer und der (Dan-)Prüfer wie bei Aikido-Lehrgängen auf die gemeinsame Einheit 45 Minuten bezo­gen. In der VOD-DAB wurde der § 13 (Übungs­anzug) geändert. Weiterhin wurde bei­spielsweise beschlossen, dass das Min­destalter für die Prüfung zum 1. Dan auf 17 Jahre herabgesetzt ist und dafür der Ju­gend-Dan entfällt. Das aktualisierte Regel­werk ist auf den DAB-Internetseiten unter http://aikido-bund.de/DAB/Regelwerk/
regelwerk.html eingestellt. Der Eintrag der Satzungsänderung erfolgte durch das zu­ständige Registergericht zum 18.11.2009.
Für ihre Verdienste erhielten Wolfgang Glöckner, Ralph Jäckel, Hubert Luhmann, Markus Traupe und Roger Zieger die DAB-Ehrennadel in Bronze. Die DAB-Ehren­nadel in Silber wurde Edmund Grund, Berthold Krause, Dr. Thomas Oettinger und Ulrich Schümann verliehen.
Abschließend galt der besondere Dank von Versammlungsleiterin Barbara Oettin­ger dem Organisator vor Ort, dem Vorsit­zenden des Aikido-Verbandes Rheinland-Pfalz Ermano Olivan.

DAB-Geschäftsstelle


Die Geehrten mit dem DAB-Vorstand:
v. li.: Ulrich Schümann, Manfred Jennewein, Dr. Barbara Oettinger,
Roger Zieger, Karl Köp­pel, Wolfgang Glöckner, Dr. Thomas Oettinger,
Hubert Luhmann, Berthold Krause, Edmund Grund und Ralph Jäckel

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Friedensarbeit auf den Philippinen

Letztens bekam ich eine Mail von Pax Christi Augsburg. Thema: Friedensarbeit auf den Philippinen; „Präventivversöhnung – mit der Kampfkunst Aikido Konflikte be­arbeiten“
Referent: Friedensfachkraft Patrick Koop. Er ist katholischer Theologe und ar­beitete fünf Jahre als Friedensfachkraft im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes auf den Philippinen. Er baute dort verschie­dene Friedensinstitute auf.
Die Kampfkunst Aikido hat in den letzten Jahren für einiges Aufsehen in der Frie­densbewegung gesorgt. Auf den Philippi­nen werden seit 2004 Kombatanten und von Konflikten betroffene Dorfgemein­schaften über die Prinzipien und Techniken des Aikido in die Prinzipien der Friedens­arbeit einge­führt. Die Kampfkunst Aikido zeigt uns neue Wege zum Frieden. Als philosophi­sche Symbiose zweier unter­schiedlichster Eltern, der Kriegskunst einer alten Samu­rai-Tradition (Daitoryu Aikijutsu – Takeda) und einer pazifistischen Religion (Omoto – Deguchi), kann sie besonders denen eine Alternative zu Gewalt anbieten, die in Kri­sengebieten leben und arbeiten müssen.
Viele Konflikte ethnischer Art (300 Jahre spanische, 50 Jahre amerikanische, deut­sche, japanische Kolonie) und ein kommu­nistisches Regime, Korruption und Armut führen zu vielen Konflikten zwischen den Bauern, Rebellen, Polizei, Militär usw.
Die Friedensarbeiter lassen über einen längeren Zeitraum Dorfgemeinschaften und Rebellen Aikido trainieren, um diesen zu zeigen, dass man mit Konflikten auch anders umgehen kann als mit Waffen. Prä­ventivversöhnung heißt hier die Haltung, die hinter dem Aikido steht.
Wenn ich dem Angreifer friedlich be­gegne, entsteht die Möglichkeit, die Spirale der Gewalt auszuschalten, sodass es zu einem Miteinander kommt und zu einer Achtung der unterschiedlichen Positionen führt – Frieden und Versöhnung entsteht.
Der Erfolg ist diesbezüglich so groß, dass selbst Rebellen, Militär und Polizei Interesse an diesem speziellen Aikido-Ausbildungsprogramm haben und sich an­schließen, weil sie selbst erkennen können, dass der gegenwärtige Umgang mit Kon­flikten zu nichts führt.
Für mich kam der wohl interessanteste Aikido-Vortrag, den ich je gehört habe, heraus.
Mittlerweile ist es ja normal, dass die Ai­kidoprinzipien in Wirtschaft, Konfliktschu­lung, Gewaltprävention auftauchen. Trotz­dem bin ich immer wieder (auch nach fast 30 Jahren Aikido) überrascht, welche Di­mensionen die Prinzipien des Aikido haben und wie es auch praktisch angewandt wer­den kann und funktioniert.
Wenn ich ab und zu in den Internetforen die Aikidobeiträge lese, geht es meist um Effektivität im Sinne von „Wie kann ich möglichst effektiv den Angreifer ausschal­ten“ oder ob man sich mit Aikido gegen einen Kettenfauststoß aus dem Wing-Tsun verteidigen kann?!?!
Ich vermisse sehr oft Beiträge darüber, dass die eigentliche Domäne des Aikido in der Gewaltvermeidung liegt und nicht in der Ausübung von Kampfsport.
 „Es gibt nur eins, was zu bekämpfen ist, und das ist der in uns zum Kampf stre­bende Geist.“ (M. Ueshiba)
Wenn es im Außen einen Kampf gibt, dann könnte es vielleicht an meiner eige­nen – wenn auch unterbewusst gelebten – Aggression liegen.
So kann man schließlich unsere Ten­kanbewegung im übertragenen Sinne auch folgendermaßen betrachten: Durch meinen Positionswechsel und das Zulassen des Angriffes kann ich in die gleiche Richtung wie die des Angreifers sehen. Gleichzeitig könnte ich aber auch einen Blick auf meine alte Position werfen und vielleicht erken­nen, was mein Anteil an diesem Konflikt ist.

Werner Ackermann,
Aikido und Karate Verein Augsburg e. V.

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Aikido-Unterstützungslehrgänge in Ostwestfalen

Das Thema ist so alt wie der DAB und wahrscheinlich schon oft und viel diskutiert worden. Wie schafft man es, struktur­schwachen Regionen – im Sinne des Ai­kido – mehr Leben einzuhauchen und so­mit die Trainingssituation der dort trainie­renden Mitglieder zu verbessern? Notwen­dig ist dies insbesondere, wenn die Dichte an Danträgern in diesen Regionen eher dünn ist.
Die Antwort ist ganz einfach: Man schickt halt öfter mal ein paar Danträger dorthin und diese leiten dann Trainings­einheiten oder Lehrgänge. So leicht wie dieser Satz ausgesprochen ist, so schwie­riger gestaltet sich die Umsetzung. Man braucht einen Danträger, der gewillt ist, regelmäßig einen Teil seiner Freizeit auf­zubringen, um diese Maßnahme durchzu­führen.
Da die Anreise oft recht weit ist, müssen zumindest die gefahrenen Kilometer ver­gütet werden. Weiter muss vor Ort die Inf­rastruktur stimmen. Dazu ist ein stetiger Ansprechpartner notwendig, der für eine Halle sorgt und die Trainingstermine mit den Mitgliedern aus der Region und dem Lehrer koordiniert. Es reicht auch nicht aus, hin und wieder eine Trainingseinheit abzu­halten. Stattdessen sollten diese Trai­ningseinheiten auf regelmäßiger Basis stattfinden und am besten so lange, bis deutliche Fortschritte spürbar sind. Wie man sieht, müssen sehr viel guter Wille und Umsetzungskraft zusammenkommen, um ein solches Projekt anzugehen.
Der AVNRW hat jetzt genau so eine Unterstützungsmaßnahme für die Region Ostwestfalen gestartet. Jarek Pierchla (2. Dan aus Herten) erklärte sich bereit, über einen längeren Zeitraum einmal im Monat in einem Dojo in Ostwestfalen ein vierstün­diges Aikidotraining zu geben.
Den Anfang machte Bad Oeynhausen; dort fand am 21.11.2009 der erste der Un­ter­stützungslehrgänge statt. Der Zuspruch war rege und Teilnehmer fanden sich aus allen  umliegenden Aikido-Dojos ein. So war schon bei der ersten Trainingseinheit erkennbar, dass es einen Folgetermin ge­ben wird. Dieser war am 19.12. in Rheda-Wiedenbrück.
Wir sind gespannt, ob diese Maßnahme auf Dauer Erfolg haben wird. Der AVNRW, der die Maßnahme finanziert, erhofft sich jedenfalls eine Stärkung und weitere Verbreitung von Aikido in der Region Ost­westfalen.

Carsten Rosengarth,
Aikido-Verband NRW

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Aikido ist kein Sport!

Aikido ist kein Kampfsport und schon gar keine bloße „Sportart“. Dieser Gedanke ist mir nach gerade einmal 1,5 Jahren ziem­lich regelmäßigen Trainings auf dem Weg des harmonischen Ki gekommen.
 Dass Aikido keine typische „Sportart“ ist, war mir allerdings schon von Anfang an klar, denn seit der Grundschule war mein absoluter Nemesis der Sportunterricht und jegliche Aktivität, die sich damit vergleichen lässt. Noch nie hatte ich einen Sinn darin gesehen, seltsame Bewegungen zu nerv­tötender Musik auszuführen oder auf Be­fehl einer pädagogisch ausgebildeten Ob­rigkeit Stöcke zu apportieren oder Bälle zu werfen; ganz zu schweigen von meiner, zugegeben äußerst übertriebenen, Angst vor Verletzungen. Ich kann diese ver­gleichsweise hirnlose Art von Sport noch immer nicht ausstehen, auch wenn alle Welt sie als gesund und erstrebenswert anpreist.
Warum aber freue ich mich Woche für Woche darauf, seltsame Bewegungen auf Matten auszuführen und auf Zuruf einer mit schwarzem Hakama ausgestatteten Obrig­keit einen Stab in die Hand zu nehmen oder meine Uke zu werfen? Die Antwort liegt eben darin, dass Aikido keine „Sport­art“ im herkömmlichen Sinne ist. Für man­che mag es vielleicht dennoch so sein: Sie sehen und erleben Aikido als eine eben­solche und erfreuen sich an körperlicher Ertüchtigung und an ein paar Spielchen. Wenn es diesen Menschen zur Freude ge­reicht, Aikido so anzusehen, will ich sie keineswegs desillusionieren oder belehren, jedoch entgeht ihnen ein wichtiger Teil des Weges des harmonischen Ki, wenn sie das Folgende nicht erkennen: Aikido ist keine bloße „Sportart“ zur Bewegung und Ge­sunderhaltung des Körpers, sondern auch – und nach meinem Empfinden eigentlich hauptsächlich! – eine moderne Schule des positiven Denkens.
 Was nützt es einem, die Bewegungs­folge dieser oder jener Technik genau zu kennen, wenn der Geist dabei mit eben diesen Bewegungen belastet und somit verschlossen bleibt?! Wer den Weg des harmonischen Ki geht, der wandelt auf dem uralten und edlen Pfad der Kontrolle des Selbst. Niemand, egal welchen Kyu- oder Dan-Grad er oder sie besitzt, kann die Gedanken und Handlungen eines anderen Menschen kontrollieren. Daher wird übri­gens auch von vielen Meistern weniger von Kontrolle, sondern mehr von Führung ge­sprochen. Jeder, egal welchen Kyu- oder Dan-Grad er oder sie besitzt, kann aber die Gedanken und Handlungen seines Selbst kontrollieren. Schließlich gibt es in der Ge­dankenwelt jedes Einzelnen nur das Selbst dieser Person als herrschende Instanz, die bestimmt, welcher Gedanke gerade ver­folgt wird. Bei genau diesem Punkt setzt Aikido als Kunst, Körper und Geist zu ver­einen, an.
Selbstverständlich habe auch ich schon die Erfahrung gemacht, dass ein Übermaß an Gedanken den Fluss der Bewegung oder gar ein ganzes Randori zerstört. Wie soll man sich denn auch auf Uke ausrich­ten, wenn man selbst in seinen Gedanken gefangen ist? Doch darum geht es bei der Gedankenschulung, die sich auf dem Weg des harmonischen Ki vollzieht, nicht. Es ist, wie so oft auf diesem Weg, weitaus einfa­cher als es sich der Schüler vorzustellen getraut.
 Ich hatte zu Anfang meines Lebens als Aikidoka immense Probleme im Training, da ich nicht nur unendlich ängstlich und zurückhaltend war, sondern auch das wohl miserabelste Selbstbewusstsein des Uni­versums hatte. In meiner Ängstlichkeit ver­suchte ich krampfhaft, meine Uke zu kon­trollieren, was natürlich ganz dem Weg der Harmonie widersprach. Sobald ich jedoch erkannt hatte, dass ich andere nicht ändern oder kontrollieren konnte, machte ich plötz­liche rasante Fortschritte.
Es war tatsächlich, wie so oft auf diesem Weg, weitaus einfacher als ich es mir vor­zustellen getraut hatte. Kurz gesagt, der Fehler hatte darin bestanden, dass ich die Reihenfolge des Vorgehens vertauscht hatte. Die sinnvolle, korrekte Reihenfolge wäre gewesen: zuerst aktiv Kontrolle über mich und meine Gedanken (die ich nun rückblickend als äußerst absurd belächle) zu erlangen, als Nächstes positive Gedan­ken entstehen zu lassen und letztendlich den Angreifer mit der Kraft dieses positiven Ki zu führen.
 Worte genügen nicht, um dieses Gefühl und diesen Prozess zu verdeutlichen. Da­her ist Aikido eben mehr als eine her­kömmliche Sportart. Gewiss fühlen typi­sche Sportler bei der Ausübung ihrer Lieb­lingsbeschäftigung auch so etwas wie Freude oder gar Euphorie. Das Gefühl, welches bei der oben beschriebenen Art, den Weg des harmonischen Ki auszufüh­ren, entsteht, übersteigt jedoch alles, was die kaltblütige Wissenschaft auf Basis von Hormonen und Zellaktivität zu erklären ge­denkt.
Sport ist Aikido meiner Ansicht nach also ganz gewiss nicht. Als „Kampf-Sport“ würde ich den Weg, den uns Ueshiba-Sensei gewiesen hat, ebenso wenig be­zeichnen. Schließlich besteht der größte Kampf darin, gegen sich selbst und seine eigene negative Gedankenwelt zu beste­hen. Ist Aikido also letztendlich ein „Denk“-Sport?!

Jenifer Doerrich,
Aikido Bretten (eine Tochter des BBC Bruchsal)

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Ein neues „Prinzenpaar“

Petra Schmidt (2. Dan) und Udo Dittrich (2. Dan): Das sind die neuen Vorstands­vorsitzenden des Aikido-Verbands Hessen (AVH).
Am 12. September hat sich der AVH eine neue 1. Vorsitzende und einen neuen 2. Vorsitzenden gewählt. Hans-Peter Viet­ze (6. Dan) stellte nach mehr als 16 Jahren das Amt des 1. Vorsitzenden zur Verfü­gung. Auch Eckhard Reschke (2. Dan) wollte Raum für neue Impulse ge­ben, nachdem er sich mehr als 13 Jahren lang als 2. Vorsitzender engagiert hatte.
Hans-Peter hat mit einem hohen Maß an persönlichem Einsatz und Geschick den AVH repräsentiert und dessen Entwick­lung gelenkt. Das lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, dass sich die Mitglieder­zahlen in der Zeit seines Vorsitzes bei­nahe verdop­pelt ha­ben. Gleichzeitig war Eckhard dem AVH die „gute Fee“: Er organisierte Lehr­gänge und Danprü­fungen, richtete Zent­raltrainings und Lan­des­kyutrainings aus und übernahm eine Vielzahl der „kleinen Jobs“, die in der Ver­bandsarbeit immer wieder anfallen.
Zusammen waren sie ein hervorragen­des Team, das dem AVH wertvolle Dienste geleistet hat. So wünschen ihnen die hes­sischen Aikidoka von ganzem Herzen alles Gute und hoffen, dass sie auch ohne Vor­standsposten noch lange aktiv Aikido be­treiben werden.
Nun ist es an der Zeit, die zwei „Neuen“ einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen:
Petra und Udo sind beide den meisten hessischen Aikidoka gut bekannt. Sie sind engagiert und sowohl in ihren Vereinen als auch auf Landesebene aktiv: Petra ist 2. Vorsitzende des Aikido-Clubs Niedern­hausen und kennt die AVH-Vorstandsarbeit gut: Bis Mitte 2008 war sie bereits Vor­standsmitglied und Pressereferentin. Ihre Kontakte nach Frankreich ermöglichten ei­nige internationale Erfahrungen für hessi­sche Aikidoka und brachten prominente französische Meister und Gäste auf hessi­sche Lehrgänge.
Udo ist 1. Vorsitzender des Aikido-Ver­eins am Frankfurter Flug­hafen. Damit ist er natürlich auch Mitaus­richter der dort regel­mäßig stattfindenden Landeszentral- und -kyutrainings. Außer­dem hat er sich vor kur­zem auch noch „selbständig“ gemacht: Er gründete die Aikido-Abteilung der TSG Oh­ren.
Wie man sieht, hat der „Vorstandsnach­wuchs“ das notwendige Potential, den AVH genauso erfolgreich zu leiten wie seine Vorgänger. Auch – aber nicht nur – aus diesem Grund beglückwünschen die hessi­schen Aikidoka Petra und Udo herzlich zu ihrer Ernennung und freuen sich auf die kommende Vorstandsarbeit der beiden.

Till Steiner,
Pressereferent Aikido-Verband Hessen


Der Vorstand des AVH mit den neuen Vorstandsvorsitzenden (v.l.n.r.):
Eberhard Schulz, Petra Schmidt, Till Steiner, Udo Dittrich (hinten), Thomas Eichhorn (vorne), Bernd Poth, Roman Falke, Peter Siffert

 

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Gewalt gegen Frauen – nicht bei uns

oder: Warum Männer in Frauenselbst­verteidigungskursen aufpassen sollten ...

Auch in diesem Jahr wurden die Vereine aufgefordert, sich an der Aktion „Gewalt gegen Frauen – nicht bei uns“ des Deut­schen Olympischen Sportbundes zu betei­ligen. Und diesmal habe ich es gleich grö­ßer aufgezogen.
Als kompetenten Dozenten konnte ich Oli Sell, 3. Dan Aikido, gewinnen, der den Vormittag mit Dennis Traband, 1. Dan Ai­kido, zusammen sehr schön gestaltete. Es gab einen theoretischen und einen prakti­schen Teil und die 35 Damen und 10 Her­ren waren mit Verve bei der Sache – ja, in unserem Kurs gab es auch Herren.
Dies resultierte aus der nöligen Reaktion meiner männlichen Mitglieder auf die Tat­sache, dass Oli kommt und sie nicht mit­dürfen, und aus der Überlegung, dass ein männlicher Angreifer ja doch ein realisti­scheres Szenario ist.
Die 35 Damen rekrutierten sich aus Nie­dernhausen und den benachbarten Verei­nen, wobei die Aikidoka-innen aufgefordert waren, weibliche Verwandte und Freundin­nen mitzubringen. Dieser Aufforderung wurde auf breiter Front gefolgt!


in Theorie


und Praxis

Nach einem Vortrag über gefährliche Alltagssituationen und den Umgang damit folgte ein praktischer Teil, in dem einfache Ausweichbewegungen einmal mit einem Hebel und einmal mit einem Abwurf kom­biniert wurden – und hier schlug die Stunde der Herren (hihihi): Sie durften, da in der Minderzahl, immer eine ganze Gruppe Frauen angreifen und sich abwehren las­sen. Dies führte vereinzelt zu bläulich ver­färbten Nasen, aber trotzdem hatten alle ziemlich viel Spaß.
Abgeschlossen wurde der Kurzlehrgang durch einen Vortrag über Waffen – Quint­essenz: Sinnvoll und für uns selber unge­fährlich ist eine Taschenlampe! Damit hat man keine Angst im Dunkeln, kann einen Angreifer blenden und im Zweifel auch be­dro­hen und zuschlagen.
Oli, Dennis, das habt Ihr fein gemacht, wir holen euch wieder!

Petra Schmidt,
AC Niedernhausen e. V.

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„Situationsbezogen“

Das Thema „Baustellen“ scheint sich im vergangenen Jahr wie ein roter Faden durch die Bundeswochenlehrgänge des DAB gezogen zu haben. Nach den Um­bauarbeiten im Leistungszentrum Herzo­genhorn gab es auch in der Landessport­schule Thüringen in Bad Blankenburg eine große Baustelle. Dort richtete eine Havarie einen großen Wasserschaden an. Durch die nun nötigen Reparaturarbeiten war eine der Sporthallen nahezu komplett gesperrt. Keine guten Startbedingungen für den ersten BWL III, der nicht auf dem Herzo­genhorn, sondern in Thüringen stattfand.



Aber der Reihe nach. Mitte September trafen sich 33 hoch graduierte Aikidoka, um im thüringischen Bad Blankenburg unter der fachkundigen Anleitung der beiden Bundestrainer Alfred Heymann und Karl Köppel (beide 7. Dan Aikido) zu lernen und zu üben. Die Teilnehmer waren aus dem gesamten Bundesgebiet angereist, vom hohen Norden bis zum tiefen Süden, aus Ost und West; aus fast jedem Landesver­band waren Aikidoka vertreten. Viele Teil­nehmer kannten sich von früheren Lehr­gängen, aber auch die „Neuen“ wurden schnell integriert. Bedingt durch die Gra­duierungsvoraussetzung (mindestens 2. Dan Aikido) war das Durchschnittsalter der Teilnehmer recht hoch; kein Teilnehmer war unter 30 Jahren alt. Dies tat aber der Trainingsintensität keinen Abbruch.
Diesmal umfasste der Wochenlehrgang nicht wie üblich sieben Tage, sondern nur fünf. Das war der Verlegung des Lehrgan­ges nach Bad Blankenburg und der damit verbundenen organisatorischen Verände­rung geschul­det. Aber auch in fünf Tagen mit je drei Trai­ningseinheiten kann man eine Menge Aikido üben. Wir be­schäftigten uns in erster Linie mit technischen Inhalten, die zum Prüfungs­programm der höheren Dan­grade gehören, deren Vermittlung aber bei anderen Lehr­gängen meist zu kurz kommt. Hier hatten wir reichlich Gelegen­heit, um kontinuierlich an der Verbesserung dieser Techniken zu arbeiten.
Großer Raum wurde dem Üben der 3. und 4. Kata gegeben. Hier zeigte sich fühl­bar, dass ein längeres, kontinuierliches Üben den Prozess der Verinnerlichung deutlich voranbringt. Alle Teilnehmer spür­ten, wie sich ihre persönliche Kata verbes­serte. Auch das Üben der Waffentechniken stand auf dem Programm. Es wurden Techniken mit und gegen den Stab sowie die Abwehr von Messerangriffen geübt. Selbst das Bu-jutsu – also das Führen eines bewaffneten Angreifers mit einer Waffe –, ein sonst selten geübtes Fach aus dem Programm zum 5. Dan, fand seinen Platz im Lehrgang. Beide Bundestrainer brillier­ten mit altbekannten und neuen Techniken, jeder Teilnehmer wurde individuell betreut und korrigiert. Dabei wurden wir immer wieder ermahnt, uns der jeweiligen Situa­tion entsprechend angemessen zu verhal­ten und zu reagieren. Der Begriff „situati­onsbezogen“ wurde so zu einem geflügel­ten Wort dieses Lehrganges.
Durch die schon erwähnte Havarie hat­ten wir leider keine große zusammenhän­gende Mattenfläche zur Verfügung. Viel­mehr waren Matten in zwei benachbarten Räumen aufgebaut, sodass wir also in zwei räumlich getrennten Gruppen trainierten. Gezeigt wurde immer auf einer Matte, zwischen den Übungssequenzen gab es also immer eine kleine Völkerwanderung. Diese spielte sich jedoch schnell ein, sodass es keinen Einfluss auf den Trainingsbetrieb gab, und immerhin konnten die Matten dadurch während des gesamten Lehrganges liegen bleiben, ein durchaus angenehmer Begleiteffekt.
Am Ende des Lehrganges fand auch eine Danprüfung statt. Da sich nur ein Prüfling der hochrangigen Prüfungskom­mission stellte, war zwar die Gesamtlänge der Prüfung überschaubar, der Kandidat und sein Uke waren jedoch pausenlos ge­fordert. Nach einer anstrengenden guten Stunde konnte Thomas unter dem Beifall der vielen Zuschauer seine Urkunde zum 4. Dan Aikido in Empfang nehmen. An die­ser Stelle noch einmal „herzlichen Glückwunsch“.
Ich bin natürlich als Angehöriger des Ai­kido-Verbandes Thüringen und langjähriger Gast der Sportschule Bad Blankenburg nicht ganz objektiv, glaube aber im Namen aller Teilnehmer zu sprechen, wenn ich sage, dass es ein sehr gelungener Lehr­gang war. Herzlichen Dank an die beiden Bundestrainer für ihr geduldiges Lehren und das stete Eingehen auf all unsere Fra­gen und technischen Probleme sowie an das Team der Landessportschule für sein fleißiges Wirken vor und hinter den Kulis­sen. Ich freue mich schon auf den nächs­ten BWL III, der voraussichtlich in zwei Jahren stattfinden wird.

Dirk Bender,
Aikido-Verband Thüringen e. V.

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Selbstverteidigung in Niedernhausen

Also ein Lehrgang nur für Frauen sollte es sein – dazu mit Oliver Sell, 3. Dan, ein su­per Meister, den wir bereits beim Lehrgang in Ohren kennenlernen durften und auf den wir uns deshalb schon riesig freuten.
Also wurden noch ein paar Leute moti­viert – der Lehrgang war ja nicht nur für Aikidoka ausgeschrieben – und so mach­ten sich am Nikolausmorgen acht Damen (Aikidoka und Nicht-Aikidoka) aus Walldorf und Umgebung auf den Weg in den Nebel, der kurz vor Niedernhausen auftauchte.
 Die Kleiderordnung war vorgegeben: Alltagskleidung. Ist ja klar, zur Selbstvertei­digung auf der Straße zieht man sich ja nicht erst um ;-) So füllte eine bunte Menge Damen (und auch Herren aus dem Aikido-Club Niedernhausen, schließlich benötigen die Frauen ja „Unterrichtsmaterial“) die Turnhalle der Theißtalschule.
Zu Beginn gab es dann eine theoreti­sche Einführung ins Thema. Oli und Dennis erläuterten uns erst einmal, um welche Art von Angriffen es bei so einer Selbst­verteidigung gehen kann, schließlich greift nicht jeder gleich an. Manchmal erkennt man die Gefahr schon von weitem, manchmal kommt ein Angriff völlig unver­mutet aus einer Alltagssituation heraus. Weiter ging es dann mit den Grundsäulen der Selbstverteidigung, der geistigen Vorbereitung, den rechtlichen Grundlagen (was darf ich überhaupt tun) und so weiter.
Klar war allen, dass man in einem knapp dreistündigen Seminar nicht zum Selbst­verteidigungs-Weltmeister wird, und so ging es dann auch bald zum praktischen Teil über.
Sowohl für die Nicht-Aikidoka als auch für die Aikidoka war das Training natürlich ungewohnt. So fing das Training mit dem richtigen Ausweichen an – in welche Rich­tung sollte es gehen? Das war schnell rausgefunden: Seitlich oder sogar schräg nach vorne, damit man schnell aus dem Angriffsradius kommt – doch stets die De­ckung nicht verlieren. Und um den Überraschungsmoment auf seiner Seite zu haben, auch nicht zögern und den Angreifer mög­lichst schnell „unschädlich“ machen.
Um dies gut trainieren zu können, stell­ten die oben genannten Herren die Angreifer dar, schließlich werden Frauen sel­tener von Frauen angegriffen als vom männlichen Geschlecht. Doch ob die an­wesenden Herren vorher ahnten, wo ihr Besuch zu einem Lehrgang nur für Frauen enden sollte???
Auf jeden Fall brachte der Lehrgang viel Spaß und beleuchtete uns mal eine Selbst­verteidigung, wie wir sie in unserer Kampf­kunst im Dojo doch in der Regel nicht erle­ben.
Die Zeit ging mal wieder viel zu schnell vorbei, aber das wird nicht der letzte Lehr­gang dieser Art gewesen sein.
Vielen Dank für die Ausrichtung dieses tollen Lehrgangs!!!

Anke Schröder,
TGS Walldorf e. V.

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Dojo-Kehraus in Reutlingen: Die schöne Erinnerung bleibt!

 Aus, vorbei, der Vorhang ist gefallen! Von der Stadtverwaltung Reutlingen kam im Januar die längst erwartete Nachricht, dass aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Planie 22 der Mietvertrag für den Trai­ningraum (Dojo) der Abteilung Aikido in der TSG Reutlingen nicht mehr verlängert wird. Das Dojo muss dem Ausbau des örtlichen Theaters weichen, ein zweiter Veranstal­tungsraum soll dort in den nächsten Mo­naten gebaut werden.
Fast 15 Jahre hat der Aikido-Freun­des­kreis das liebevoll nach japanischem Vor­bild gestaltete Dojo nutzen und genießen können, welches regelmäßige Trainings ohne Einschränkung durch Hallenzeiten und Ferien ermöglichte. Der letzte Tag im Dojo, Ende Februar, wurde deshalb feier­lich begangen: Alle jungen und jung ge­bliebenen Aikidoka (das Altersspektrum reichte von 9 – 71 Jahre) trafen sich zum letzten gemeinsamen Training im Dojo, wobei sich die Trainer abwechselten. Ei­nige Eltern nutzten die Möglichkeit, ihren „Kleinen“ dabei zuzuschauen.


Ein letztes Mal auf der Matte.


Nach dem Training gab es am „Weh­muts-Buffet“ jede Menge Leckereien und die Gelegenheit, das gemeinsame Klage­lied anzustimmen. Beim anschließenden Kehraus packten alle an: Alles musste raus und vor allem der Raum besenrein überge­ben werden. Besonders für Klaus Lange-Feldhahn, Impulsgeber und auch maßgeb­licher Organisator für den Kehraus, geht eine besondere Zeit vorbei. Er war der „gute Geist“ des Dojos, Trainer mit Herzblut und fleißigster Putzer. Als kleine Geste der Dankbarkeit wurde ihm ein Gutschein für ein Wellness/Massage-Paket überreicht.


Alles muss raus –
auch das Bild von Meister Ueshiba

Zum Glück können die meisten Trai­nings auch ohne eigenes Dojo erhalten bleiben: Anstatt im Dojo wird ab März 2010 in der Oberlin-Turnhalle der Gustav-Wer­ner-Stiftung trainiert. Schade ist allerdings, dass durch den Wegfall des Dojos kein zentrumsnahes Kinder-/Jugendtraining mehr möglich ist. Eine gute Unterstützung bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten erhielt die Abteilung Aikido vom Vorstand der TSG Reutlingen.

 Dietmar Porcher,
TSG Reutlingen e. V.

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Es gibt immer einen Weg

Das Dojo wird aus allen Nähten platzen! So viel war mir schon vor Ablauf der Anmel­defrist klar. In diesem Jahr würde die Be­teiligung am traditionellen Nikolauslehr­gang im Lübecker Judo-Club e. V. alle bis­herigen Rekorde sprengen. Bundestrainer Karl Köppel, der die weite Reise aus Aalen in die Hansestadt nicht scheute, bewirkte im norddeutschen Raum quasi eine Völkerwanderung. 120 Leute wollten zu uns kommen. Ein paar weniger wurden es dann doch, bedingt durch die saisonale Grippe. Als Thema hatten wir „effektiv angreifen – sinnvoll reagieren“ gewählt. Karl setzte es wunderbar um. Allein schon zu Beginn des Lehrgangs lief mir ein Schauer über den Rücken, als ich sah, wie sich auf drei Sei­ten in unserem großen Dojo die Teilnehmer zum Angrüßen aufgestellt hatten.
Karls Aufwärmgymnastik passte sich dezent der Fülle im Raum an und ließ uns dieselbe dabei vergessen. So ging es die ganzen zwei Tage. Niemand verletzte sich, niemand rollte ineinander. Karl hat eben ein erfahrenes Auge und er weiß genau, bei welchen Techniken man die Gruppe besser teilt.
Um uns dazu zu bringen, natürlich und dabei kräftig anzugreifen, übten wir zu zweit und zu dritt Schlagangriffe. Ziel war ein mit Luft gefülltes Plastikkissen. Das machte ordentlich Lärm und viel Spaß. Aber das blöde Ding ließ sich einfach nicht kaputt hauen. Dafür fiel man dann aber wie von Zauberhand. Das Ganze nannte sich Shiho-nage aus Yokomen-uchi bzw. Irimi-nage aus Shomen-uchi. Wie passten bloß 60 Karussells in unser Dojo?
Richtig frustrierend war es dann, als man den Stab nehmen wollte, der einem vor der Nase stand. Ich packte fest zu, Carsten musste doch loslassen – und schwupps, flog ich wieder durch die Luft. Aikido funktioniert also doch „von selbst“?
Wir übten ohne Unterlass, aber mit Kaffeepause. Danach ging es weiter mit dem Überraschungssortiment. Nichts kom­plett Neues für Dangrade könnte man den­ken – und doch war alles irgendwie neu bzw. anders.
Vieles erinnerte mich ans Kendo, einiges ans Karate: agieren immer aus der Mitte heraus, reagieren, den Körper schützen, stets aufmerksam verfolgen, was Nage bzw. Uke vorhat, sich nicht aufgeben, nachfassen, wenn der erste Angriff fehlge­schlagen ist. Dann hat alles Sinn, was in den Techniken steckt. Wenn Ukes Ellen­bogen nach der Umlenkung für Ude-osae auf mich zukommt, dann muss ich Tenkan machen, sonst habe ich eine Beule. Instinktiv reagierte nun die Erinnerung des Körpers, der Reflex: „Weg hier!“ Und schon lag die Angreiferin auf der Erde und lachte auch noch: „Aha. So geht das also!“ Und so ging es die ganze Zeit. Der Euro fiel centweise. Karls Aikido begeisterte uns.





Meister und zukünftige Meister


Am Abend gab es dann neben einem Buffet ein kleines Rahmenprogramm. And­reas hatte eine Powerpointshow für uns zusammengestellt. Fast alle Aikidoka unse­res Vereins, die in diesem Jahr in Sachen Aikido unterwegs gewesen waren, hatten Fotos geschickt und Andi stellte eine Welt­reise in Form eines Bilderreigens zusam­men. Unsere Jugendlichen – fleißige Lehrgangsbesucher – berichteten vom Samu­raicamp und von ihrem Besuch bei einem direkten Schüler O-Senseis (Maruyama Sensei); Jan erzählte von seinem Besuch in Iwama und zeigte Bilder vom Dojo, vom Aiki-Schrein und das obligatorische Bild mit dem Doshu; wir erzählten aus Frankreich, vom Herzogenhorn, von unserem engli­schen Gast Alister Gillies, von den Danprüfungen uvm.
So, wie es in der Technik immer einen Weg gibt, mit der Kraft zu arbeiten, gibt es immer einen Weg, Menschen überall auf der Welt über das gemeinsame Aikidotrai­ning kennen zu lernen. Auch auf dem Lehrgang bot sich so vielfach die Gelegen­heit, zu schwatzen und mit neuen Leuten ins Gespräch zu kommen. Einige nutzten die Gelegenheit und sprachen mit unseren französischen Gästen, die sich leider am Sonntag schon wieder auf den Heimweg ins Elsass machen mussten.
Die Kinder, die im Dojo übernachtet hatten, standen Sonntag mit müden Gesichtern auf der Matte, aber wer abends strahlt und sagt: „Ich bin so glücklich!“, darf auch morgens verschlafen aussehen.
Nach zwei Stunden Aikido waren alle zufrieden und während Karl seine Heim­reise antrat, konnten wir noch erfolgreiche Kyu­prüfungen abnehmen. Ein ereignisrei­ches und schönes Wochenende.

Frauke Drewitz,
Lübecker JC e. V.

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Aikido-Begeisterung bei jungen Skifahrern

Es war ein ungeplantes Highlight: Für 26 junge Skifahrer im Alter von 12 bis 13 Jah­ren endete die Ski-Klassenfahrt mit einem Schnuppertraining Aikido. Die Schüler aus der Region Freiburg waren zusammen mit uns Aikidoka vom Aikido-Skilanglauf-Lehr­gang in der ersten Februarwoche auf dem Herzogenhorn. Als stets höflich und freundlich war uns die Klasse bereits posi­tiv aufgefallen. So wurden uns beispiels­weise Türen aufgehalten und es gab auch kein Drängeln am Buffet.
Nur wurden wir ein wenig komisch be­äugt, als wir im Gi und Hakama abends an ihnen vorbeizogen. Am letzten Tag schließ­lich, knapp zwei Stunden vor Ab­reise, woll­te die Klasse inklusive Lehrern dann doch noch mal näher erfühlen, was wir ihnen schon die ganze Woche abends vorturn­ten. Bereits zwei Tage zuvor hatten sich eine kleine Gruppe von Schülern so­wie die zwei Lehrer beim Training zu uns in die Halle gesellt und waren fasziniert von den runden, tänzerischen Bewegungen. Dabei entstand spontan bei Michael und mir die Idee, ein Training für die Interessierten an­zubieten.
Gesagt, getan – und so rollten 26 Schüler plus zwei Lehrer nach wenigen einleitenden Worten zum Aikido knapp eine Stunde kreuz und quer über die Matte. Nicht wenige schafften es nach kurzer Zeit, sowohl rückwärts als auch vorwärts zu rol­len. Danach wurde ihr Gleichgewicht auf die Probe gestellt, als es darum ging, den Partner in der Hocke nur durch Anschub­sen mit der Handfläche aus dem Gleich­gewicht zu bringen.



Auch der Shiho-nage und Ude-osae stellten für einige keine große Herausforde­rung dar, sodass die Schüler sich gegen­seitig bei der Technik unterstützen konn­ten. Mit viel Vorsicht wurde zum Abschluss noch an der „Dschungelbuch-Technik“ ge­testet, wie es sich anfühlt, wenn die Schlange Kaa sich langsam um den Ast wickelt (Kote-mawashi).
Die Begeisterung war riesig! Noch am Mittagsbuffet wurde lautstark über das eben Gelernte gesprochen und weiter ge­testet. Auch die Frage, wo es denn einen Aikido-Verein in ihrer Nähe gibt, blieb nicht aus. Von dem großen Erfolg der kleinen Aikido-Einheit waren selbst wir dann über­wältigt! Manchmal lohnt es sich eben doch, aufeinander zuzugehen.

Sabine Seibert,
Post-Sportverein Nürnberg e. V.

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Silvesterlehrgang im 1. Bruchsaler Budoclub

Der Silvesterlehrgang ist eine wohl ge­pflegte Tradition der Aikido-Abteilung des 1. Bruchsaler Budoclubs. In Gedenken an Werner Fröhlich, den 2009 verstorbenen, langjährigen Cheftrainer und Meister der dortigen Aikidogruppe wurde das Seminar von drei seiner Meisterschüler geleitet: Frank Kuttler, Manuela Magiera und Jürgen Preischl (jeweils 4. Dan).
Vom 29. bis 31. Dezember 2009 fanden die jeweils zweistündigen Trainingseinhei­ten um 6 Uhr, 10 Uhr und 17 Uhr bzw. am letzten Tag um 16 Uhr statt. Den Anfang machte Frank Kuttler-Sensei, der unter an­derem sehr viel Wert auf die Basis-Techni­ken legte. Am darauffolgenden Tag zeigte Manuela Magiera-Sensei, die eigens für diesen Lehrgang aus dem 500 km ent­fernten Munster bei Hannover angereist war, wie sich Aikido mit Ken-Jutsu in Ein­klang bringen lässt. Am dritten und letzten Tag des Lehrgangs hielt Jürgen Preischl-Sensei die Trainingseinheiten ab. Neben der Abwehr von Fußtritten und Angriffen mit Jo oder Tanto ging er zudem auf die Definition von „Ki“ und das Prinzip der „Bewegungs-Kreativität“ ein.
Jeder Lehrer wurde mit einem kleinen Geschenk verabschiedet. Danach ließen die Bruchsaler Aikidoka mit ihren Gästen den Lehrgang sowie das Jahr 2009 bei der traditionellen Silvesterfeier fröhlich ausklin­gen.
Abschließend bleibt festzustellen, dass trotz der verschiedenen Trainingsinhalte und Trainerpersönlichkeiten deutlich er­kennbar war, dass alle drei Meister der­sel­ben Schule entstammen. Somit gestaltete sich der Lehrgang durchweg sehr harmo­nisch, sodass sich manch begeisterter Teilnehmer schon jetzt auf den nächsten Jahreswechsel freut, wenn die Tradition des Bruchsaler Dojo hoffentlich fortgeführt wird.

Jenifer Doerrich,
1. Bruchsaler BC e. V.

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Besuch aus Frankreich beim Heidenheimer Sportbund

Es sind schon über sieben Jahre her, als die französischen Gäste aus Pré St. Ger­vais uns Aikidoka in Heidenheim das erste Mal besuchten. Innerhalb dieser sieben Jahre entstanden feste Freundschaften untereinander, die heute besonders sorg­sam gepflegt werden. Unser gemeinsames Interesse, das Aikido, hat dabei eine ganz zentrale Bedeutung.
Jetzt war es wieder soweit; die französi­schen Gäste kamen wie immer donners­tags gegen 17.30 Uhr mit ihrem Bus am Parkplatz hinter der Stadthalle in Giengen an, da der Sportleraustausch über das dor­tige Partnerschaftskomitee organi­siert wor­den war. Wir HSB-Aikidoka wur­den im Jahr 2002 von diesem Partner­schaftskomitee Giengen – Pré St. Gervais angesprochen, ob wir nicht einen Sportler­austausch ein­gehen wollten, da Giengen selber über kei­nen Aikido-treibenden Ver­ein verfüge. Na­türlich sagten wir nur allzu gerne zu.
Bei der Begrüßung mit freudigen und herzlichen Umarmungen wich dann die restliche Anspannung, da wirklich alle zehn gemeldeten französischen Aikidoka dabei waren. Zunächst ging es zu den jeweiligen Gastgebern, damit sich unsere französi­schen Aikidoka nach der langen Busfahrt noch etwas frisch machen konnten. An­schließend trafen sich alle in Gerstetten im Hause von Heidi und Dieter Fuchs. Diese hatten mit der ganzen Familie eine Garten­party vorbereitet und zusammen mit den weiteren, mitgebrachten Sachen gab es Essen und Trinken in Hülle und Fülle.
Die Stimmung war prächtig, obwohl kurz vorher in der Nähe ein Blitz eingeschlagen hatte, der das Stromnetz in halb Gerstetten für ein paar Stunden lahmgelegt hatte. Mit Hilfe eines Stromgenerators und vieler Kerzen wurde für Licht gesorgt. Die Party bekam dadurch sogar noch ein romanti­sches Flair. Da die Franzosen ca. 11 Stun­den Busfahrt hinter sich hatten, wurde der Abend gegen Mitternacht beendet. Für den nächsten Tag sollte jeder wieder richtig fit sein, denn am Freitag sollte die Fahrt nach München gehen.
Wir kamen wie geplant um 10 Uhr bei den Parkplätzen der Allianz-Arena an. Mit der U-Bahn ging es weiter in die Stadtmitte. Von dort aus machten wir eine Stadtrund­fahrt mit einem Bus ohne Dach, damit jeder auch genügend sehen konnte. Nach einem gemütlichen Mittagessen ging es mit der U-Bahn weiter zum Olympia-Park und von dort aus zum Fernsehturm. Als weiterer Höhepunkt stand noch das BMW-Museum auf dem Programm, welches für alle sehr sehenswert war. Unsere französischen Gäste waren förmlich entzückt. Gegen 17.30 Uhr fuhren wir etwas ermüdet zurück in die Stadt zum Marienplatz, um die In­nenstadt und das herrliche Wetter schlen­dernd zu genießen. Schließlich besuchten wir dann unser letztes Tagesziel: das Hof­bräuhaus!
Am Samstag standen dann zwei Trai­ningseinheiten auf unserem Programm. Das erste, morgendliche Training wurde von unserem Meister Rüdiger Scholz, 3. Dan, geleitet. Wer ihn kennt, der weiß, dass er uns alle sehr viel üben und schwit­zen ließ.
Durch seine Übungen zeigte er die un­zählige Vielfalt der Möglichkeiten auf, wie man unterschiedlichen Angriffen, ob mit oder ohne Waffen, begegnen kann. Die Franzosen, die einen etwas anderen Aiki­dostil trainieren, waren (wie auch wir) von seinem Training begeistert.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen konnte die freie Zeit für Unternehmungen jeglicher Art genutzt werden. Am späten Nachmittag stand dann Meister Martin Glutsch, 6. Dan, welcher extra aus Böblin­gen angereist war, als Trainer auf der Matte. Es war faszinierend, wie Martin es immer wieder schaffte, selbst schwierigste Techniken ganz einfach erscheinen zu las­sen. Durch seine ruhige Art und die vielen Fingerzeige ließ er uns erkennen, dass viele Techniken gar nicht so komplex wa­ren, wie sie zuerst aussahen. Die meisten Formen entpuppten sich als ganz natürli­che, kurze und genaue Bewegungen, die optimal mit dem gesamten Körper harmo­nisch übereinstimmten. Um dies jedoch zu erreichen, bedarf es schon ein jahrelanges Üben!


Meister Martin Glutsch, 6. Dan,
 in Aktion mit ei­nem der französischen Gäste


So hatten wir wirklich zwei tolle Trai­ningseinheiten erlebt, die von Meistern ge­leitet worden waren, die durch ihre jahre­langen Erfahrungen im Aikido sehr viel an Lehre und Technik übermitteln konnten! Aus diesem Grund ein herzliches Danke­schön für die von euch investierte Zeit, die ihr für uns an diesem Samstag im Training aufgebracht habt.
Abends veranstalteten wir dann unser Abschiedsessen beim Spanier, für das Peter Müller gesorgt hatte. Mit seinem ca. 8-Gänge-Menü bereitete der Koch uns ein Festmahl, welches noch lange in unseren Erinnerungen bleiben wird. Wir aßen, tran­ken, feierten unsere erneute Begegnung und ließen das unvergessliche gemein­same Wochenende in gegenseitigen Er­zählungen nochmals Revue passieren.
Am Sonntag mussten wir leider wider Willen Abschied von unseren französi­schen Gästen nehmen. Mit unserem Dank für den Besuch drückten wir jedoch auch unsere Freude aus, uns im nächsten Jahr bei ihnen in Pré St. Gervais, einer Vorstadt von Paris, wiederzusehen.
Zum Schluss noch ein herzliches Dan­keschön an alle Beteiligten und Helfer, weil ohne sie dieses ungewöhnliche Erlebnis so nicht möglich gewesen wäre!

Thomas Wolfram,
Heidenheimer SB e. V.

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50 Jahre Budoka im HSB 1846 e.V.

Anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums als aktiver Budoka im Heidenheimer Sport­bund e. V. lud Rüdiger Scholz die Dan-Trä­ger im Bereich des Aikido-Ver­bands Ba­den-Württemberg (AVBW) zu einem Dan-Event nach Heidenheim ein. Als Trainer konnte er den Bundestrainer des DAB Karl Köppel, 7. Dan, und den Vorsitzenden des AVBW Martin Glutsch, 6. Dan, gewinnen.
In seiner Begrüßungsrede ließ der Ab­teilungsleiter Dr. Wolfgang Rau den Wer­degang von Rüdiger Scholz in der Budo-Abteilung kurz Revue passieren:
Rüdiger Scholz war im Januar 1960 in die Judo-Abteilung des damaligen TSB 1846 e. V. eingetreten. Zuvor war er im Turnen aktiv gewesen. Bereits 1966 be­gann er, zusätzlich zum Judosport das Ai­kido zu erlernen. Im Sommer 1973 hängte er den aktiven Judosport und damit den Wettkampfsport an den sprichwörtlichen Nagel und verschrieb sich fortan nur noch dem Aikido. Dass er diesen Sport förmlich liebte, zeigten seine immerwährenden und vielfältigen Aktivitäten, nicht nur innerhalb der Budo-Abteilung, sondern auch weit darüber hinaus, für und um das Aikido.


Rüdiger Scholz (li.) unter den Augen des  Bundestrainers Karl Köppel (re.)

In seiner kurzen Ansprache kramte der AVBW-Vorsitzende Martin Glutsch auch einige Anekdötchen aus den früheren Jah­ren des Jubilars hervor. Dabei zeigte er unter anderem auf, wie „streng“ Rüdiger damals sein konnte und wie er selbst, da­mals noch ein sogenannter „Jungspunt“, dies erfahren musste. War Rüdiger Scholz doch geprägt vom damaligen Bundestrai­ner Gerd Wischnewski, als das Aikido noch unter den Fittichen des Deutschen Judo-Bundes trainiert worden war.
Der Bundestrainer Karl Köppel betonte, dass er damals oft zum TSB gefahren sei, um bei Rüdiger Scholz Aikido zu lernen, dieser also für ihn der erste Aikidolehrer war.
Das Training selbst gestaltete sich aus­gesprochen kurzweilig. Karl Köppel und Martin Glutsch teil­ten sich das Trai­ning. Ohne vorhe­rige Absprachen bauten die Techni­ken fast nahtlos aufeinander auf. Das Vormittags­training war dem waf­fen­losen Aikido gewidmet, wäh­rend am Nach­mittag mit Jo (ein 1,20 m lan­ger Stab) und mit Bok­ken (Holz­schwert) trainiert wurde. Auch hier zeigten Karl und Martin, wie sie sich har­monisch er­gänz­ten, und es war eine Freude, mit ihnen trainieren zu dürfen.
In der Mittagspause gab es als Stärkung Maultaschen in der Brühe, schwäbischen Kartoffelsalat und Krautsalat. Da das Wet­ter sich von seiner schönsten Seite zeigte, konnten nicht nur ausgiebige Gespräche geführt werden. Spaziergänge in der Sonne waren ein kleines „Sahnehäub­chen“.
Nach dem Nachmittagstraining trafen sich alle Teilnehmer und noch einige lang­jährige Budoka (Judoka und Karateka) im Nebenzimmer der Vereinsgaststätte „Jahn­haus“ zu einem gemütlichen Plausch bei Brötchen, Salaten, Kaffee und Kuchen.
Rüdiger Scholz bedankte sich herzlich bei all seinen Helfern. Ein besonderer Dank mit einem Blumenstrauß galt Carmen Biskup für ihren unermüdlichen Einsatz in der Organisation und ihre tatkräftige Hilfe.
Wenn man die Dankesworte der Lehr­gangsteilnehmer beim „Adieu-Sagen“ wie­dergeben darf, dann war es nicht nur eine gute Idee, einen solchen Dan-Event auszu­richten. Es war ein rundum gelungener Lehrgang und ein tolles Treffen.

Rüdiger Scholz,
Heidenheimer SB e. V.

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Ju-no-geiko und Kakari-geiko

Was sorgen doch diese beiden Begriffe für Verwirrung. In der Prüfungsordnung tau­chen sie im Zusammenhang mit dem Ran­dori auf, wonach dieses zum 2., 4. und 5. Dan in Kakari-geiko auszuführen ist, alle anderen in Ju-no-geiko. Die Übersetzung der Begriffe wird wie folgt angegeben:

Ju-no-geiko:    geschmeidige (weiche) Übungs­form
Kakari-geiko:     „kraftvolle“ Übungsform

Da kann der unerfahrene Aikidoka schon mal über die Begrifflichkeiten stol­pern, wo doch die Techniken allgemein zu höheren Graden hin geschmeidiger und eben nicht kraftvoller werden sollen.
Wie sind diese Begriffe zu verstehen? Aufgrund der allgemein vorhandenen Ver­wirrung gerade bei den unteren Graden wurde das Thema auf dem Bundes­wochenlehrgang III in Bad Blankenburg von den Teilnehmern gemeinsam mit den Bun­destrainern Alfred Heymann und Karl Köppel erörtert. Die Diskussion machte deutlich, dass eher der zweite Begriff fal­sche Schlussfolgerungen zulässt, der erste jedoch passend erscheint. Insgesamt ei­nigte man sich mehrheitlich auf die folgen­den Beschreibungen:

Ju-no-geiko:     weiche Übungsform
Kakari-geiko:     fortgeschrittene Übungsform

Die deutschen Begriffe sind nicht als wortgetreue Übersetzungen anzusehen, sondern sollen die Bedeutung klar machen. Zum Beispiel muss der Prüfling zum 1. Dan genau wie bei der Prüfung zum 2. Dan ein Randori gegen einen Angreifer demonstrie­ren, jedoch muss er ein wesentlich höheres Niveau darbieten. Dies bedeutet, auch bei konsequenterem Angreifen des Uke, eine gleichbleibende Geschmeidigkeit der Tech­niken des Nage. Kakari-geiko soll also kei­neswegs zu einem „Gerupfe“ verleiten un­ter der Fehlannahme, man würde durch besonders schnelle oder kräftige Formen bei einer Prüfung Extrapunkte sammeln.
Wer fleißig sein Randori übt und sich in den freien Formen verbessert, wird auto­matisch die Techniken präziser, dynami­scher und damit konsequenter ausführen. Damit ist die Prüfungsanforderung Kakari-geiko erreicht, ohne dass Nage bewusst etwas an der Ausführung ändert.

Patrick David,
USC Clausthal-Zellerfeld e. V.

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Kote-hineri (Sankyo)

Der Kote-hineri ist eine Hebeltechnik, die an der Handkante bzw. dem Handgelenk Ukes ansetzt und über eine Verdrehung des Unterarms ihre Wirkung entfaltet. Eine besonders schöne Tenkan-Ausführung er­gibt sich gegen Ushi­ro-ryote-tori.
Die Angriffssituation entsteht daraus, dass Uke eine Chance sieht, in Nages Rü­cken zu kommen, um von dort aus dessen Hände zu fixieren. Für den Verteidiger ist es nun von Wichtigkeit, möglichst sofort nach dem ersten Kontakt die Führung des weiteren Geschehens zu übernehmen. Dazu nimmt Nage den gefassten Arm mit aktivierter Tegatana vor das Zentrum, wo­bei er Uke beschleunigt und so dessen Rhyth­mus stört.
In dieser Phase ist es für Nage sehr einfach, mit seiner zweiten Hand Ukes Handgelenk und Kleinfingerballen zu um­fassen. Während die Bewegung Ukes aktiv weitergeführt wird, taucht Nage weich unter dem zuerst fassenden Arm hindurch. Dabei entsteht eine starke Torsion (Dreh­span­nung) auf Ukes Unter­arm, durch die dieser zu einer Ausweichhaltung gezwungen wird. Gleich­zeitig kommt Nage in eine Ura-Posi­tion (d. h. schräg hinter Uke zu stehen), aus der heraus sich das Tenkan-Prinzip sehr einfach anwenden lässt.
Die Weiterleitung der Bewegung ist fast zwangsläufig und kann durch die Ver­dre­hung des kontrollierten Handgelenks ge­steuert werden. Uke wird durch Tenkan-ashi spiralförmig vor das eigene Zentrum und von dort aus zu Boden geführt, wobei die zweite (nun freie) Hand Nages in der Ellenbeuge die Kontrolle Ukes unterstützt.
Eine abschließende Verhebelung kann am Boden, aber auch im Stehen erfolgen, indem der Arm in Fortführung der bisheri­gen Bewegungsrichtung hinter Ukes Rü­cken eingedreht und unterhalb von Nages Zentrums blockiert wird.
Dr. Thomas Oettinger, 5. Dan,
Mitglied der Techn. Kommission

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Jubiläumsjahr beim KSV Herne 1920 e.V.

Insgesamt sieben Jubiläen hat die Aikido-Abteilung des KSV Herne in diesem Jahr zu feiern. Allen voran steht Horst Glo­winski, 7. Dan Aikido und Begründer der Abteilung Aikido. Horst ist im April 2010 jetzt genau 40 Jahre im Verein.
Der Grundstein für Horsts Aikido-Kar­riere wurde am 14. April 1970 in Castrop-Rauxel gelegt. Nach 10 Jahren Judo fing er mit dem Aikido an und ist bis heute aktiv dabei. Horst Glowinski ist mittlerweile einer der erfolgreichsten Trainer im deutschen Aikido. Unter seiner Leitung wurden insge­samt 33 Schüler zum Dan (Meistergrad) ausgebildet. Einige dieser Meisterschüler haben wiederum neue Vereine gegründet.
Von Castrop-Rauxel aus ging es nach Herne. Hier waren Horsts nächste Statio­nen die Turnhalle der Gräffstraße und der Gymnastikraum im Sommerbad. Bis ein­schließlich 1978 wurde dort Aikido trainiert. Zu diesem Zeitpunkt nahm Horst Glowinski Kontakt zu dem damaligen 1. Vorsitzenden des KSV Herne 1920 e. V. und dem Ge­schäftsführer auf. Sein Anliegen war es, innerhalb des Vereins eine eigene Aikido-Abtei­lung zu gründen. Im Mai 1978 war es dann soweit. Mit stolzen drei Aikidoka wurde die neue „Heimat“, die Flottmann­hallen in Herne, mit dem ersten Training eingeweiht. Bis heute haben die Aikidoka, nicht nur aus Herne, innerhalb dieses ehemaligen Fabrikgebäudes ihr Dojo. Als die Fabrik geschlossen wurde, funktionierte man die Räumlichkeiten zu Kultur- und Sporthallen um.


Ein Blick in die Vergangenheit:
Meister Glowinski in jungen Jahren

Unter Horsts Leitung ist die Aikido-Abtei­lung des KSV Herne zu einer der größten in Deutschland herangewachsen. Er leitet nicht nur das wöchentliche Kinder- und Er­wachsenentraining, sondern er steht nun schon seit Jahren auch dem Land NRW als Regionaltrainer zur Verfügung. Nach 24-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit als 1. Vor­sitzender des Aikido-Verbandes NRW gab er dieses Amt am 27.02.2009 ab, ist aber weiterhin als Ehrenpräsident für den Ver­band tätig. Für seine Verdienste um den Aikido-Sport wurde Horst Glowinski im Jahr 2004 das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Wir alle gratulieren Horst Glowinski zum 40-jährigen Aikido-Jubiläum.

Carsten Rosengarth,
KSV Herne e. V.

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Erster Bundeslehrgang in Thüringen

Vom 5. bis 7. März 2010 fand zum ersten Mal ein Bundeslehrgang in Jena statt. Als Lehrer konnte Bundestrainer Karl Köppel gewonnen werden. So folgten ca. 60 Aiki­doka aus fast allen Teilen Deutschlands der Einladung nach Thüringen. Die Judo­halle im Sportforum Jena bot genügend Platz für alle Teilnehmer. Der Raum wurde auch gebraucht, denn als Themen waren Bewegungsverwandtschaften und Stab­techniken vorgesehen.
Am Freitagabend fanden sich die Teil­nehmer zum ersten Aikido-Training zu­sammen. Karl zeigte verschiedene Bo­dentechniken und ging auf die Bewe­gungsverwandtschaften zwischen diesen ein. Dieses Training dauerte zwei Stunden und war wohl zum warm werden gedacht.
Der weitere Ablauf des Lehrganges musste kurzfristig geändert werden, weil die Halle durch einen Planungsfehler am Samstagvormittag bereits belegt war. Die dadurch entfallene Trainingszeit wurde an das Nachmittags- und Abendtraining am Samstag angehängt. Den freien Vormittag nutzten die weit gereisten Teilnehmer zur Besichtigung von Jena.
Leider wurde die Tour durch Jena vom Wetter beeinträchtigt. Ein kurzer, aber hef­tiger Wintereinbruch mit dichtem Schnee­fall behinderte stark die Sicht. Der Schnee hatte aber auch einen Vorteil: Gegenüber der Lehrgangshalle befindet sich das Je­naer Fußballstadion, in dem für Samstag­nachmittag ein Spiel der 3. Liga angesetzt war. Dieses Spiel fiel zum Glück aus und damit auch das Verkehrschaos am Sta­dion. So waren alle Teilnehmer pünktlich zum nächsten Trainingsbeginn um 14 Uhr auf der Matte.
Es folgten zweieinhalb Stunden anstren­gendes Training. Diesmal kamen Karls ab­gesägte Besenstiele und der Stab zum Einsatz. Karl zeigte verschiedene Techni­ken in drei Varianten: ohne Waffen, mit dem kurzen Stab und mit dem üblichen Jo. Es war sehr interessant, die Gemeinsam­keiten zwischen den Ausführungen zu se­hen und auch selbst nachzuvollziehen.
Nach diesem ersten Training hatte der SSK Jena einen Imbiss vorbereitet, der von allen sehr gelobt wurde. Die Pause ging viel zu schnell zu Ende und das Training bis 20 Uhr weiter. Am Ende war vielen Ai­kidoka die Erschöpfung anzusehen. Der SSK Jena hatte zum gemeinsamen Abendessen Plätze in einem griechischen Restaurant in der Jenaer Innenstadt reser­viert. Dort trafen sich die Teilnehmer zum gemütlichen Tagesausklang.



Am Sonntagmorgen fand die letzte Trai­ningseinheit statt. Am Ende bekam Karl als Geschenk des Aikidoverbandes Thüringen ein Buch über Jena. Mit diesem Geschenk hoffen der AVTH und der SSK Jena, Meister Karl Köppel bald wieder zu einem Lehrgang begrüßen zu dürfen. Vielen Dank an dieser Stelle für das interessante und abwechslungsreiche Training. Auch allen Organisatoren und Helfern gebührt ein großes Lob für den erfolgreichen Ablauf dieses Lehrganges. Wir freuen uns schon auf ein nächstes Mal.

Ralf Lotze,
SSK Jena e. V.

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Von 0 auf 100

Fast! Seit Oktober 2008 trainieren in Sprockhövel Schüler und Schülerinnen ab 7 Jahren in der Gymnastikhalle in der Glückauf-Halle zweimal pro Woche. Schon im Januar 2009 konnten wir dem Aikido-Verband 20 Schüler/-innen melden. Jetzt sind es 30. Die ersten werden bis zu den Sommerferien die Prüfung zum Orangegurt machen können.



Johannette Loose, Gründerin und Trai­nerin der Gruppe, möchte das Schüler- und Jugendtraining ausbauen. Die  Halle bietet Platz für weitere 10 bis 15 Kinder. Der Vor­stand unterstützt die Idee tatkräftig, wo er nur kann. Was uns fehlt, ist ein zweiter Trainer. Ideal wäre, wenn wir nach den Sommerferien das Schüler-/Jugend­training mit zwei Trainern und mind. eine Erwachsenengruppe anbieten könnten.
Wer Interesse hat, meldet sich bitte bei Johannette.Loose@tsg-sprockhoevel.de oder in der TSG-Geschäftsstelle: 02324/597984.

Johannette Loose,
TSG Sprockhövel e. V.

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Der beste Kampf findet nicht statt

Eine besondere Deutschstunde an der Kaltennordheimer Regelschule: Heft und Buch werden nicht benötigt, stattdessen Sportsachen. Die Realschüler der 9. Klasse treffen sich in der Turnhalle. In der Mitte sind Matten ausgelegt. Darauf steht Kaltennordheims evangelischer Pfarrer Lars Ophagen im Kampfanzug. Ophagen trainiert in seiner Freizeit die japanische Kampfkunst Aikido.
Im Deutschunterricht beschäftigen sich die Realschüler unter anderem mit Fach­texten. Mehrere Seiten im Buch widmen sich dem Thema Selbstverteidigung. Ge­schichte, ethische Aspekte und Techniken sind beschrieben. Unter anderem wird auch die Kampfsportart Aikido erklärt – mit vielen fremdsprachigen Fachbegriffen. „Die Texte sind schwer zu verstehen, da hatte sogar ich zum Teil Mühe“, sagt Deutschleh­rerin Angelika Dolch. Im vergangenen Jahr hatte sie die Idee, sich zusätzliche Infor­mationen zu beschaffen. Pfarrer Ophagen, der an Kaltennordheims Regelschule Reli­gion unterrichtet, kennt sie aus dem Leh­rerzimmer, weiß auch von dessen Kampfsport-Hobby. Eigentlich wollte Ange­lika Dolch nur ein paar im Lehrbuchtext unklare Begriffe erläutert bekommen. Lars Ophagen bot sofort eine praktische Vorfüh­rung für die Schüler an. So fand im ver­gangenen Schuljahr die erste Deutsch­stunde dieser Art in der Turnhalle statt. Die heutige 9. Klasse hatte damals im Neben­raum der abgeteilten Halle Sportunterricht gehabt und schon neugierig durch die Trennwand gelinst. Klar, dass die Mädchen und Jungen nun auch solch eine praktische Lektion wünschten.
Lars Ophagen beginnt mit einigen Auf­wärmübungen. Dann erhalten die Schüler einen Schnellkurs, wie man richtig fällt. Schließlich soll niemand verletzt werden. Dann folgen Würfe, und der Pfarrer erzählt dabei von der japanischen Kampfkunst, welche ausschließlich der Selbstverteidi­gung dient. „Sie beginnt im Kopf, ist mit viel Theorie verbunden“, sagt er. Die Neuntklässler sind begeistert dabei, probieren das Gezeigte sofort aus. „Der beste Kampf ist der, der nicht stattfindet“, meint Lars Ophagen. Beim Aikido gehe es nicht darum, den Angreifer zu verletzen, sondern ihn von der Sinnlosigkeit seines Angriffs zu überzeugen. „Selbstverteidigung funktio­niert zu 90 Prozent mit Entschlossenheit, die restlichen zehn Prozent sind Technik“, sagt der Pfarrer und animiert die Schüler, stets aufrecht zu gehen, einen Angreifer zunächst bestimmt zu warnen. Wenn das nichts nützt, bietet Aikido Abwehrtechniken wie Würfe und Kicks. Ophagen demonst­riert eindrucksvoll, wie man einen Schlag oder gar einen Angriff mit Messer und Elektroschocker abwehrt oder wie man sich aus einem Festhaltegriff befreit. Den An­greifer ablenken, zum Beispiel mit einem plötzlichen Schrei oder einer geworfenen Taschentuchpackung, rät er und führt es vor. „Der Schrei ist ein hervorragendes Mittel, um einen Überraschungsmoment zu erzeugen. Zusätzlich bekommt man Mut, wenn man schreit“, erzählt der Trainer.
Zu schnell geht die Doppelstunde vor­über. „Können wir nicht noch eine Stunde dranhängen?“, fragen die Schüler. Angelika Dolch und Lars Ophagen verneinen – aber nur für diesen Moment. Wer aber mehr über Aikido erfahren und die Kampfkunst erlernen will, hat dazu Gelegenheit: Opha­gen trainiert jeden Donnerstag in der Turn­halle ab 19 Uhr Erwachsene und fortge­schrittene Schüler in der von ihm gegrün­deten Aikido-Abteilung des Kaltennordhei­mer Sportvereins „RSV Fortuna“. Freitags gibt es die Kampfsportart als Schul-Arbeitsgemeinschaft für Kinder, jeweils ab 14 Uhr.
„Weich aus, wenn du gestoßen wirst, und trete ein, wenn du gezogen wirst“ – so lautet das Grundprinzip von Aikido. Dies sei in fast allen Lebenssituationen an­wendbar, aber stets ausschließlich zur Verteidigung. Christlicher Glaube und Ai­kido seien ethisch sehr gut vereinbar. Er betrachtet seine ehrenamtliche Trainer-Tä­tigkeit auch als Jugendarbeit, Prävention und ein Stück Mission. „Ich sehe, dass be­sonders bei Jungen häufig ein Ausgleich fehlt. Das ist ein Mangel unserer Gesell­schaft. Diesen Ausgleich suchen sie dann oft in verbotenen Bereichen“, sagt Lars Ophagen. Hier zu helfen, sieht der Pfarrer als Aufgabe für ihn. Er hilft mit Aikido – „das kann ich eben“ – und bietet Jugendli­chen einen sinnvollen Ausgleich, lehrt sie zudem, Gewalt zu begegnen, mit ihr umzu­gehen, gesundes Selbstbewusstsein aus­zuprägen. „Aikido ist eine Möglichkeit, Ge­walt zu begegnen, ohne Gegengewalt auszulösen.“

eingesandt von Lars Ophagen,
RSV Kaltennordheim e. V.

Quelle: Südthüringer Zeitung vom 10.03.2010;
Autor: Stefan Sachs

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Lange Wege

Als unser Trainer Thomas Clausen uns im Sommer letzten Jahres mitteilte, Barbara Oettinger hätte zugesagt, im nächsten Jahr einen Lehrgang bei uns abzuhalten, war ich im ersten Moment völlig sprachlos. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass sie als Präsidentin des DAB und In­haberin vieler anderer Ämter und Ehren­ämter sich Zeit nehmen könnte, für ein Wochenende den langen Weg aus Süd­deutschland an die Ostsee zu reisen, um bei uns in Grömitz einen Lehrgang zu lei­ten.
Als ich es dann fassen konnte, freute ich mich riesig über diese Neuigkeit. Die Dan-Herren mögen mir das bitte verzeihen und sich nicht diskriminiert fühlen: Ich hatte mir schon lange gewünscht, Barbara Oettinger einmal beim Aikido zu sehen, und war sehr gespannt darauf, wie bei einer 5.-Dan-Trä­gerin Aikido aussieht. Als sich dann zu un­serer großen Freude einige Monate später ergab, dass auch ihr Mann Thomas mit­kommen konnte und sie gemeinsam den Lehrgang leiten würden, hoffte ich, dass dieser Lehrgang mir vielleicht Antwort auf eine Frage liefern könnte, die mich schon längere Zeit beschäftigt: Ist Aikido bei Frauen und Männern wirklich gleich?
Nun am 10. April 2010 war das lang er­wartete und lang vorbereitete Wochenende gekommen. In den Eröffnungsworten stellte Barbara Oettinger ihren Mann als denjenigen vor, der sie vor langer Zeit zum Aikido gebracht hatte, und benannte ihn als ihren Meister. Thomas Oettinger ist ein langerfahrener Aikidoka, Lehrer und Meis­ter, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Mattenjubiläum feiert. Ein Verein oder ein Verband bräuchte zwar auch Menschen, die ihn repräsentieren, aber vor allem auch Lehrer, die das Wissen weitergeben, und damit übergab sie ihrem Mann den Beginn des Lehrgangs.
An beiden Lehrgangstagen übten wir Techniken mit und ohne Jo. Zudem lernten wir eine kurze Jo-Kata, die synchron mit einem Partner ausgeführt werden konnte. Immer wieder betonten Thomas und Bar­bara dabei die Wichtigkeit des richtigen Ausweichens: Wir bewegen uns aus der Angriffslinie, weichen aus, bevor ein Schlag/Stoß trifft, bevor ein Würgegriff wirklich würgt, bevor ein Griff richtig greift. Wir nehmen den Angriff im Vorfeld auf und übernehmen selbst die Führung.
Den Jo(s) wurde es den gesamten Lehr­gang über genauso wenig langweilig wie uns Teilnehmern. Sie waren vielseitig im Einsatz. Wir verwendeten die Stäbe zur Massage, zum Jonglieren oder für Ge­schicklichkeitsübungen, in Spielen beim Aufwärmen, beim Vorwärts- und Rück­wärtsrollen und zu Dehnübungen, bei de­nen man sich zeitweilig fragte, wie denn der Knoten nun wieder aufgeht.
Die Jo-Kata nahm einen großen Teil des Lehrgangs ein. Oder kam mir das nur so vor, weil sie mich so fasziniert hat? Jeden­falls erlernten wir am ersten Lehrgangstag eine Hälfte davon, übten diese abschlie­ßend mit einem Partner und am nächsten Morgen fügte Thomas Oettinger nach einer kurzen Wiederholung den zweiten Teil dazu. Hier war es wieder, das Thema Aus­weichen. Nun sehr wichtig und an­schau­lich, denn einen Schlag oder Stoß wollte man sicher nicht abbekommen.
Nachdem der Ablauf ein paar Male hin­tereinander fließend geklappt hatte und ich mich nicht mehr ganz so auf meine Hände und Füße konzentrieren musste, fing ich an, die vor- und zurückschwingenden Be­we­gungen zu genießen. Diese gleichzeitig mit dem Partner ausgeführten Bewe­gun­gen, das gleichmäßige Vor- und Zurück­schwin­gen, zusammen mit dem Wechsel von An­spannung und Entspannung, hatten eine eigenartig fesselnde Wirkung auf mich. Einerseits forderte der Umgang mit dem Jo ein hohes Maß an Konzentration, aber an­dererseits hatte dieser fast wie­gen­de Rhythmus eine entspannende Wirkung. Als wir dieses Thema beendeten und zum nächsten Punkt übergingen, war es, als müsste ich ein Buch an einer spannenden Stelle zur Seite legen, um an­dere Dinge zu erledigen. Es dauerte etwas, bis ich davon loslassen und mich auf Neues einlassen konnte.
Der Umstand, dass zeitgleich in Ham­burg ein weiterer Lehrgang stattfand und unserer deshalb mit 43 Teilnehmern über­sichtlich geblieben war, war zwar schade, hatte aber auch seine guten Seiten. So hatten wir oft die Gelegenheit, von Thomas oder Barbara einen Kommentar, eine Kor­rektur oder Bestätigung zu erhalten. Und beim abendlichen großen Büffet in der Gildehalle entwickelte sich schnell eine äu­ßerst familiäre Atmosphäre, in der (unter anderem) viele gute Ideen entstanden.
Danträger zu werden ist ein langer Weg, aber ein guter Lehrer zu werden liegt nicht jedem im Blut. Ich habe Barbara und Thomas Oettinger als hervorragende Leh­rer empfunden und sie bilden ein gutes Team. Sie sind sich in ihrem Stil einig, ver­stehen es, die wesentlichen Dinge ver­ständlich zu erklären, Fehler sicher zu er­kennen und dabei auf die unterschied­lichen Entwicklungsstufen einzugehen. Beide besitzen die Gabe, freundlich zu korrigieren und dabei so geduldig, aber hart­nä­ckig zu bleiben, bis man die Technik, dem Kyu- oder Dan-Grad entsprechend, ver­standen hat.


Meisterin Barbara Oettinger als Uke
bei der Vermittlung von Kokyu-ho

Barbara Oettinger verbrachte während des Lehrgangs viel Zeit auf der Kinder­matte. Es gelang ihr spielend, die Kinder zu motivieren, auch wenn die Bewegungen, z. B. in der Jo-Kata schwierig wurden. Die Kinder waren allesamt begeistert von ihr. Ihnen war ganz sicherlich nicht bewusst, wer sich da so warmherzig und liebevoll um sie kümmerte. Der Satz: „Ich bin immer für euch an­sprechbar!“, mit dem Barbara Oettinger ihre Leitartikel im aikido aktuell abschließt, hat für mich seitdem eine tiefere Bedeu­tung bekommen.


Besondere Übungsform: Einen Shiho-nage mehrfach mit ständig (auch während der Angriffsphase) geschlossenen Augen  
durchzuführen, ist gar nicht so einfach.


Um auf meinen Versuch zurückzukom­men herauszufinden, ob es einen Unter­schied zwischen dem Aikido eines Mannes und dem Aikido einer Frau gibt, muss ich sagen: Meine Augen haben keinen er­kannt. Als ich mir das eingestand, war ich im ersten Moment irritiert, denn irgendwie hatte ich es erwartet. Aber im Nachhinein bin ich froh darüber. Aikido scheint, wenn man es denn lange genug trainiert hat und auch gut beherrscht, wirklich geschlechter­unabhängig zu funktionieren. Mein Weg dorthin ist allerdings noch sehr lang. Doch allein dieser Erkenntnis wegen hat sich für mich der Lehrgang sehr gelohnt.
Vielen herzlichen Dank an Barbara und Thomas Oettinger, dass Ihr uns dieses Wochenende mit Euch ermöglicht habt, es wird uns lange in Erinnerung bleiben.
Und ebenfalls einen großen Dank an den Organisator Thomas Clausen, der nun zukünftig, wenn er wieder ohne Hakama in der Küche werkelt, doch zumindest an der Kochmütze als Meister zu erkennen sein wird.

Anne Strack,
TSV Grömitz e. V.

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Der Beginn einer Tradition

Bereits zum zweiten Mal gab es auf dem Herzogenhorn einen Wochenlehrgang mit Jean-Luc Subileau, 6. Dan, als Lehrer. Wie bereits im letzten Jahr hatte uns der Winter fest im Griff. Nebel und Schneefall wechselten sich ab. Manchmal verirrte sich auch ein Sonnenstrahl in die Halle. Doch nach den Spuren im Neuschnee zu urteilen, wussten die Saunagänger unter den Teil­nehmern das winterliche Wetter durchaus zu schätzen.
Aber auch ohne die Hilfe der Sonne ge­lang es Jean-Luc, unsere Glieder und Her­zen zu erwärmen. Zweimal am Tag gab es ein Training. Die Trainings wurden durch eine kurze Pause nach der Hälfte der Zeit unterbrochen. Die übrige Zeit des Tages wurde mit kleinen Spaziergängen aufs Horn, Mittagsschläfchen, Saunieren, Un­terhaltungen und Spielen ausgefüllt.
Insgesamt waren 28 Aikidoka aus unter­schiedlichen Verbänden auf der Matte. Es gab also genügend Platz, sich auszutoben, ohne den anderen auf die Füße zu fallen. Die meisten Teilnehmer waren auch schon letztes Jahr auf diesem Lehrgang. Es gab aber auch ein paar neue Gesichter, die sich schnell heimisch fühlten. Das schöne am Horn ist dieses Gefühl, vom ersten Moment des Ankommens an den Alltag hinter sich zu lassen. Als ob man für einen Moment aus der Zeit aussteigt.
Das Aikido von Jean-Luc Subileau ist geradlinig und schnörkellos. Er sucht meistens nach einer kurzen Umlenkphase den direkten Weg ins Zentrum des An­greifers. Die eigene Position wird dabei so gewählt, dass Nage sich schützt und Uke keine Möglichkeit gibt, die Initiative wieder zu übernehmen. Die Haltung ist aufrecht. Arme und Hände werden eng am Körper geführt, um Uke keine Angriffsfläche zu bieten. In der Abwurfphase wird Uke dann weit nach unten geführt. Die Demonstration der Techniken und die Korrekturen sind klar und prägnant. Es gibt viel Zeit zum Üben. Während des gesamten Lehrgangs werden immer wieder die fehlerhaften Be­wegungsmuster und Haltungen korrigiert. Dadurch hat, denke ich, jeder ein paar Hausaufgaben bekommen, um das eigene Aikido im Heimatdojo weiter zu verbessern. Zur Abwechslung wurde mit Jo und Bokken geübt.


Meister Subileau, 6. Dan

Insgesamt ein sehr schöner Lehrgang, der durchaus noch ein paar mehr Teilneh­mern Platz bieten würde. Besonderer Dank gebührt Karin Strobel-Tovar für die perfekte Organisation des Lehrgangs und den Mut, auch das finanzielle Risiko, welches mit der Ausrichtung eines Wochenlehrgangs ver­bunden ist, einzugehen. Ein Dank auch an Andreas und Juliane, die neben Karin Jean-Lucs Ausführungen ins Deutsche übersetzt haben. Zum Schluss möchte ich mich nochmals herzlich für das Ge­burtstagsgeschenk von Jean-Luc bedan­ken.
Wahrscheinlich wird der Lehrgang nächstes Jahr wieder um etwa die gleiche Zeit stattfinden.

Bernhard Bakan,
TSG Stuttgart e.V.

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DAB auf youtube.com

Der DAB hat jetzt eine eigene Seite bei Youtube.

- http://www.youtube.com/user/DeutscherAikidoBund

Dort werden regelmäßig Lehrgangs-, Prüfungs- und andere Videos veröffentlicht. Auch können die DAB-Vereine sich darüber vernetzen.

Fragen und Anregungen diesbezüglich können an den Bundesreferent Public-Relation André Lanfermann (public-relations@aikido-bund.de) oder direkt über Youtube gestellt werden.

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10 Jahre Samurai - Camp

Samurai Camp 2012 17. - 22. Juli 2012.

Wandeln auf den Spuren der Samurai im Zeltlager an der Ostsee.
Sport, Spiel, Abenteuer und viel Spaß beim Erlernen neuer Aikido-Techniken in einem ganz besonderen Umfeld.

Erfahrene Trainer und Betreuer stehen Euch zur Seite.
Freundschaftliche Bande zwischen Kindern und Jugendlichen sorgen für einen überregionalen Austausch durch Deutschland, und dies seit nunmehr zehn Jahren.

 

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Aikido-Bundeslehrgang erstmals beim TSV Winsen

Wurf- und Verteidigungstechniken gegen Messerangriffe sowie Wunschtechniken der Teilnehmer – Manfred Jennewein, Vizepräsident des Deutschen Aikido-Bundes sorgte zwei Tage lang in der Mehrzweckhalle auf dem Jahnplatz dafür, dass während des Aikido-Bundeslehrgangs keine Langeweile aufkam.
Er kommt aus der Nähe von Wiesbaden und hatte gleich 17 Aikidoka aus Hessen mitgebracht. Andere Teilnehmer kamen aus Rheinland-Pfalz, Bremen, Hamburg und Niedersachsen.
Als Lehrgangsleiter und Trainer der TSV Winsen Aikido-Abteilung sorgte Gisbert Burckardt für einen organisatorisch einwandfreien Ablauf.  
Der Träger des 6. Dan Aikido war in seiner Eigenschaft als Referent an die Luhe gekommen, um seine Erfahrungen weiterzugeben. Das Kommen sollte sich auch für ihn gelohnt haben, mit 58 Teilnehmern war es, laut Mandred Jennewein, ein hervorragender Bundeslehrgang, der auch organisatorisch einwandfrei ablief.
Bevor es auf den großen Mattenboden ging wurde traditionell mit dem Begrüßungszeremoniell begonnen. Dann ging es los, immer wieder hatte der Referent Tipps zu den Techniken parat, um die Verteidigungstechniken so effektiv wie möglich zu gestalten. Es standen einfache Techniken wie der Hüftwurf (Koshi Nage)im Vordergrund, die er im Detail und vielen Angriffsvarianten in Theorie und Praxis erläuterte. Dabei zeigte Jennwein an den zwei Tagen traditionelle aber auch neue Techniken.

„Der Lehrgang hat interessante Anregungen zur eigenen Gestaltung des Trainings geboten“, das war auch Gisbert Burkardts Meinung, der sein Wissen als Trainer an die TSV-Aikidoka weitergibt. Der Lehrgang fand mit Manfred Jennewein auf einem hohen Niveau statt. Nach dem Training ging es gemeinsam zum Abendessen ins Restaurant.
Manfred Jennewein bedankte sich für die hervoragende Organisation, dabei steckt die Aikido-Abteilung im TSV Winsen fast noch in den Kinderschuhen: Erst seit August 2010 wird hier diese Form der Selbstverteidigung angeboten, aber die Abteilung wächst unaufhörlich.
Übrigens: An jedem Freitag findet das Training in der Winarena von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr statt. Die Selbstbehauptung soll dabei im Mittelpunkt stehen.

Gerhard Wilken, TSV-Winsen

 

 

 

 

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Gratulation an Meister Alfred Heymann zum 7. Dan Aikido

Anlässlich der Sitzung der Technischen Kommission des Deutschen Aikido-Bundes im März 2007 erhielt Alfred Heymann aus Bad Sachsa/Niedersachsen den 7. Dan Aikido verliehen, acht Jahre nach seiner Graduierung zum 6. Dan. Er, der stets André Nocquet als seinen herausragenden Lehrer bezeichnet, ist damit der höchste Danträger im DAB, dem er seit 2002 als Bundestrainer zur Verfügung steht.

Kurz nach der Höhergraduierung konnte er sein 40-jähriges Mattenjubiläum feiern. Damit ist er ein echtes Vorbild, denn wer wünscht sich nicht, bei so guter gesundheitlicher und sportlicher Verfassung in fortgeschrittenem Alter auf der Matte und abseits davon zu wirken. Dass Alfred Heymann sich auf dem Do immer weiterentwickeln möchte, zeigt sich schon daran, dass er zu den ersten Absolventen der Übungsleiter-B-Ausbildung des DAB im Jahre 2006 gehörte. Er konnte mit seiner Persönlichkeit über die Jahrzehnte hin eine große Anzahl von Schülerinnen und Schülern prägen, die heute teilweise selbst höhere Dangrade besitzen.

Derzeit wirkt er auch als Regionaltrainer in Niedersachsen. Vorher nahm er diese Funktion 25 Jahre lang in Hessen und parallel auch sieben Jahre für Rheinland- Pfalz wahr. Er gründete die Aikido-Abteilung der TGS Walldorf 1896 e. V., leitete sie 30 Jahre und baute sie zu einer der größten deutschen Aikidogruppen auf. Der Technischen Kommission gehört er seit 1977 an. Im Ehrenamt bekleidete er Ämter wie das des DAB-Vizepräsidenten Organisation und des 2. Vorsitzenden des Aikido- Landesverbandes Hessen. Seit 2002 ist er 2. Vorsitzender des Aikido-Verbandes Niedersachsen.

Der DAB gratuliert Alfred Heymann sehr herzlich zum 7. Dan und hofft, ihn noch viele Jahre aktiv bei sich zu wissen!

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Lehrgangsbericht Bundeslehrgang 2011

Der zweite Bundeslehrgang im thüringischen Jena fand vom 11. bis zum 13. Februar 2011 unter Leitung von Bundestrainer Alfred Heymann statt. Der Aikido-Verband Thüringen e.V. richtete, wie im vergangenen Jahr, gemeinsam mit dem ortsansässigem SeiShinKai Jena e.V. den Lehrgang in der Judohalle des Sportforums aus. Der Einladung folgten ca. 50 Teilnehmer aus weiten Teilen Deutschlands. Das Thema des diesjährigen Bundeslehrganges waren die dritte Kata und der Kokyo-Nage.
Nach der Anreise fand am Freitagabend um 18.30 Uhr das erste Training statt. Auf die Begrüßung folgte eine gymnastische Erwärmung. Anschließend beschäftigten wir uns intensiv mit Kokyo-Ho. Gegenstand dieses Trainings waren die ersten zwei Techniksequenzen der dritten Kata mit den Angriffen Katate-tori und Ushiro-ryote-tori.
Nach zweistündigem Üben hielten fleißige Helfer erfrischende Getränke bereit. Neben individueller Abendgestaltung bestand die Möglichkeit im benachbarten Hotel gemeinsam Abend zu essen.
Gut ausgeruht trafen wir uns Samstagmorgen auf der Matte wieder. Nach einer intensiven Erwärmung mit dem Jo, lenkte Alfred den Trainingseifer zunächst auf eine Version des Irimi-Nage Tenkan. Diese wurde anfangs ohne, dann auch mit dem Stab geübt. Im Anschluss beschäftigten wir uns mit der nächsten Gruppe der dritten Kata, auf Yokomen-uchi. Alfred wies hier mehrfach auf die nun schon vor einigen Jahren erfolgte technische Änderung in der Ausführung des Tenchi-nage hin.
Die dreieinhalbstündige Mittagspause bot bei schönem Wetter Zeit um Jena zu erkunden, Aikido-Bekanntschaften zu pflegen oder auszuruhen.
Nachmittags übten wir unter Alfreds Anleitung die letzten beiden Sequenzen der Kata. Anschließend führten wir die ganze Kata komplett aus. Als Gedächtnisstütze lagen vorsorglich Listen mit dem kompletten Ablauf der Kata bereit, diese wurden auch gelegentlich noch als "Spickzettel" gebraucht.
Während einer kurzen Pause stärkten wir uns mit leckerem Kaffee, Gebäck und Obst, um genug Energie für die letzte Trainingseinheit an diesem Tag zu haben.
Am Abend beschäftigten wir uns vorrangig mit dem Kokyo-Nage, die dafür nötige Zentrumsarbeit stellte einige von uns vor eine große Herausforderung. Dabei veranschaulichte Alfred die Prinzipien der gezeigten Techniken immer wieder mit Hilfe des Jos.
Angenehm erschöpft vom Training freuten wir uns nun alle auf das gemeinsame Abendessen und kamen zu Suflaki und Gyros zusammen. Nach einem geselligen Abend und tiefem Schlaf freuten wir uns auf die letzte Trainingseinheit am Sonntagmorgen. Aufbauend auf der vorausgegangenen Trainingseinheit konzentrierten wir uns auf die Einbeziehung des Jos in den Atemkraftwurf.
Am Ende wurde Alfred ein Bildband von Jena als Andenken an die thüringische Stadt überreicht.
Im Anschluss sorgten die Jenaer Helfer mit Brötchen, Würstchen, Obst und Kuchen für das leibliche Wohl der Aikido-ka, die so gestärkt die Heimreise antreten konnten
An dieser Stelle möchten wir uns nochmals herzlich bei Alfred für das anregende und abwechslungsreiche Training bedanken. Besonderes Lob gilt den Helfern des SSK, die wie auch im letzten Jahr für den reibungslosen Ablauf des Bundeslehrgangs sorgten.
Wir freuen uns nun schon auf den nächsten Bundeslehrgang in Jena.

Theresa Wagner
AC Spandau

 

 

 

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Hessisches Landeskyutraining auf Erfolgskurs!

Keiner konnte es am 18. März übersehen: Landeskyutrainings mit 5 bis 10 Teilnehmern gehören der Vergangenheit an. Die Matte war voll – 30 Aikidoka waren gespannt auf das Training von Heike Bizet (3. Dan). Wer Heike kennt, war dann von ihrem Aufwärmtraining nicht überrascht, das uns alle an einem trüben Sonntagvormittag auf Trab brachte und gezielt Problemzonen bearbeitete: „Die Lendenwirbel sind unten, da oben sind die Brustwirbel.“ Da der gesamte Kyu-Regenbogen von weiß bis braun vertreten war, gestaltete Heike auch das Trainingsprogramm vielseitig und herausfordernd für alle. Durch die große Anzahl der Aikidoka und der vielen verschiedenen Vereine kam richtig Lehrgangsstimmung auf! Verstärkt wurde dies durch das großzügige Umfeld am Flughafen und kleine „Extras“ nach dem Training wie Getränke, Kuchen und Obst.

Bester Stimmung gingen alle auseinander – mit dem klaren Versprechen, auch die nächsten Landeskyutrainings wieder zu Events zu machen, an die man in der noch bevorstehenden langen Aikido-Karriere gerne zurückdenken wird.

Gudrun Moede, Aikido Flughafen Ffm e. V.

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Aikido nicht nur für Erwachsene

Im DAB gibt es nicht nur Training für Erwachsene. Zu dem grundlegenden Selbstverständnis des DAB gehört auch die Vermittlung der Prinzipien des Aikido an Kinder und Jugendliche.

Als besonders Beispiel gilt hier das jährliche Samurai-Camp des Aikido-Verbandes Schleswig-Holstein.

Hier ein Bericht über das Samurai-Camp des Jahres 2011.

 

Samurai Camp 2011

Soziale Kompetenz, Kreativität und Engagement kennzeichneten dieses Camp, an dem 94 Kinder und Jugendliche aus sechs Bundesländern sowie 12 Betreuer und Betreuerinnen teilnahmen. Alle Themen des Kinder- und Jugendplans wie Partizipation, Integration, Eigeninitiative, Gender Mainstream wurden vorbildlich gelebt. Durch das interessante Rahmenprogramm fühlten sich viele junge Aikidoka angesprochen, denen es so gut gefiel, dass sie im nächsten Jahr wieder teilnehmen wollen. Sie entdeckten den Reiz des Samurai Camps, den Eintritt in eine große Familie.

Mittlerweile fand das Camp schon zum neunten Mal statt. Viele Ehemalige sind nun aus dem Teilnehmeralter entwachsen und bereits ca. 20 Jahre alt. Zu ihnen gehören auch unsere jungen Betreuer Nina, Lisa, Fritz und Jan. Es macht ihnen sichtlich Spaß, sich für die jüngeren Aikidoka einzusetzen. Vor einigen Jahren gab es mal eine kleine Demo beim Camp mit dem Motto „Man kann nicht immer 16 sein.“ Dies war der Beginn der Teilnahme von 16- bis 19-Jährigen, die bereit waren, für andere Verantwortung zu übernehmen. In diesem Jahr nahmen Aikidoka ab ca. 15 Jahren diese Aufgabe als Zeltpaten wahr. Sie haben sich pflichtbewusst um unsere jungen Teilnehmer gekümmert und sie nicht aus den Augen verloren. Hierzu gehörten auch „Gute Nacht-Geschichten“, insbesondere zur Beruhigung nach der gruseligen Nachtwanderung“.  

Eine Neuheit war ein speziell inszeniertes Theaterspiel. Eine neue Teilnehmerin, die 10-jährige Anna, die zum ersten Mal dabei war, schrieb eigens für das Samurai Camp ein Drehbuch mit dem Thema „Wie der kleine Mo zu O Sensei wurde“. Die Rede ist hier von Morihei Uyeshiba. Die Darstellerinnen aus 4 Bundesländern  wurden von Anna selbst rekrutiert. Das Stück wurde mit Hilfe ihres Papas, der zum ersten Mal als Betreuer dabei war, einstudiert. Er leitete auch das Anfertigen der Gipsmasken an, die wunderbar Verwendung fanden.  

In der kurzen Camp-Zeit von Dienstagmittag bis Samstagabend erlangte das Theaterstück nach harter Arbeit Bühnenreife. Alle Aikidoka kamen zur Aufführung und waren beeindruckt. Der Beifall wurde durch Standing Ovations bekräftigt.  

Natürlich sind auch die Aikido-Angebote zu erwähnen. Sie beinhalteten die gesamte Bandbreite der Techniken vom Schüler- bis zum Meistergrad, ob mit oder ohne Waffen. Empathie, die Einstellung zum Angreifer sowie die Konfliktlösung im Vorfeld wurden im Unterricht behandelt. Auch philosophische Ansätze wurden bei der Thematik des Dualismus besprochen. Die jungen Aikidoka lieferten hier gute Beiträge. Die Einheiten wurden in kleinen Gruppen von unterschiedlichen Lehrern angeleitet.  

Ergänzend zum Aikido-Unterricht gab es einen Workshop, der unter dem Motto „Schlagfertigkeit“ stand. Hier gab es zahlreiche Hilfestellungen.

Das Gemeinschaftsgefühl wurde gestärkt bei der Lager-Olympiade, bei der viele Teams durch Kreativität überzeugen konnten. Die Gruselnacht war wie immer spannend – und die Darsteller in ihrer Aufmachung und ihrem Auftreten überzeugend und professionell. Das Thema „Partizipation“ stand im Vordergrund. Teilweise gab es mehr Interessenten als Rollen vorhanden waren, da sich auch die Jüngsten einbringen wollten. Diese wurden auf die nächsten Jahre vertröstet.

Das Bogenschießen und das Geo-Cachen, sowie die Zeitreise zu den Samurai waren weitere Highlights dieses Aikido-Zeltlagers. Das Schwimmen in der Ostsee, der Besuch im Hansapark und die Vorstellung von neuen Tanzstilen rundeten das Programm ab. Auch hier waren die Jugendlichen bestens vorbereitet. Die Gestaltung lag in ihrer Hand.

Spiele wie Werwolf und Schach, die japanischen Künste Origami und Kalligraphie sowie die Erstellung und Bemalung und Dekoration von Gipsmasken, aber auch Bewegungsangebote wie das Slacklining,  die Anwendung der Diabolos und auch Beach-Volleyball ließen absolut keine Langeweile aufkommen.

Das Wetter spielte zum Glück mit, einige Programmpunkte und Orte konnten je nach Wetter flexibel getauscht werden. Der Regen begann beispielsweise erst, nachdem der Besuch im Hansapark beendet war. Das Grillen fand bei Regen unter dem Vordach statt, und statt der geplanten Nachtwanderung fand die für den nächsten Tag vorgesehene Präsentation der neuen Tanzstile statt.

Bei dem diesjährigen Samurai Camp waren sich alle einig:

„Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei, und zwar vom 17.-22.07.2012!“


Lilo Schümann
Organisatorin des Samurai Camps
Jugendleiterin des
Aikido-Verband Schleswig-Holstein
und Mitglied des Vorstandes der Jugend des DAB

 

Vollständiger Bericht mit Bildern findet ihr hier.

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Informationen aus der 19. Bundesversammlung des DAB

Am 24.09.2011 fand in der thüringischen Landessportschule Bad Blankenburg die 19. Bundesversammlung des Deutschen Aikido-Bundes statt, welche von DAB-Präsidentin Dr. Barbara Oettinger geleitet wurde. Ort und Zeit waren gewählt worden, weil hier vorher der Bundeswochenlehrgang III unter Leitung der Bundestrainer Alfred Heymann und Karl Köppel stattgefunden hatte.

Zu Beginn der Versammlung wurde dem Bundesreferenten Jugend Patrick David nochmals zum Nachwuchs gratuliert und dem um Aikido-Spiele nie verlegenen Vater ein kleinkindgerechtes Spiel überreicht. Die vollzählig anwesenden Delegierten äußerten ihre große Zufriedenheit über die Arbeit des Präsidiums in den vergangenen beiden Jahren und drückten dies auch durch die einstimmige Entlastung des Präsidiums aus.

Als neuer Bundesreferent Public-Relations stand Gisbert Burckardt zur Wahl, die ebenfalls einstimmig erfolgte. Er betreute schon ein Jahr lang die DAB-Homepage als Webmaster.  Der Dank der Versammlung galt ihm wie auch Norbert Knoll, welcher für das Webdesign verantwortlich zeichnete und dafür weiterhin als kooptiertes Präsidiumsmitglied zuständig ist.

Als turnusgemäß zu bestimmender Kassenprüfer wurde Ermano Olivan und als Ersatzprüfer Thorsten Neitzel gewählt.
Der Haushaltsplan wurde einstimmig genehmigt, mit herzlichem Dank der Anwesenden an Bundesschatzmeister Edmund Grund.

Im Antragsteil ging es u. a. um eine Verschlankung des Regelwerks. Statt eigener Ordnungen für den Kyu- und Danbereich gibt es ab dem 01.01.2012 nur noch eine „Ordnung zum Einsatz von Prüfern und zur Vergabe der Aikido-Prüferlizenz des DAB“. Diese OPL-DAB ersetzt dann
die OPK-DAB und OPD-DAB.
Weiterhin wurde entsprechend einer Vorgabe des Deutschen Olympischen Sportbundes ein Anti-Doping-Passus in das Regelwerk (VOK- und VOD-DAB) aufgenommen.
Ergänzend erfolgten kleine redaktionelle Änderungen in der VOK-DAB, VOD-DAB, POD-DAB und OTC-DAB. Ein Antrag auf Änderung der VOD-DAB, dass bei Danprüfungen „Uke grundsätzlich von den Prüfern zugeteilt“ werden, wurde nach eingehender Diskussion zurückgezogen und an die Technische Kommission des DAB zurückverwiesen.

Die geänderten Ordnungen stehen zum Download auf den DAB-Internetseiten bereit: www.aikido-bund.de/downloads/

Für ihre Verdienste wurde Manfred Ellmaurer und Thomas Prim die DAB-Ehrennadel in Bronze und Frank Zimmermann die DAB-Ehrennadel in Silber verliehen.
Vor Ort übergab Vizepräsident (Organisation) Manfred Jennewein die Ehrennadel in Gold an Barbara Oettinger.

Geehrte Präsidiumsmitglieder mit Ehrenurkunden: Dr. Barbara Oettinger und Manfred Ellmaurer

Auch die Jahressichtmarke 2012 wurde wieder von Norbert Knoll entworfen, wofür ihm der große Applaus der Anwesenden sicher war.
Er erhielt auch die Urkunde über die Verleihung des Qualitätssiegels SPORT PRO GESUNDHEIT an die Übungsleiterin des von ihm geleiteten Aikido-Vereins Hannover Susanne Bertram überreicht, die am kürzlich durchgeführten G.U.T.-Do-Einführungskurs teilgenommen hatte (siehe Leitartikel der neuen aa-Ausgabe).
Eine Kooperation mit der FAT (Fédération d’Aikido Traditionnel) wird fortgesetzt.
So werden DAB-Meister beim dortigen Lehrgang vom 17. bis 20. Mai 2012 im Elsass lehren.

Von der Begrüßung über den harmonischen Verlauf bis zum erfreulich raschen Ende der Versammlung wurde deutlich, wie sehr die aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten Delegierten die Arbeit des DAB unter Führung von Barbara Oettinger schätzen, welche mit einem Dank an Dr. Dirk Bender als Organisator vor Ort die 19. BV beendete.

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Volle Matte mit Edith Heymann

Eine rare Gelegenheit hatten die hessischen Aikidoka da: Die Frau des Bundestrainers, selbst 5. Dan Aikido, hielt einen Lehrgang am Flughafen Frankfurt. Und weil sie dies so selten tut, hatte Edith Heymann denn am 31.03 und 01.04.2007 auch eine volle Matte. 80 Teilnehmer aller Graduierungen vom 5. Kyu bis zum 7. Dan tummelten sich in der Sporthalle der Fraport.

Am Samstag gab es Aikido der leeren Hand und am Sonntag vermittelte Edith Stocktechniken aus deren Bewegungsver- wandtschaft mit den entsprechenden waffenlosen Techniken heraus. Dieser Weg war auch für die Schülergrade gut nachvollziehbar. Dementsprechend waren die Teilnehmer mit Feuereifer dabei.

Bis nach Frankreich hatte sich die Gelegenheit herumgesprochen: Auf Einladung von Udo Dittrich, Vorsitzender des Vereins, waren Claude Orsatelli, 7. Dan Aikido und Präsident der Fédération d'Aïkido Traditionnel (FAT), und sein Sohn Christophe Orsatelli, 4. Dan und Vizepräsident der FAT, zum Lehrgang gekommen und beteiligten sich zur Freude vieler Teilnehmer rege und sehr hilfreich am Training.

Die Gäste aus Frankreich blieben dann auch mit der Trainerin und vielen Vereinsmitgliedern und Gästen der benachbarten Clubs am Abend zu einer sehr gelungenen Feier. Diese wurde durch einen Bauchtanzauftritt von Meisterin Jenni Härtig sehr bereichert – sie bewies eindeutig, das Aikido die Beweglichkeit der Hüfte in hohem Maße steigert, denn sie konnte auch die anwesenden Aikidoka einschließlich Bundestrainer und Präsidium der FAT zu einer Tanzeinlage animieren.

Petra Schmidt, AC Niedernhausen e. V.

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Bundeslehrgang in Bruchsal ein voller Erfolg

Hungrig waren sie, durstig waren sie und mit sich und der Welt zufrieden. Das Buffet, das wie schon die vorherigen Male von Andrea Pion sorgfältig und ausgewogen geplant und vorbereitet wurde, mit Obst und Gemüse und schmackhaft belegten Broten, war erster Anlaufpunkt der Teilnehmer des Bundeslehrganges des DAB, nachdem sie am Sonntagmittag ihre zweite Trainingseinheit absolviert hatten.

Ein Blick in die erhitzten Gesichter und spätere Nachfragen ergaben, dass der Lehrgang die gehegten Erwartungen und Ansprüche der angereisten Braungurt- und Dan-Träger erfüllt hatte und jeder für sich neues Wissen und erweiterte Kenntnisse mit nach Hause nehmen und stolz auf seine Trainingsleistung sein konnte.

Am 3. und 4. März hatte die Aikido-Abteilung des 1. BBC zu einem Bundeslehrgang des DAB eingeladen. Dazu konnte sie die beiden Aikido-Meister Berthold Krause (Bramstedter TS) und Werner Notheis (1. BBC), jeweils 5. Dan Aikido, als Lehrer begrüßen. 86 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und von nah und fern aus dem ganzen Bundesgebiet angereist. Dies bedeutete für manche, Hunderte von Kilometern z. B. aus Berlin, Dresden und Lübeck zurückzulegen. Nach den Strapazen ihrer Anreise wurden die Teilnehmer zunächst vom Lehrgangsleiter Jasmin Dzambic willkommen geheißen und mit Kaffee, Tee und Kuchen versorgt.

Doch dann stand auch schon die erste Trainingseinheit auf dem Programm. Die große Teilnehmergruppe wurde auf die beiden Hallen des Dojo verteilt. Während des folgenden zweieinhalbstündigen Trainings erhielten die Teilnehmer nun in der einen Halle Erklärungen und Anweisungen zum Nachvollziehen und zu der Abwehr von Messerangriffen und in der anderen Halle zu Tenchi-Nage-Techniken. Am Sonntag wurde getauscht, sodass beide Gruppen sowohl Messer- als auch Tenchi- Nage-Techniken einüben und vertiefen konnten.

Die Auswahl und Gestaltung des Trainings entsprach genau dem Geschmack der Teilnehmer, die sich am Samstag- abend beim chinesischen Essen erholen und wieder zu Kräften kommen konnten. Am Sonntagmorgen wurden die Gäste von Angelo Verardi, der mit den Verbliebenen auf der Matte übernachtet hatte, mit Frühstück versorgt, sodass sie das nachfolgende Training gestärkt, fit und munter durchführen konnten.

Die Aikido-Abteilung des 1. BBC bedankt sich bei allen Teilnehmern für ihr Kommen, bei Jasmin Dzambic für die Lehrgangsleitung, Andrea Pion und Angelo Verardi für die Verpflegung sowie allen mithelfenden Vereinsmitgliedern für ihren Beitrag zum Gelingen des Lehrganges.

Besonderer Dank gilt den beiden Lehrern Werner Notheis und Berthold Krause für das erfolgreiche Training.

Wir wünschen allen viel Spaß und Erfolg auf ihrem Weg im Aikido und wünschen uns für jeden weiteren Lehrgang, insbesondere natürlich in Bruchsal, eine ebenso zahlreiche Teilnahme und so zufriedene Gesichter wie bei diesem.

Ein besonderer Gruß geht hier in Richtung der Braungurte, die am Bundeslehrgang teilnahmen und nun dadurch und aufgrund des Vorbilds der Dan-Träger ihr Training hoffentlich noch motivierter fortführen und dann zum nächsten Lehrgang vielleicht selbst als Dan-Träger anreisen können.

Sandra Zimmermann, 1. Bruchsaler Budo-Club

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Landeslehrgang in Hannover

Es war wieder einmal soweit, ein Landeslehrgang stand beim Aikido-Verein Hannover vor der Tür. An diesem Wochenende sollte uns Hubert Luhmann einen Einblick in „sein Aikido” geben.

Klappe die 1.: Samstag, 5. Mai 2007
Trotz hervorragenden Wetters und Umzingelung durch den Marathon fanden sich viele Aikidoka auf den Tatamis in Hannover ein, um einen sehr aufschlussreichen Aikido-Lehrgang zu erleben. Die Gleichgewichtsbrechung anhand eines Dreiecks und physikalischer Gegebenheiten? Mit Hilfe von Klebeband und zweier Aikidoka, die David und Goliath glichen, wurde uns gezeigt, wie Kuzushi auch bei einem so ungleichen Paar problemlos erfolgen kann. Doch das war längst nicht alles. Als Polizeibeamter mit SEK-Erfahrung wusste Hubert Luhmann die Techniken nicht nur entsprechend praxisnah zu zeigen und anzuwenden, sondern stellte auch immer wieder die Wirksamkeit der Aikido-Techniken unter Beweis.

Klappe die 2.: Sonntag, 6. Mai 2007
Nach einem sehr lehrreichen Samstag starteten wir am Sonntag mit einem ungeplanten Mattenneuaufbau. Dies hatten wir übermütigen Jugendlichen zu verdanken. An dieser Stelle noch mal vielen Dank an die hilfsbereiten Lehrgangsteilnehmer, die einen pünktlichen Start mit Bokken und Jo ermöglichten. Auch hier stellte Hubert Luhmann sein praxisnahes Aikido erneut unter Beweis und erklärte die Handhabung des Jo und Bokken, die unter Umständen auch in Räumlichkeiten mit niederer Decke erfolgen kann. Dies funktioniert dann aber nur mit einem tiefen Stand und einem kurz über den Kopf geführten Bokken.

Zu guter Letzt erfolgte ein ca. 20 Minuten andauerndes Wechselrandori. Somit beendeten wir den Lehrgang sehr geschafft und doch dankbar für die vielen nützlichen Tipps und Hinweise für „unsere Aikidotechniken“.

Kerstin Koch, AV Hannover e. V.

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Aikidolehrgang in Leonberg – ein Projekt liefert Perspektiven

Am Wochenende des 21./22. April fand im Leonberger Berufsschulzentrum unter der Leitung von Walter Oelschläger (6. Dan) ein Aikidolehrgang mit dem thematischen Schwerpunkt Waffen statt. An der von der Aikido-Abteilung der TSG Leonberg organisierten Veranstaltung nahmen mehr als 50 Aikidoka teil. Der Lehrgang war lediglich als ein Versuch gestartet, um zu testen, wie gut die Resonanz für einen regelmäßigen Lehrgang sein könnte. Die Teilnahmeerwartungen wurden bei weitem übertroffen, sodass also auch einem weiteren Lehrgang nichts im Wege stehen sollte.

Es wurden zwei Trainingseinheiten abgehalten: eine für den Umgang mit dem Schwert (Bokken) und eine weitere für den Umgang mit dem Stab (Jo). Es herrschte bei herrlichem Frühlingswetter eine gute Atmosphäre im Dojo und auch das Feedback zu den angebotenen Trainingseinheiten war rundherum positiv. Um aber einen weniger technischen Bericht zu geben, folgen nun einige detaillierte und ganz persönliche Eindrücke eines Mitglieds der TSG Leonberg: „Lange bin ich noch nicht im Aikido. Noch nicht einmal lang genug, um die Vokabeln wirklich gut zu können. Und von allen Übungswaffen hatte ich erst das Bokken in der Hand gehalten. Und jetzt stehe ich hier und halte das Jo in der Hand. Besser gesagt in beiden Händen. Unser Meister Walter Oelschläger zeigt uns zuerst, dass der Stab, anders als das Schwert, zwischen den Händen hin- und herwandern kann, dass sich mehrere Positionen für die Hände am Stab anbieten, aber auch, welche Halteweisen sich verbieten. Hält man ihn mit beiden Händen an einem Ende, hat man zwar eine gute Reichweite mit dem Stab, aber keine Möglichkeit, den Stab wirklich zu kontrollieren. Hält man den Stab hingegen an beiden Enden, unterliegt er meiner vollkommenen Kontrolle, aber ich habe keinen Zentimeter mehr übrig, um ihn gegen meinen Gegner einzusetzen. So langsam entsteht bei den Aufwärmübungen ein Gefühl für den richtigen Kompromiss aus Stabilität und Reichweite. Der Stab läuft immer flüssiger zwischen den Händen hin und her, ich gewinne Sicherheit und ganz allmählich bekomme ich auch das Gefühl, dass Stab und Körper sich harmonisch miteinander bewegen und nicht das eine durch das andere dominiert wird.

Der Meister baut die Vormittagseinheit genauso systematisch auf wie die vorangegangene Einheit mit dem Schwert. Er legt das didaktische Fundament mit den grundlegenden Techniken. Die Schrittfolgen müssen passen, wir sollen auf das Timing achten und flüssig arbeiten. Er zeigt uns plakativ, wie die Übung nicht anzulegen ist. Er erklärt uns auch, warum der Schritt dann beendet sein soll, wenn der Stab auf dem Kopf des fiktiven Gegners landet, und warum fortgeschrittene Aikidoka von diesem Timing wiederum abweichen können. Er erklärt viel, ich lerne viel: Ich kann nahezu hören, wie bei mir die Groschen fallen. Aber dann kommt wie immer nach dem Abknien der Moment der Wahrheit und das Gesehene und Gelernte müssen umgesetzt werden. Und das ist in der Tat eine Herausforderung für einen Jo-Neuling, wenn man neben den üblichen Fragen „Wie stehe ich richtig?“, „Wohin zeigt mein Zentrum?“, „Was machen die Hände?“ auch noch das neu entdeckte Übungsgerät in seinen Gedanken unterbringen soll. Die ersten Abläufe sind stockend und alles andere als koordiniert. Der Stab ist noch ein Fremdkörper im System. Ich verwende viel zu viel Konzentration auf die richtige Handstellung, mache mir Ewigkeiten lang Gedanken über den richtigen Ab- stand zum Gegner und komme eigentlich vom pädagogisch richtigen Weg ab. Mein Trainingspartner, den ich noch nie zuvor gesehen habe – aber so ist das eben bei einem Lehrgang –, bringt eine Engelsgeduld mit. Das ist gut, denn die erste Übung lässt unser Meister sehr lange laufen. Es gelingt mir nun immer besser, den Abstand einzuschätzen. Er ist beileibe noch nicht perfekt, aber ich vermeide mittlerweile schon regelmäßig, mich beim ersten Aus- weichschritt zu weit vom Gegner zu entfernen. Das werte ich als Erfolg. Die Übungen werden komplexer. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Stab aufzunehmen, verschiedene Angriffe, verschiedene Verteidigungen. Unser Meister lässt uns die verschiedenen Varianten üben. Mittlerweile stellt sich das ein, was ich schon längst erwartet habe: Es wird mir einfach zu viel. Ich merke sehr schnell, dass ich besonders gerne eine Aufnahme des Jo und einen Angriff bevorzuge. Kopf und Körper wehren sich noch gegen eine andere Variante, zumindest fallen sie mir deutlich schwerer. Aber auf diesen Effekt hatte ich mich schon eingestellt. So verbringe ich die nächste Stunde damit, immer mehr das Zusammenspiel des Körpers mit dem Stab zu beobachten und mich dabei, so gut es geht, zu schlagen. Aber die schlussendliche Grenze wird mir dann zum Abschluss des Lehrgangs aufgezeigt. Unser Meister demonstriert uns die Kobayashi-Jo-Kata mit der Aufforderung, diese Kata auch mal zu probieren. Kurz gesagt: Für mich war es ein Desaster ... Da hatte ich mich mehr oder minder erfolgreich durch einzelne Techniken gerungen, aber die Kombination mehrerer aufeinander folgender Techniken, die zudem nicht wie eine Choreografie beim Tanz lediglich auswendig gelernt wird, sondern die Interaktion mit dem Partner beachten und in einer sinnvollen Ebene Angriff und Verteidigung simulieren soll, überstieg meine rudimentären Kenntnisse. Aber vielleicht gehört sich das auch so, dass man nach Ende eines Lehrgangs eine neue Perspektive und Herausforderung angeboten bekommt.“

Im Anschluss an jede Übungseinheit gab es für die Teilnehmer einen kleinen Imbiss, um auch jenseits der Matte Anknüpfungspunkte zu finden. Der Lehrer stand hier interessierten Schülern Rede und Antwort. Es herrschte eine herzliche Atmosphäre, die ganz sicher zum Gelingen des Projekts beitrug. Ein besonderer Dank soll auch nochmals auf diesem Wege an Claudia Hemke und Volker Uttecht von der TSG Leonberg für die ganz hervorragende Organisation sowie an den Lehrer Walter Oelschläger für die sehr lehrreichen und unterhaltsamen Stunden gehen. Auf baldige Wiederholung und ein Wiedersehen in Leonberg!

Sebastian Schwörer, TSG Leonberg

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Premiere beim internationalen Pfingstlehrgang in Heidenheim 2007

Mit Meisterin Patricia Guerri (6. Dan Aikido) hat der DAB in diesem Jahr zum ersten Mal eine Frau als Lehrerin für den traditionellen Pfingstlehrgang in Heidenheim eingeladen. Zu sagen, dass dies eine gute Wahl war, ist schlichtweg untertrieben. Der Lehrgang war wirklich ein ganz besonderes Highlight. Patricia ist eine außergewöhnliche Aikidomeisterin. Ihr Lehrer Saito Sensei, bei dem sie drei Jahre lang als Uchi-deshi in Iwama (Japan) lebte und trainierte, unterwies sie in der Kunst des Aikiken und des Aikijo. Als einzige Europäerin erhielt sie alle fünf Waffendane von ihm. Schließlich gründete Patricia Guerri einen eigenen Aikidoverband, der unter dem Namen Aikibukikai Dojos in Frankreich, Portugal und Marokko unterhält.

Meisterin Guerri gab uns in den drei Tagen, in denen wir mit ihr trainieren konnten, einen Einblick in das „Schatzkästchen“ der traditionellen japanischen Waffenarbeit, die Saito Sensei von O-Sensei erlernt hatte. Mit ihrer präzise angreifenden und aus den unmöglichsten Positionen perfekt fallenden Uke Isabelle Clavagnier (3. Dan Aikiken und Aikijo) zeigte sie verschiedene Übungsformen: Suburis (Grundschlagformen mit dem Ken, z. B. Shomen oder Yo- komen ...), Partnerübungen mit dem Stab und dem Schwert sowie Entwaffnungstechniken gegen Bokken und Tanto.

Das Training lief eher traditionell japanisch ab. Kurze Übungssequenzen wurden aus drei verschiedenen Positionen gezeigt und kurz erläutert, dann hieß es: Üben!

Dieser komprimierte Input forderte unsere Hirne doch ziemlich. Wer noch keine oder kaum Vorkenntnisse in der Waffenarbeit hatten, geriet noch mehr ins Schwitzen als die anderen. Dennoch muss man sagen, dass Patricia die Übungssequenzen methodisch hervorragend aufbaute. Das, was das Training mit ihr aber zu einem besonderen Vergnügen machte, waren einerseits ihr Witz und ihr Esprit, mit dem sie uns und unser gemeinsames Tun, aber auch sich selbst „auf die Schippe nahm“ –
andererseits aber die Tiefe, die Ernsthaftigkeit und die Hingabe an den Weg des Aiki, die sie uns vorlebt. In ihren Ausführungen zu der Arbeit mit dem Jo und dem Bokken erklärte sie immer wieder die Grundprinzipien, die ein(e) Aikidoka erfassen und befolgen sollte: Man soll respektvoll mit dem Erbe des Begründers umgehen und man soll stets nach der Perfektion streben, wenngleich wir nie die perfekte Technik, das perfekte Aikido erreichen können, da ein Leben dafür nicht ausreicht.

Patricia Guerri überzeugte die rund 80 Teilnehmer aus ganz Deutschland auch durch ihr technisches Können und ihren präzisen und wirkungsvollen Einsatz der Waffen. Besonders für die Danträger des DAB, die ja im Prüfungsprogramm Stab, Bokken oder Tanto haben, war dieser Lehrgang ein „Muss“. Wer nicht da war, verpasste wirklich etwas. Auch da die Resonanz der Teilnehmer so positiv ausfiel, wird der DAB Patricia hoffentlich wieder einladen, was mich persönlich sehr freuen würde. Eine solche Meisterin taugt grade auch für Frauen als Vorbild, und von den anwesenden Männern wird jeder bestätigen können, dass die These, dass „Frauen nicht mit Waffen umgehen können“, absoluter Quatsch ist. Erstens wäre die Menschheit dann schon längst verhungert und zweitens ist das präzise und wirkungsvolle Angreifen eine Frage der Lehre und des Trainings.

Ich würde es sehr begrüßen, wenn einige der gezeigten traditionellen Übungsformen im DAB (besonders im Norden) wieder stärker gezeigt und gepflegt würden, da die Basisarbeit an der Waffe (langsames, präzises Schlagen) eine unerlässliche Grundlage darstellt. Patricia nannte dies den „Aperitif“. Ich habe Lust auf mehr bekommen. Nicht zuletzt verdanken wir aber auch den Veranstaltern in Heidenheim, dass der Lehrgang so gelungen war. Ein herzliches Dankeschön geht an alle bekannten und unbekannten Heidenheimer Helfer.

Frauke Drewitz, Lübecker JC e. V.

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Aikido in Bordeaux

C'est bon, c'est bon....

Aikido in Bordeaux

Ein äußerst anregendes Oster-Wochenende verbrachten die Aikidoka der Federation d'Aikido Traditionnel mit Meister Horst Hahn aus Nürnberg. Durch persönlichen Kontakt war es zu der Einladung gekommen, die Horst gerne annahm.

Nachdem die FAT am Samstag morgen Danprüfungen abgehalten hatte, wurde die Matte in insgesamt vier Trainings von Horst souverän durchgeführt. Glücklicherweise gab es zweisprachige Begleitung in Person von Petra Schmidt und Thierry Riat , welche die diversen Erklärungen, zusätzlich zu Horsts eigenen französischen Bemühungen, dem französischen Publikum näher bringen konnten.

Themen waren wichtige Elemente wie etwa die Gleichgewichtsbrechung und die Führung des Partners in die Technik hinein. Die Anregungen aus Deutschland wurden aufgenommen und in sehr vergnüglichen Trainingseinheiten umgesetzt.

Jedenfalls gingen alle Teilnehmer am Montag mittag vergnügt nach Hause und die französischen Freunde haben offensichtlich in keinster Weise bedauert sich mal einen Meister aus Bayern geholt zu haben.

Die nächste Gelegenheit solches in freundlichem Miteinander zu erleben ist der Himmelfahrts-Lehrgang in Mulhouse/Elsass (17.-20.05.) – bedeutend näher dran – mit deutschen und französischen Meistern und hoffentlich auch Schülern.

Petra Schmidt
1. Vorsitzende des AIkido-Verbandes Hessen
 

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Ein Jubiläumslehrgang besonderer Art

Wenn jemand die Lehrgangsankündigungen liest, dann steht oft nicht mehr an erster Stelle: „Wo kann ich noch etwas lernen?“, sondern: „Welche Lehrgänge brauche ich, damit ich zur nächsten Prüfung zugelassen werde oder meine Lizenzen verlängert werden?“ – Dann als Nächstes: „Meister X, kenn’ ich, war ganz interessant.“ oder: „Vereinslehrgang mit Meister Überblick, 2. Dan – unter meinem Niveau!“ Das alles könnte auch bei mir eine Rolle spielen, da ich 1965 mit Aikido angefangen habe und so manches miterleben durfte, wenn ich nicht Rentner oder, vornehmer ausgedrückt, Pensionär wäre, die bekanntlich ja immer ein Zeitproblem haben; bei mir: Familienforschung, Töpfern, Bonsais pflegen, Polnisch und Japanisch lernen – ach ja und Aikido.

Als ich in Lehrgangsankündigungen und „aikido aktuell“ die Mitteilung las, dass der Aikido-Club Northeim anlässlich seines 30- jährigen Bestehens zu einem Jubiläumslehrgang einlud, staunte ich nicht schlecht: Lehrer Edmund Kern, 8. Dan Kyoshi (Regionaldirektor Aikido für Deutschland der IMAF), und Alfred Heymann, 7. Dan (DAB- Bundestrainer), zwei Vertreter mit gegensätzlichen Organisationsstandpunkten.

Für mich war klar, bei so einem historischen Ereignis, da musst du hin. Bei strahlendem Sonnenschein startete ich um 8 Uhr in Richtung Northeim. Hotel vorbestellt, Navigator aufs Ziel programmiert und rauf auf die Autobahn. Ohne Probleme kam ich bereits gegen 11 Uhr an und fand schließlich das Hotel und, was noch wichtiger war, einen Parkplatz. Es blieb Zeit fürs Mittagessen, einen Bummel über einen kleinen Markt und eine geruhsame Mittagspause.

In der Sporthalle am Schuhwall angekommen, wurde ich herzlich begrüßt. Siegfried Mudra hatte mich sofort als den „Initiator von 50 aufwärts“ identifiziert.

Als ich in die Halle kam, hörte ich mit sächsischem Zungenschlag meinen Namen, ein Dresdener, der mal in Siegburg trainiert hatte, erkannte mich sofort.

Es war klar, dass, bevor die Arbeit auf der Matte begann, die Vereinsvorsitzende Bärbel Mudra, der Bürgermeister und der Vertreter des Aikido-Landesverbandes einige Worte zur Begrüßung vorbereitet hatten, verbunden mit Glückwünschen für Alfred Heymann zur Verleihung des 7. Dans und zu seinem 40-jährigen Mattenjubiläum.

Das Eröffnungszeremoniell der Lehrer war der Situation angepasst, die Worte von Edmund Kern und Alfred Heymann ließen erkennen, dass die in den Gründerjahren entstandene Konfrontationshaltung sich zu einer freundlichen, partnerschaftlichen Akzeptanz gewandelt hat.

So begann Edmund Kern, der in der Tradition von Meister Saito (Iwama-Ryu) unterrichtet, seinen Unterricht mit „Tai-no- henko“ und den Variationen, die sich hieraus entwickeln ließen.

Da die 108 Teilnehmer aus 22 verschiedenen Clubs auch unterschiedlichen Verbänden angehörten, z. B. DAB, IMAF, FDAV u. a., erklärte er, wie sich die einzelnen Techniken von der mehr statischen „Kihon-waza“ hin zur fließenden Bewegung (Ki-no-nagare) entwickeln.

Da in seiner Lehrerorientierung die Waffen eine zentrale Rolle einnehmen, wurden immer wieder Beispiele gezeigt, wie das Schwert gehalten und geführt wird. „Aikido definiert sich vom Schwert her. Wenn man nicht weiß, wie die Handhaltung ist, muss man sich vorstellen, wie man das Schwert hält und führt.“

Alfred Heymann setzte im zweiten Teil am Unterricht von Edmund Kern an und zeigte aus seinem umfangreichen Repertoire verschiedene Grundtechniken und Kokyu-nage-Formen. Mit pädagogischem Einfühlungsvermögen korrigierte er und half über Schwierigkeiten hinweg, die anfänglich durch die unterschiedlichen Lehrerorientierungen bei einigen Teilnehmern bestanden.

Von meinem Hotel aus war das Chinarestaurant zu Fuß einfach zu erreichen und im Glauben, ich sei etwas zu früh, fand ich schon eine muntere Schar an den Tischen. Ich landete bei Teilnehmern aus Amorbach. Ich fand, der Name der Stadt passte so gut zu Aikido, weil Ueshiba das eine Zeichen AI („passen, angemessen sein, zusammenfügen“) durch ein anderes AI („Liebe“) ersetzt hat. Die Zeit verging bei den interessanten Gesprächen wie im Flug und mit der Erkenntnis, dass es in Northeim auch ein gutes Bier gibt, fand ich mich zur nächtlichen Stunde wieder im Hotel ein.

Sonntag, gut geschlafen und gefrühstückt, fanden sich alle erneut in der Halle ein. Zurückschauend auf den vorhergehenden Tag: 40 Jahre Erfahrung lassen sich nicht verleugnen; es lohnt sich für einen auch, die Zeit durchzustehen, in der man nicht so motiviert ist.

Edmund Kern unterrichtete u. a. „Aiki- ken“ und innerhalb des Bereiches Schwert „Awase“, festgelegte Angriffs- und Verteidigungstechniken, bei welchen beide Partner ein Schwert haben, der Verteidiger aber die letzte, entscheidende Bewegung ausführt. Die Formen wurden in drei Variationen geübt, zuerst mit einem Meter Zwischenraum zwischen den Partnern, dann Angriff und Verteidigung hintereinander (stop & go) und letztlich realistisch in einem den Partnern angepassten Tempo.

Innerhalb des Lehrgangs zeigte Alfred Heymann Stab-Techniken, die besondere Beachtung fanden; einmal, weil Waffentechniken in den Dojos nicht so oft unterrichtet werden, und zum anderen gibt es ja bei den Lehrern stilistische Unterschiede.

Den Abschiedsworten der Lehrer und Organisatoren war zu entnehmen, dass es nicht ausgeschlossen ist, einen solchen verbandsübergreifenden gemeinsamen Lehrgang zu wiederholen.

PS: Herzlichen Dank den guten Geistern für den reichlich und abwechslungsreich gedeckten Tisch am Ende des Lehrgangs.

Manfred Putzka (67), Aikido-Club Siegburg e. V.

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40 Jahre im Dienste des Aikido: Gerd Bennewitz

Das Jahr 2007 ist für den Lübecker Judo- Club ein besonderes Jahr, da unser Trainer und Abteilungsleiter Gerd Bennewitz (5. Dan Aikido) sein 40-jähriges Aikido-Jubiläum feiert.

Dieses Ereignis betrifft jedoch nicht nur unseren Verein, denn Gerd ist auch nach 40 Jahren unermüdlichen Einsatzes noch auf Landesverbands- und Bundesebene aktiv. Grund genug für einen kleinen Überblick über sein Wirken.

Mit 25 Jahren zog es Gerd, der zuvor begeisterter Tanzsportler war, 1967 zum Aikido. Er gehört somit zur ersten Generation der Aikidoka, die in den 60er Jahren das von Gerd Wischnewski nach Deutschland gebrachte Aikido kennen lernte und sich für die Verbreitung der recht jungen Disziplin einsetzte. Gerd trainierte im LJC zunächst bei Rolf Brand. Als Rolf Lübeck aus beruflichen Gründen verließ, übernahm Gerd 1968 als Grüngurt das Training und 1970 als 1. Dan die Abteilungsleitung der Sparte Aikido im LJC. Beides hat er bis heute inne, wofür ihm der Verein mit der goldenen Ehrennadel und der Ehrenmitgliedschaft dankte.

 

 

Organisiert waren die Lübecker Aikidoka damals im Deutschen Judo-Bund, in dessen Prüfungsrichtlinien für das Aikido Grundkenntnisse im Kendo verpflichtend waren. In den 70er Jahren machte Gerd also nicht nur seinen 2. Dan im Aikido, sondern praktizierte auch bis zum 1. Kyu Kendo. Nachdem Gerd bis 1988 im DJB als Landesvorsitzender für Aikido und Bundessachbearbeiter für Prüfungswesen tätig gewesen war, wechselte er in dieser verbandspolitisch bewegten Zeit mit seinen Schülern zum Tendoryu Aikido, um einige Jahre bei Meister Kenji Shimizu zu lernen. Dieser verlieh ihm 1981 den 3. Dan Aikido. Gerd erzählt noch heute gerne von der japanischen Sitte, dem Prüfling erst ein Jahr nach Abhalten der Prüfung deren Ergebnis mitzuteilen. Nun, Geduld gehört eben auch zu den Tugenden eines Aikidoka und die Urkunde, die er bekam, ist wirklich sehr hübsch.

Vor 15 Jahren trat Gerd in den DAB ein und wurde als einer der 15 ranghöchsten Danträger sogleich Mitglied der Technischen Kommission. Neben seinem Vereinstraining in Lübeck und in Hamburg beim befreundeten Verein BKSV Goliath kann man Gerd regelmäßig als einen von vier Trainern beim ZT in Schleswig-Holstein erleben. Zudem gibt Gerd auch in Süddeutschland, wo er immer gerne gesehen ist, regelmäßig Lehrgänge. Die traditionellen Weihnachtslehrgänge des LJC sowie die beiden von Gerd initiierten Lübecker Aikido-Events fanden großen Anklang. Dies liegt zum einen sicher an Gerds Persönlichkeit, dem es wichtig ist, dass in den ersten Minuten seines Trainings der Funke zu den Lehrgangsteilnehmern überspringt. Wenn man bei Gerd trainiert, hat man immer etwas zu lachen. Dennoch fordert er schon von jedem vollen Einsatz und freut sich, wenn die Schüler mit rot leuchtendem und strahlendem Gesicht nach dem Training von der Matte gehen.

Gerd hat in den langen Jahren, in denen er, neben den oben genannten Meistern, auch Schüler von Koichi Tohei und vor allem Schüler und bevorzugter Uke von Meister André Nocquet war, aus vielen Bausteinen, die diese Begleiter ihm mit auf den Weg gegeben haben, sein eigenes Aikido geformt. Gerds Aikido ist dynamisch und eher sportlich orientiert als meditativ. Er fliegt halt sehr gerne. Dennoch legt er viel Wert darauf, dass ein Aikidoka Ausstrahlung entwickelt, die innere und äußere Haltung stimmt und dass man aus der Ruhe heraus arbeitet. Die ganze Technik und der Ausdruck – wie Gerd so gerne sagt – müssen stimmen. Hier machen sich sicherlich auch Gerds jahrzehntelange Erfahrungen als Statist am Theater positiv bemerkbar. Aikido ist eben auch etwas für das Auge des Zuschauers.

Im Übrigen erkennt Gerd den Grad eines Aikidoka oftmals schon daran, wie er oder sie die Matte betritt oder sich über die Tatami bewegt. Ich denke, dass sich hierin seine langjährige Erfahrung in der Arbeit mit vielen verschiedenen Menschen zeigt.

Er hat in den 40 Jahren z. B. auch über 40 Aikidoschülerinnen und -schüler zum 1. Dan und weiter gebracht. Er scheut sich nicht, in der heißen Phase der Danvorbereitung seine Sonntage dranzugeben und mit den Prüfungsanwärtern am Feinschliff zu arbeiten. Ich selbst bin zweimal in diesen Genuss gekommen und muss sagen, dass das ein großes Geschenk war. Gerd gab mir nicht nur in technischer Hinsicht vieles mit und bestärkte mich bzw. uns darin, souverän zu zeigen, was wir können. Was mich damals aber am meisten berührt hat, ist seine Menschenkenntnis und seine durchaus deutlichen, aufmunternden Worte im richtigen Moment. Vielleicht mag der eine oder andere jetzt verstehen, warum ich mich so gefreut habe, als mich vor drei Jahren ein mir bis dahin fremder Aikidoka auf einem Bundeslehrgang in Süddeutschland mit ungefähr folgenden Worten ansprach: „Sag mal, so wie du Aikido machst ... Du bist doch bestimmt eine Schülerin von Gerd Bennewitz, oder?“

Frauke Drewitz, Lübecker Judo-Club e. V.

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12./13. Mai Aikido Lehrgang in Northeim mit Duncan Underwood

Schuhwallhalle Northeim
mit
Duncan Underwood
5.Dan Aikikai Honbu-Dojo. 4.Dan Daitoryu Aiki Jujutsu Bokuyokan

Samstag 12. Mai
10.00 Uhr – 10.30 Uhr Meditation
10.30 Uhr – 12.30 Uhr Aikdio
16.00 Uhr – 18.00 Uhr Aikido

Sonntag 13. Mai
10.00 Uhr – 10.30 Uhr Meditation
10.30 Uhr – 12.30 Uhr Aikido

Kosten:
Gesamter Lehrgang
30 Euro/25 Euro (Schüler, Studenten)
pro Einheit
12 Euro/10 Euro (Schüler, Studenten)

Anmeldung:
Lukas Underwood
e-mail: aikidotrainer@aikido-northeim.de
tele.: 0176/70505185
Homepage: http://www.aikido-northeim.de/

Um Anmeldung wird gebeten!
[Bitte Jo, Bokken (mit Tsuba) und Tanto, sowie falls vorhanden Sitzkissen/bank mitbringen]

Ausschreibung:

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Samurai Camp im Jahre 2012

Samurai Camp im Jahre 2012 –

10 Jahre Treffen junger Aikidoka im Zelt-Ambiente

 

Gruppenfoto

 

neugierig geworden?

Hier gehts zum vollständigen Artikel.

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Klares schnörkelloses Aikido- Bundeslehrgang in Hamburg mit Karl Köppel, 7.DAN

Am 21./22. April 2012 trafen sich 86 (!) Aikidoka aus dem gesamten Bundesgebiet in Hamburg-Volksdorf, um sich von Karl die Geheimnisse des Kokyu-nage, der 13-er Stabkata und diverser Stabtechniken etwas näher bringen zu lassen.
Karl schaffte es in diesen zwei Tagen tatsächlich, dass jeder für sich ein kleines Päckchen an neuen Einblicken mit nach Hause nehmen konnte. Und wenn es „nur“ eine Erkenntnis ist, wie z.B. die, dass Nage nicht immer nur von „einarmigen Ukes “ angegriffen wird, die wie unter Schlaftabletteneinnahme auch nur ein mal zu schlagen.
Karl wies diesbezüglich häufiger auf die Bedeutung des „Störens“ des Ukes hin, um den Angriff bereits im Vorfeld zu beeinflussen. Karl vermag durch seine klare Körpersprache und den dosiert und sehr anschaulich eingesetzten Erläuterungen viele mitzunehmen.
Er ist einfach ein sehr guter Lehrer: Stets wertschätzend und freundlich, hin und wieder eine kleine Korrektur und manchmal ein aufmunterndes Nicken. Es macht einfach Spaß bei ihm zu trainieren, weil er allen auf der Matte das Gefühl vermittelt, Teil des Ganzen zu sein. Zum Schluss sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, welche herausragende Leistung, die relativ neue und noch recht kleine Aikido-Sparte des Walddörfer Sportvereins von 1924, hier vollbrachte. Der Gruppe um Joachim Eiselen war es in einem großen Kraftakt gelungen, diesen Bundeslehrgang mit anschließendem Essen und Übernachtungsmöglichkeit auf der Matte zu organisieren. Respekt Joachim und Unterstützungscrew! Abschließend war dies ein rundum gelungener Bundeslehrgang mit vielen zufriedenen und glücklichen Gesichtern. Ich denke wir können uns als DAB-Mitglieder momentan ausgesprochen glücklich schätzen, gleich über zwei Bundestrainer zu verfügen, die ein derart hohes Maß an Kompetenz und Klarheit in ihren Ausführungen des Aikidos repräsentieren.

Joachim Brinkmann, Aikido-Abteilung SG Wolbrechtshausen(AVNI)

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Werbefilme über Aikido und den DAB

Liebe Aikidoka, we proudly present: Die Werbefilme über Aikido und den DAB – DIE „Aikido-Marke“ in Deutschland – sind fertig! Schaut euch alle drei am besten gleich auf unserer DAB-Internetseite http://www.aikido-bund.de/medien/ an: einen „Werbespot“, eine filmische Präsentation unseres Aikido und einen DAB-Teil - mit eigens dafür komponierter Tonunterlegung.

Die Filme stehen euch in jeweils drei verschiedenen Auflösungen zum Download zur Verfügung. Ihr dürft sie unter Nennung des Deutschen Aikido-Bundes e.V. verwenden - z. B. in eure eigenen Internetauftritte einbinden – oder weitergeben. Eine kommerzielle Nutzung sowie Veränderungen des Inhalts sind nur mit Genehmigung des Verbandes gestattet. Die Urheberrechte liegen bei M. Savic, der die Filme für uns erstellte.

Es würde uns freuen, wenn ihr die Filme für eure Mitgliederwerbung, für eine den modernen Medien angepasste Öffentlichkeitsarbeit, eine unterhaltsame Information von Interessenten, für den von überall aus möglichen Zugriff auf DAB-Bewegungsbeispiele und insgesamt als eine leichtverständliche Erläuterung nutzt, um was es bei Aikido im DAB geht. Der Kreativität, wie ihr die Filme einsetzen wollt – von Vorführungen im Kino oder bei örtlichen Festen bis zur Bewerbung in sozialen Netzwerken –, sind keine Grenzen gesetzt.

Zur Entstehung und weiteren Information verweise ich auf den Artikel unseres Bundesreferenten Lehrwesen Ulrich Schümann in der aikido-aktuell-Ausgabe 1/2012, S. 4/5, und meine beiden Leitartikel in aa 3/2012 und 1/2013. Über Rückmeldungen, wie ihr die Filme einsetzt und welche Erfahrungen ihr damit macht, würden wir uns sehr freuen!

Viel Spaß mit den Filmen, herzliche Aikido-Grüße und schöne Faschingstage eure Barbara Oettinger

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Nachruf

Nachruf

Mit Trauer erfüllt uns die Nachricht vom Tod unseres Leiters der Pass- und Materialstelle

Karl-Heinz Schumann

Karl-Heinz war seit Jahrzehnten verantwortlich für die Pass- und Materialstelle. Voller Dankbarkeit denken wir an die jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit zurück. Die zuverlässige und reibungslose Arbeit ließ gar nicht mehr erkennen, wie lange er für den DAB tätig war. Deshalb schmerzt es uns besonders, dass Karl-Heinz nicht mehr da ist. Wir werden ihn vermissen.

 

Im Namen des Präsidiums des Deutschen Aikido-Bund e.V.
Manfred Jennewein Vizepräsident Organisation

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Neue dritte Kata

Während der Sitzung der technischen Kommission am 2013-04-06 in Idstein, wurde eine neue dritte Kata beschlossen.

Gemäß Beschluss der TK 2013 ist dies Kata ab sofort fakultativ gültig neben der bisherigen dritten Kata.
Ab 2014-07-01 ist nur noch diese Kata gültig.


Übersicht der dritten Kata zum Download

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Goldene Ehrennadel für Roland Nemitz

Goldene Ehrennadel des Landessportverbandes für Roland Nemitz

Anlässlich des Verbandstages 2013 des Landessportverbands Schleswig-
Holstein e.V. wurde Roland Nemitz, 1. Vorsitzender des AVSH (Aikido-Verband
Schleswig-Holstein) mit der Goldenen Ehrennadel des LSV ausgezeichnet.
Als eine der letzten Handlungen seiner 12-jährigen Amtszeit überreichte der
scheidende LSV-Präsident Dr. Ekkehard Wienholtz drei zu Ehrenden diese hohe
Auszeichnung. Die Urkunde weist die herausragenden Verdienste um den Sport in Schleswig-Holstein aus.
In der Laudatio für Roland Nemitz wurde besonders hervorgehoben, dass er
dem Landessportverband zunächst viele Jahre als 2.Vorsitzender, seit 2003 als
1.Vorsitzender des Aikido-Verbandes Schleswig-Holstein verbunden war und
ist. Seit 11 Jahren ist er Vorsitzender des Rendsburger TSV von1859 e.V., eines
Vereins mit ca. 1900 Mitgliedern und einem Angebot von 28 Sportarten.
Des Weiteren ist Roland Nemitz Mitglied des LSV-Rechtsausschusses.
Der AVSH gratuliert seinem Vorsitzenden aufs Herzlichste zu dieser Ehrung.

Matthias Ahrens, 2. Vors.
 

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Informationen aus der 20. Bundesversammlung des DAB

Am 28.09.2013 fand in Niedernhausen die 20. Bundesversammlung des Deutschen Aikido-Bundes statt.
Sie wurde von DAB-Präsidentin Dr. Barbara Oettinger geleitet, die sich gleich zu Beginn bei Petra Schmidt für die Organisation vor Ort bedankte.
Die Bundesversammlung war in den Internationalen Lehrgang des Aikido-Verbandes Hessen aus Anlass des 35-jährigen Verbandsjubiläums eingebunden.

Das Präsidium wurde einstimmig entlastet, was das Vertrauen der vollzählig vertretenen Delegierten aus dem gesamten Bundesgebiet ausdrückte.
Ein Wechsel fand nur beim Bundesreferenten Jugend statt.
Jan Böttner war am 08.06.2013 von der Jugendvollversammlung zum Nachfolger von Patrick David gewählt worden, der aus Zeitgründen nicht mehr für das Amt zur Verfügung stand, und wurde nun einstimmig in dieser Funktion bestätigt.
Er zeigte sich bereits gut eingearbeitet und präsentierte den Anwesenden den Entwurf eines neuen Jugendflyers.
Bei der Wahl der Beisitzer des Rechtsausschusses wurden Dirk Bender, Horst Hahn, Hubert Luhmann und Rüdiger Scholz jeweils einstimmig gewählt.
Als turnusgemäß zu bestimmender Kassenprüfer wurde Martin Glutsch wiedergewählt.

Die Delegierten beschlossen mehrere Satzungsänderungen, mit denen einige schon ältere Bestimmungen der heutigen Sportwirklichkeit angepasst wurden.

Am wesentlichsten für das praktische Training dürfte die ab Juli 2014 geltende Änderung im Prüfungsprogramm zum 1. Dan sein (Ziffer 1.2.4 der POD-DAB):
Es wurden fünf Angriffe bei den bisherigen Techniken gestrichen und dafür die Techniken Ude-kime-nage, Ude-kime-osae und Ude-garami neu in das Programm aufgenommen.
Damit ist ein gewisser Abschluss in der mehrjährigen Arbeit der Technischen Kommission (TK) erreicht, die Prüfungsordnung nach pädagogischen Gesichtspunkten zu überarbeiten.
Die Motivation für die jetzige Änderung bestand in der Überlegung, drei wichtige Aikidotechniken in das waffenlose Grundprogramm aufzunehmen, die bei höheren Graden bereits als Abwehrformen gegen Waffenangriffe gefordert sind.

Im Zusammenhang mit der von der TK im April beschlossenen Technikvereinheitlichung zur 1. und 2. Kata (in der 1. Kata soll der Kote-hineri tenkan wie in der 2. Kata rund ausgeführt werden, der Atemi entfällt dann;
Gültigkeit: ab sofort möglich, ab 01.07.2014 verbindlich) und der neu konzipierten 3. Kata, welche die bisherige ersetzt (Gültigkeit: ab sofort möglich, ab 01.07.2014 verbindlich), bestand Übereinstimmung darin, dass der Vizepräsident Technik Karl Köppel kontaktiert werden sollte, wenn technische Unklarheiten auftreten.

In den Trainerlizenz-Ordnungen (OTC- und OTB-DAB) wurde geändert, dass Trainer B und C nun im gesamten Gültigkeitszeitraum der Lizenz die Möglichkeit haben, die für die Lizenzverlängerung erforderlichen Trainingseinheiten zu besuchen.
Dies ermöglicht Lizenzinhabern mehr Flexibilität.
Weiterhin wurde die Prüferausbildung diskutiert und die TK bekam den Auftrag, sich damit zu befassen.
In der VOD-DAB erfolgte eine begriffliche Anpassung (Ziffer 6: „Graduierung“ statt „Verleihung“ von Dan-Graden).

Das aktualisierte Regelwerk kann nach dem Eintrag der Satzungsänderungen beim Registergericht auf den DAB-Internetseiten eingesehen werden: www.aikido-bund.de/downloads/

Einige Materialpreise wurden (nach vielen Jahren) erhöht; dies ist im Shop der Pass- und Materialstelle unter www.aikido-bund.de/shop/ bereits berücksichtigt.

Es folgten Ehrungen für den niedersächsischen Landesverbandsvorsitzenden Norbert Knoll, der auch wieder die bei der Bundesversammlung vorgestellte Jahressichtmarke 2014 entwarf, und für das Mitglied des DAB-Jugendvorstands Lilo Schümann mit der DAB-Ehrennadel in Bronze.
Diese beendeten eine Sitzung, mit deren Verlauf sich alle Teilnehmer als sehr zufrieden äußerten.
 

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Neuer Flyer für die Aikido Jugend

Für die Werbung von Kindern und Jugendlichen für das Aikido gibt es ab sofort einen neuen Flyer.
Dieser wurde in der Jugend-Abteilung entworfen und gestaltet.

Der Flyer kann schon jetzt bestellt werden.

100 Flyer Jugend des DAB Werbe-Flyer,
Format A4,
Bilddruck-matt 2x gefaltet auf ca. 10x21 cm
Paket mit 100 Stück
- Eindruck mit Laserdrucker oder Etiketten möglich

Preis: 5€ pro 100 Stück

 

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Bundeslehrgang in Nürnberg 2013

Vom  9. – 10. November 2013 war unsere Bundesverbandspräsidentin Dr. Barbara Oettinger zum Bundeslehrgang im fränkischen Herzen Bayerns, in Nürnberg, zu Gast. Auf dem Programm standen Koshi-­nage und Aiki-­bu-­jutsu sowie behutsames heranführen an Hamni-­hantachi.

Der Ausschreibung sind rund 50 Teilnehmer gefolgt, die auf der großzügigen Mattenfläche des Nürnberger Post SV auch ausreichend Platz fanden.

Am Samstag ging es also los mit Jo gegen Bokken. Da für die meisten Teilnehmer diese Disziplin, wenn überhaupt, wohl erst in vielen Jahren prüfungsrelevant wird, wurden erst einmal „einfache“ Abwehrformen trainiert. Barbara hat sich wirklich viel Zeit genommen, um durch die Reihen zu gehen und individuell auf die einzelnen Teilnehmer einzugehen.
Im zweiten Teil ging es dann auf die Knie ...
Zuerst ging es darum, was überhaupt eine richtige und stabile Sitzhaltung ist. Knie auseinander, die großen Zehen überlappen sich, die Hüfte nach vorne kippen, Rücken gerade und dann noch nach vorne atmen. Ziemlich viele Dinge auf die man da achten muss.
Nachdem wir das alle mit verschiedenen Übungen probiert hatten, ging es an die Technik. Wir sollten Kaiten-­nage-­uchi Tenkan, welchen wir im Stand mit nur 3 Schritten ausgeführt haben, auf den Knien noch weiter verkürzen. Herausfordernd, aber auf jeden Fall eine schöne Technik um das erste Training ausklingen zu lassen.

Nach dem abendlichen Besuch in einer hervorragenden, typisch fränkischen Wirtschaft, waren Sonntagmorgen doch einige Augen noch ziemlich klein.
Zum wach werden gibt es bekanntlich nichts schöneres als Koshi-­nage, Koshi-­Nage oder Koshi-­nage ... ;-) Schwerpunkte waren korrekte Führung des Angreifers, korrekte Hand-­ und Körperhaltung und viele individuelle Tipps von Barbara. Vom Koshi-­nage im Stand, ging es dann zu Sumi-­otoshi auf die Knie. Anknüpfen an das gelernte vom Vortag war angesagt.
Abgeschlossen wurde die Trainingseinheit, so wie der Lehrgang auch begonnen hat, mit Jo gegen Bokken. Die erste Technik am Samstag war somit auch die letzte Technik am Sonntag; ein Irimi-­nage.

Das schöne an einem Lehrgang mit Barbara ist auch, das Sie Ihren Mann Thomas mitbringt, der als Trainingspartner immer wieder beeindruckt.

Alles in allem war es ein sehr gelungenes Wochenende. Vielen Dank an die Nürnberger Aikidokas, die den Rahmen des Lehrgangs ermöglicht haben. Vielen Dank auch an Barbara und Thomas, für die vielen Anregungen und Hinweise, die wir mit nach Hause nehmen durften.

Rainer Wess
Sachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit
Aikido-­Verband Bayern e.V.

 

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Neue Rubrik "Techniken"

Unter der neuen Rubrik "Techniken" findet der Interessierte, die in der Prüfungsordung des DAB PDF-Datei notwendigen Techniken und Kata-Abfolgen mit Beschreibungen, Bildserien und Filmen.

Darüber hinaus kommen auch Informationen zu Techniken mit Waffen und anderen ausgewählten Techniken, welche zu den Prüfungen gezeigt werden können, auf diese Seite.

Derzeit sind noch wenige Technik-Angriffskombinationen und Kata-Abfolgen mit Informationen hinterlegt. Diese werden nach und nach erweitert. Es lohnt sich also hin und wieder hier einmal vorbei zu schauen.

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Jodo- und Iaido-Lehrgang im TC Gelsenkirchen

Der TC Gelsenkirchen konnte nach zwei Jahren Pause wieder Thomas Machoczek als Lehrer für einen Iaido- und Jodo-Lehrgang begrüßen. Bereits vor zwei Jahren hatte Thomas, der in beiden Budo-Disziplinen den 3. Dan besitzt, bei seinem ersten Lehrgang einen so positiven Eindruck hinterlassen, dass es folglich nur eine Frage der Zeit war, bis er wieder als Lehrer eingeladen werden würde. Zusammen mit zwei Partnern hatte Thomas am 2. September die Möglichkeit, den Teilnehmern (Aikidoka und Karateka) Grundlagen mit dem Stab und dem Schwert zu vermitteln.

Die erste zweistündige Trainingseinheit war dem Jo gewidmet. Jodo, der Weg des Stockes, ist eine japanische Kampfkunst, bei der sich der Verteidiger mit dem Jo (langer Stab) gegen einen Schwertangriff verteidigt. Jodo wird hauptsächlich mit einem Partner geübt, wobei es eine klare Rollenverteilung gibt. Der eine Partner nimmt mit einem Holzschwert (Bokken) die Stelle des Schwertkämpfers ein, der andere Partner die des Stockkämpfers. Die traditionelle Trainingsform ist die Kata, die Thomas mit seinen Partnern als Einführung für den ersten Trainingspart nutzte. Gemeinsam demonstrierten sie innerhalb der Kata, die eine genau festgelegte Abfolge von Technikkombinationen enthält, die Abwehr gegen verschiedene Angriffe mit dem Bokken.

Augenfällig war hier die absolute Harmonie der Bewegungen sowie der Wechsel zwischen schnellen Techniken und den Phasen der Besinnung. Aufbauend wurde der grundlegende Gebrauch des Jo demonstriert. Hierbei war es selbst für Aikidoka, für die der Jo keine Unbekannte ist, nicht einfach, das Gezeigte umzusetzen. Viele Details, wie z. B. die Haltung des Handgelenks, der gleitende Wechsel des Jo sowie das korrekte Schlagen, waren eine Herausforderung für alle Anwesenden.

Doch auch wenn es in Teilbereichen der Anwendung zu Problemen kam, so wurden trotz allem Affinitäten zu den Prin­zipen des Aikido deutlich. Besonders die Distanz (Ma-ai), die Erwartung/Ruhe (Mu) des Schlages sowie das Timing (Nen) wäh­rend der Angriffsphase war den Teilneh­mern als bekannte Größe eine Hilfestel­lung, das Gezeigte umzusetzen. Wie auch im Aikido ist im Jodo das Ziel die Perfekti­onierung von Körper, Geist und Technik unter gleichzei­tiger Wahrung von Respekt und Achtung vor dem Ge­genüber.

Nach einer kleinen Pause wurden die Holzwaffen bei­seite gelegt, um den „ech­ten“ Waffen Platz zu ma­chen. Es war Zeit für Iaido. Iaido ist die Kunst des Schwert­ziehens und -schneidens. Geübt wird Iaido mit­tels verschiedener Katas. Hierbei stu­diert der Iaidoka die Choreographie der Schwertführung. Er übt al­lei­ne, der Gegen­part steht dem Übenden nur in seiner geis­tigen Vorstellung gegen­über. Im Laufe des jahrelangen Trai­nings wird die Eigendyna­mik des Schwer­tes sowie dessen Wir­kung und Stärke er­arbeitet und automati­siert.

Erst durch dieses Training erlangt der Iaidoka die notwendige Entschlossenheit und Sicherheit sowie die Kenntnis und das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, um im Falle eines Konfliktes angemessen zu reagieren bzw. zu verzichten.

Wiederum demonstrierte Thomas die Besonderheiten, die es mit dem Einsatz der Waffe auf sich hat. Davor wurden auch die Hintergrundinformationen – wie z. B. lege ich die Waffe ab, auf welche Seite usw. – behandelt. Viele kleine Details, die bisher wenig Beachtung gefunden hatten.

Bei der Handhabung wurde durch Thomas eindrucksvoll bewiesen, wie allein mittels kleinem Finger und Daumen das Iaito (stumpfes Schwert, Sportwaffe) schnell, fließend und dynamisch angewandt werden kann. Ziehen und schneiden waren eine übergangs­freie Bewegung, die zwar von allen Teilnehmern zu imitieren versucht wurde, je­doch bis auf wenige Ausnahmen nur an­satzweise nachvollzo­gen werden konn­te. Hier machte es sich, wie auch beim Jodo-Part, positiv bemerk­bar, das Thomas in seiner ruhigen Art und Weise den Konzent­rationsübungen be­gleitend zur Seite stand.

Nach insgesamt vier Stunden war der Lehrgang vorüber. Auch wenn, wie durch Thomas erklärt, der Körper locker und kein Muskel verspannt sein sollte, so war das Ergebnis bei den Teilnehmern doch meist gegensätzlich. Verkrampfte Oberschenkel und Arme waren die Folge des intensiven Trainings. Hier machte sich dann doch schnell bemerkbar, dass zwischen dem Ziel und der Umsetzung noch viele Trai­ningseinheiten stehen. Dennoch war das Feedback durchweg positiv, was uns ver­anlassen wird, auch in der Zukunft wieder einen Lehrgang auszurichten, um über den so genannten und allseits bekannten Tel­lerrand hinauszuschauen.

Heike Mercsak, TC Gelsenkirchen e. V.

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LL des AVSH mit Barbara Oettinger in Bad Malente

Mitten im grauen November 2006 wurde uns „Nordlichtern“ in Malente ein besonde­res Highlight geboten. Barbara Oettinger war mit ihrem Mann Thomas nach Schles­wig-Holstein gekommen, um einen Lan­deslehrgang zu geben. Wir waren schon lange sehr gespannt und freuten uns sehr. Unsere positiven Erwartungen wurden je­doch noch übertroffen.

Barbara schaffte es, die Lehrgangsteil­nehmer vom Gelbgurt bis zum 5. Dan durch ihre angenehme, freundliche und souveräne Art und ihre interessanten Techniken zu fesseln.

Für jeden war etwas dabei – könnte man sagen. Aber Barbara gelang es aufgrund eines didaktisch und methodisch hervorra­gend aufgebauten Trainings vielmehr, allen alles verständlich zu machen. Für mich als Danträgerin waren es nicht zuletzt ihre überzeugenden Analysen der Grundtechni­ken, die ich mit großer Aufmerksamkeit verfolgte. Ich konnte viel für den eigenen Unterricht mitnehmen.

Während des Trainings übten wir Grundtechniken mit und ohne Stab; die Verknüpfungen zwischen den jeweiligen Ausführungen bauten sinnvoll aufeinander auf. Eine Einheit widmete Barbara dem Thema Verkettungen. Höchst spannend war auch die Arbeit mit dem Stab. Barbara ließ uns Sequenzen von Schlägen von Grund auf erarbeiten, bevor wir diese spä­ter als Partnerübungen durchführten. In meinen Augen macht die Anwendung von Sequenzen einer Stockkata mit dem Part­ner deren Bewegungsabläufe hervor­ra­gend deutlich.

Die Arbeit im Stand würzte Barbara im­mer wieder mit Kokyo-ho aus Zaho in einer interessanten Tenkan-Variante. Die Frage, wie man zu arbeiten hat, wenn 100 Kilo angreifen, klärte Barbara einleuchtend. Für mich als weibliche Aikidoka war es sehr angenehm, eine so überzeugende Meiste­rin als (Bewegungs-)Vorbild zu sehen. Eine meiner Vereinskolleginnen sagte dazu höchst motiviert: „Wenn Barbara die Tech­niken kann – mit ihrer (zierlichen) Fi­gur –, dann muss es doch für mich auch möglich sein.“

Was mir außerdem positiv auffiel war, dass Barbara ganz bewusst darauf ach­tete, den so gern in aller Munde geführten Satz „Jeder Uke ist für dich der beste Uke!“ mit Leben zu füllen. Ich habe selten ein so er­freu­lich buntes Ge­misch von ver­schiede­nen Ukes bei einem Training ge­sehen wie dieses Mal. Man sollte als Trai­ner nicht ver­gessen, dass das „Uke sein“ eine Ehre ist, die allen Gurtfarben, Al­ters­gruppen und beiden Geschlechtern glei­cher­maßen zuteil werden sollte – und nicht nur dem „idealen Uke“. Wie der aussieht, weiß wohl jeder.

Neben dem Training und dem geselli­gen Beisammensein, das viel Raum zum gegenseitigen Kennen ler­nen und Plauschen bot, stand für Sams­tagabend ein Ge­sprächskreis auf dem Programm, bei dem Barbara und Thomas uns über die neues­ten Entwicklungen im DAB infor­mierten. Die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich auszutauschen, wurde gerne und reichlich genutzt. Ein Kernpunkt, der sich bei unse­rem Gespräch heraus­kristalli­sierte, war, dass sich in den letzen Jahren die frucht­bringende Zusammen­arbeit und Koopera­tion im Dienste des Aikido sowohl auf Bun­des- als auch auf Landesebene im AVSH vertieft hat.

Es war der Wunsch aller, dass diese Zusammenarbeit erhalten bleibt und weiter ausgebaut wird. Der Besuch einer Meiste­rin aus dem Süden und der damit verbun­dene Austausch ist in diesem Licht zu se­hen und war auf jeden Fall wieder ein Bau­stein mehr im gemeinsamen Aikidohaus. Bauen wir weiter!

Frauke Drewitz, Lübecker Judo Club e. V.

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Hubert Luhmann zu Gast am Flughafen

Am 4. und 5.11. war Meister Hubert Luh­mann, 5. Dan Aikido, zu Gast am Flugha­fen Frankfurt, um hier einen Bundeslehr­gang abzuhalten. Dieser fand regen Zu­spruch bei den Schwarz- und Braungurten des Verbandes – die Matte war mit an die 100 Teilnehmern fast übervoll.

Neben den vielen Fans, die den Meister von zu Hause aus begleitet hatten, waren die hessischen Aikidoka, viele Freunde aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bay­ern und dem Norden Deutschlands an­wesend. Wie Hubert selbst zum Ab­schluss feststellte, gab es an beiden Tagen auf der Matte viel zu lachen und ich bin sicher, dass wir ihm alle bei­pflichten: La­chen ist ein gutes Zeichen.

Spannende Varianten der bekannten Verkettungen, neue Anregungen für Bewe­gungsformen und – wie von kompetenter Seite festgestellt wurde – ein körperbeton­ter Ansatz. Hubert machte denn auch dar­auf aufmerksam, dass er des Öfteren mit SEK-Mitgliedern („nicht unter 90 Kilo und 50 cm Armumfang“ ... huiuiui) trainiere und dass dementsprechend die Techniken ei­nem solchen Angriff angepasst sein müssten. Sehr gut gefielen auch die Übungsansätze zu Technik und Strategie des Randori. Hilfreich!!!

Schade, dass es dann schon zu Ende war, die Teilnehmer kommen bestimmt gerne wieder.

Petra Schmidt, Aikido-Verband Hessen e. V.

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Schwarzwälder Kirsch­torte für den Meister

Bei wunderschönem Wetter im Oktober genossen sechzehn Teilnehmer aus ganz Deutschland mit ihrem Lehrer Dr. Hans-Pe­ter Vietze, 5. Dan Aikido, eine Woche In­tensivtraining im Leistungszentrum auf dem Herzogenhorn.

Auf allgemeinen Wunsch erklärte sich Hans-Peter sofort bereit, schon am Anrei­setag mit der ersten Trainingeinheit zu be­ginnen. Neben dem Üben des Kyu-Pro­gramms brachte er uns auch den vielfältien Gebrauch des Stabes bei. Jeder Tag beinhaltete gymnastische Übungen mit dem Jo sowie Übungen von Elementen einer Stockkata. Immer wieder wurden uns die Zusammenhänge zwischen dem Ein­satz mit dem Stab und der bloßen Hand gezeigt und erklärt. Dies ist ja gerade bei Schülergraden sehr wichtig. Hans-Peter machte uns sehr deutlich, dass es nicht allein auf die Technik, sondern auch auf die innere Einstellung ankommt. Hinweise und Erklärungen zu den historischen Wur­zeln des Aikido im Umgang mit den Waffen machten uns die Sache klarer und plausi­bel.

Die 1. Aikido-Kata demonstrierte Hans-Peter zusammen mit seinem langjährigen Trainingspartner Bernd Poth, 2. Dan Ai­kido. Bernd stand uns neben Hans-Peter bei allen Trainingseinheiten hilfreich und geduldig zur Seite.

Auf vielfachen Wunsch der Teilnehmer wurde am letzten Tag mit dem Schwert geübt. Danach durfte Christian sein Kön­nen unter Beweis stellen. Er bestand zur Freude aller Teilnehmer seine Prüfung zum 1. Kyu mit Bravour.

Das traumhafte Wetter musste in der trainingsfreien Zeit genutzt werden. Wan­derungen zu diversen Hütten und Gipfeln wurden von unserem Meister wohl im We­sentlichen dazu genutzt, um in den Genuss einer Schwarzwälder Kirschtorte zu kom­men. Zu seiner tiefsten Enttäuschung wurde ihm dies wiederholt verwehrt. Ent­weder gab es überhaupt nicht die oben genannte Spezialität oder sie war kurz vor­her ausgegangen. Doch wir konnten seine Augen strahlen lassen: Als Lehrgangs­geschenk und herzliches Dankeschön er­hielt er von uns, beim Todtnauer Konditor eigens bestellt, eine ganze Torte samt Re­zept und der wichtigsten alkoholhaltigen Zutat.

Abends in geselliger Runde fragten wir unseren Lehrer viel über japanische Aiki­dogepflogenheiten und Trainingsverhält­nisse aus, die er dank eines gut einjährigen Studienaufenthaltes dort erlebt hatte.

Während des gesamten Lehrgangs verstand es Hans-Peter, uns weder zu un­ter- noch zu überfordern. So konnten am Ende der Woche alle Teilnehmer glücklich und mit vielen neuen Eindrücken den Heimweg antreten.

Maria Gries, Aikido Flughafen Frankf. e. V.

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Voyage, voyage ...

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, las ich immer, deshalb er­zähle ich mal, was man in Frankreich noch alles erleben kann.

Am zweiten Novemberwochenende 2006 gab es in unserem Nachbarland bei der Fédération d'Aïkido Traditionnel (FAT) einen Nationallehrgang mit Meister Brun. Und da ich den ja nun weder in Frankfurt zu Ostern noch im Sommer in Mulhouse gesehen hatte, entschied ich mich, es ein drittes Mal zu versuchen ...

Et voilà, was lange währt wird endlich gut. Da es Madame Brun momentan wie­der etwas besser geht, waren die beiden alten Herrschaften reisefähig und der Lehr­gang fand wie geplant statt.

Zwei Trainings, genau wie bei uns Samstagnachmittag und Sonntagvormittag, bei dem großen alten Herrn. Ergänzt wurde das Programm durch eine Dan-Prüfung der FAT und deren Hauptversammlung. In be­kannt gastfreundlicher Manier luden mich die Hausherren, Meister Orsatelli Vater und Sohn sowie Meister Brun persönlich, zu allen diesen Events gleich mit ein.

Die Prüfungen verlaufen ähnlich wie bei uns. Es gibt drei Prüfungsfächer: Techni­ken (immer mit Lehrprobe, da es keine Übungsleiter-Lizenz gibt), Randori (über­wiegend aus Ausweichformen bestehend und damit ziemlich schnell) und Kata (wie bei uns 1. und 2., stilistisch etwas anders, und immer auch Schwert-Katas). Insge­samt ein hochinteressantes Erlebnis!

Die Trainings bei dem alten Meister der FAT waren sehr beeindruckend. Es gab Techniken ohne und mit allen Waffen, die von Meister Brun und seinen Schülern ge­zeigt und von ihm erläutert wurden. Diese waren spannend und, wie bereits mehrfach festgestellt, unseren Bewegungsformen durchaus verwandt. Mir persönlich gefielen Formen aus einer Messerkata sehr gut, die wir am Sonntag übten.

Ich kann mich Frauke nur anschließen (Anmerkung der Redaktion: Artikel in aa 4/2006, S. 14/15): Aikido mit europäischen Nachbarn macht Spaß und öffnet Hori­zonte. Ich hatte jedenfalls ein tolles Wo­chenende.

Tipp: Die FAT veranstaltet vom 28.07. –04.08.2007 einen internationalen Lehrgang an der Côte d'Azur – das wär’ doch mal was.

Petra Schmidt, Aikido-Verband Hessen e. V.

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Die Schlüsselerlebnisse im Fachübungsleiter­lehrgang 2

Vom 10. – 16.09.2006 lernten wir unter fachkundiger Leitung von Hans Stretz und Leo Beck am Herzogenhorn die Schlüssel­erlebnisse von Ueshiba und das Präsentie­ren von Schlüsselpositionen. Auch wir hatten in dieser Woche einige Schlüssel­erlebnisse:

Es ist auf Dauer schmerzhaft, auf der Matte zu sitzen. Wenn man sich bewegt, weiß man wenigstens, woher der Muskel­kater kommt. Aber bei der Methodik gibt es doch immer noch für jeden etwas Neues. So konnten wir erfahren, dass es bei der Rückwärtsrolle zu großen Lern- und Lacherfolgen führt, wenn die Schüler ins Revers ihres Anzugs beißen. Überhaupt waren wir sehr engagiert, glaubwürdig eine Kindergruppe zu ver­körpern, denn diejeni­gen, die das Profil Kinder/Jugendliche ge­wählt hatten, sollten ja authentische Lern­bedingungen haben. Auch die auf Kinder ausgelegten Gym­nastik-Spielchen und Wettbewerbe sorgten in der ganzen Gruppe für großen Spaß.

Nach alten Pflaumen am Horn schloss sich ein Teil der Gruppe unseren Gourmets Michael und Wieland an, um in Bärental fürstlich zu speisen. Das Menü begann mit karamellisiertem Ziegenkäse im Salatbett, es folgte eine aromatische Heusuppe. Als Hauptgericht gab es Wildmaultaschen mit Pfifferlingssauce. Auch das Dessert mit Schokoladenmousse und Pfefferminz­sorbet wusste zu begeistern. Gekrönt wurde der Abend mit „Alter Pflaume“, diesmal aber bewusst hochprozentig.

Im Rahmen des Fachs „Geschichte des DAB“ erlangte Gerd Krüger als erster Schatz­meister besondere Bedeutung in unserem Kurs. Alfred Heymann, der in die­sem Zusammenhang ebenfalls angespro­chen worden war, fühlte sich im Fach Ge­schichte allerdings nicht so wohl.

Bei tollem Wetter wanderten wir zum Gi­siboden, um dort mit leckerem Heidelbeer­wein auf die bestandene Prüfung anzusto­ßen. Alle 13 Teilnehmer konnten sich freuen und sind jetzt lizenzierte Fach­übungsleiter:

  • Michael Alt TSG Stuttgart
  • Volker Baumann TSG Stuttgart
  • Peter Jäger Kissinger SC
  • Peter Leschok Aikido Frankenthal
  • Jürgen Mayer Aikido Wiesental
  • Hans Gerd Michel Aikido Freudenstadt
  • Sascha Pomp EAG Heidenheim
  • Brigitte Reichardt EAG Heidenheim
  • Heike Rüping TLV Rünthe
  • Eddy Schiwalje ASV Lorch
  • Wieland Streich TSG Stuttgart
  • Nadine Svensson TLV Rünthe
  • Hans-Jörg Teubner TG Hamburg

Vielen Dank an unsere Lehrer Hans Stretz und Leo Beck sowie an Thomas Prim, der als Prüfer zur Verfügung stand. Danke auch an Ute Nothstein und das Team vom Herzogenhorn, das uns wie immer freund­lich aufgenommen hat.

Heike Rüping, Nadine Svensson, TLV Rünthe e. V.

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Aikido mal anders

In gewohnter Tradition fand am letzten Ja­nuarwochenende der Udo-Granderath-Ge­dächtnislehrgang in Erinnerung an den früh verstorbenen Gründer der Aikidoabteilung des TV Nauheim statt. In diesem Jahr war Meister Marcel Schriber, 3. Dan Aikido aus der Schweiz, eingeladen worden, den Lehr­gang zu halten.

Wie die Aikido-light-Gruppe des TV Nauheim betreibt auch Marcel Aikido mit behinderten Teilnehmern. Der Kontakt zu Marcel entstand bei einer Weiterbildung zur Verwendung von Budo-Sportarten im therapeutischen Bereich, die der Leiter der Aikido-light-Gruppe Reiner Heil zusammen mit ihm absolvierte.

Es wurde ein interessantes Wochen­ende mit ganz neuen Erfahrungen. Sicherlich auch geprägt durch den Umgang mit seinen speziellen Schülern, praktiziert Mar­cel ein betont rundes und weiches Aikido, das von den Teilnehmern aufgenommen und erprobt wurde. Daraus ergaben sich interessante Diskussionen zum Beispiel im Spannungsfeld zwischen Effektivität und Gesundheitsförderung.

Ergänzend zeigte Marcel einige Übun­gen und Techniken mit dem Bokken, die großen Anklang fanden. Speziell die Reak­tionsübungen im Kreis waren klasse und mit sehr viel Spaß verbunden.

Betont werden sollte hier, dass beson­ders die jugendlichen Teilnehmer (und da­von waren einige auf der Matte) das Trai­ning sehr genossen. Marcel kann sicher sein, dass einige seiner Techniken in hes­sischen Dojos fortgeführt werden.

Petra Schmidt, Aikido-Verband Hessen e. V.

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Erste ÜL-B- Lizenzen erteilt

Als Abschluss des Prüfungslehrganges in Karlsruhe-Schöneck vom 30.11. bis 03.12.2006 wurde, erstmalig in Deutsch­land, 34 erfolgreich geprüften Teilnehme­rinnen und Teilnehmern die Lizenz als Übungsleiter/in bzw. Trainer/in B Breiten­sport (Aikido) erteilt.

Der DAB vollendete damit zum ersten Mal überhaupt im Aikidobereich in Deutschland diesen wichtigen Schritt der 2. Lizenzstufe. Die Ausbildung dient dazu, die Ausbildungsqualität auf hohem Niveau zu sichern und zu gewährleisten. Als Mindest­graduierung wird der 2. Dan gefordert.

Im Rahmen der Prüfungsnachbearbei­tung wurde von einem Teilnehmer die Fra­ge aufgeworfen: „Was sage ich, wenn ich gefragt werde: Du hast jetzt den Übungs­leiter B, ich habe den ÜL C – was unter­scheidet dich von mir?“ Die DAB-Prä­siden­tin Barbara Oettinger schlug als Ant­wort vor: „Sag einfach: Ich habe zwei Jahre Vorsprung!“ (Weitere Unterschiede finden sich im Artikel von VPT Karl Köppel.)

Vielleicht ist das für den einen oder an­deren eine Anregung, an der nächsten Runde der ÜL-B-Ausbildung teil­zunehmen, die im Dezember 2007 beginnt und voraus­sichtlich 2008 abgeschlossen wird.

Wir wünschen den neuen B-Lizenzin­ha­berinnen und -inhabern jedenfalls viel Er­folg und Freude bei ihrer Arbeit auf der Matte.

Gratulation an:

  • Alzner, Egon    BC Bruchsal
  • Berger, Hans-Werner    SV Böblingen
  • Cukierda, Miroslaw    BC Bruchsal
  • Dzambic, Jasmin    BC Bruchsal
  • Glutsch, Martin    SV Böblingen
  • Grund, Edmund    AC Stuttgart
  • Hahn, Horst    PSV Nürnberg
  • Heymann, Alfred    USC Clausthal-Z.
  • Knoll, Norbert    AV Hannover
  • Köppel, Inge    PSV Aalen
  • Köppel, Karl    PSV Aalen
  • Kuttler, Frank    BC Bruchsal
  • Ludwig, Sigrid    PSV Aalen
  • Magiera, Dr., Damian    SG Misburg
  • Meiser, Manfred    VfB Jagstheim
  • Notheis, Werner    BC Bruchsal
  • Oettinger, Dr., Barbara    TS Göppingen
  • Oettinger, Dr., Thomas    ASV Lorch
  • Olivan, Ermano    AC Frankenthal
  • Preischl, Jürgen    BC Bruchsal
  • Prim, Thomas    PSV Aalen
  • Rilk, Roland    PSV Aalen
  • Ritz, Detlef    BC Bruchsal
  • Samendinger, Silvia    BC Bruchsal
  • Scholz, Rüdiger    Heidenheimer SB Sonnenberg, Claus-D. Braunschweiger JC
  • Spitzmüller, Uwe BC Bruchsal
  • Stretz, Hans-Joachim VfL Jahn Bamberg
  • Vogel, Manuela BC Bruchsal
  • Weng, Wilfried PSV Aalen
  • Zieger, Roger USV Potsdam
  • Zimmermann, Arno JC Bietigheim
  • Zimnik, Michael AC Stuttgart
  • Zöllner-Glutsch, Gabi SV Böblingen

Der Dank des DAB geht auch an die bei­den Prüfungskommissionen mit Alf­red Hey­mann (Prüfungsvorsitzender), Dr. Bar­bara Oettinger und Hans Stretz sowie Karl Köp­pel (Prüfungsvorsitzender), Martin Glutsch und Dr. Thomas Oettinger.

Horst Hahn, Bundesreferent PR des DAB

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DAB-Filme

Liebe DAB-Mitglieder,

die drei DAB-Filme stießen auf gute Resonanz und werden gerne zur Mitgliederwerbung genutzt. Die unterlegte Musik musste zwischenzeitlich ausgetauscht werden, weil sie eigentlich von Anfang an lt. Absprache mit dem Filmproduzenten GEMA-frei sein sollte, was dieser aber erst jetzt gewährleistete.

Wir würden uns freuen, wenn ihr die aktualisierten Filme nun weiterhin gut für eure Zwecke nutzen könnt. Download bei:

http://www.aikido-bund.de/medien/

Herzliche Grüße Barbara

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Merkmale und Unter­scheidung bezüglich Lizenzstufe 1 und Lizenzstufe 2

Die derzeit in den Ordnungen des DAB definierten Begriffe Fachübungsleiter/in C (FÜC) und Fachübungsleiter/in B (FÜB) werden nach den neuen Rahmenrichtlinien für Qualifizierung im Bereich des DOSB nun „Trainer/in C Breiten­sport (Aikido)“ (1. Lizenzstufe) bzw. „Trainer/in B Breitensport (Aikido)“ (2. Lizenzstufe) genannt.

Im Lehrplan für beide Lizenzstufen sind folgende Lernzielbereiche enthalten:

  1. Biologie und Medizin
  2. Trainingslehre
  3. Sportpädagogik, Sportpsychologie und Methodik
  4. Bewegungslehre/Biomechanik
  5. Angewandte Trainingslehre
  6. Eigenes sportliches Bewegen und Handeln, aikidospezifische Praxis
  7. Geschichte und Soziologie
  8. Sportpolitik, Sportorganisation und Verwaltung
  9. Wiederholung und Prüfung

In beiden Ausbildungsstufen sind entspre­chend den Lernzielbereichen sowohl Theo­rie als auch Praxis in unterschiedlicher Intensität enthalten. Der Umfang wird entsprechend der Ausbildungsdauer fest­gelegt (Ausbildung zum Trainer/in C – 120 UE, zum Trainer/in B – weitere 60 UE)

Kennzeichen der 1. Lizenzstufe:

Theorie:
Die Grundlagen in den einzelnen Lern­zielbereichen kennen lernen, Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten bei der Ge­staltung von Sportangeboten erwerben, Gruppen leiten und Sport (Aikido) vermit­teln lernen.

Praxis:
Umsetzen der Theorie in die Praxis bei Vorgehen und Aufbau einer Übungsstunde, Trainerverhalten (bezüglich dem eigenen Auftreten, Verhalten, Stellung zur Gruppe, Aussprache) sowie dem methodischen Aufbau (vom Einfachen zum Schwierigen, vom Statischen zum Dynamischen, vom Leichten zum Schweren, vom Bekannten zum Unbekannten), der Fehlerkorrektur und der strukturierten Vermittlung von Be­wegungsabläufen bzw. Aikidotechniken im Kyu-Bereich unter Nutzung von Zielen („Was will ich erreichen?“)

Kennzeichen der 2. Lizenzstufe:

Theorie:
Eine Vertiefung der Grundlagen in den einzelnen Lernzielbereichen mit Hinterfra­gen (z. B. in Form der w-Fragen: wie, was, wann, warum etc.) sowie dem Ausblick in Richtung anderer Aikido-Grup­pierungen

Praxis:
Beherrschung der Grundlagen der Pra­xis aus der Trainer-C-Ausbildung; ausgeprägtere Zielformulierung („Was will ich mit den einzelnen Übungen erreichen?“); Wie und warum funktioniert die jeweilige Tech­nik? Unterschiede bei Techniken mit/ohne Waffen; Unterschiede im Angreiferverhal­ten; Vermittlung von Techniken im Dan-Bereich; Bewertung von Techniken; nähe­res Eingehen auf Details der Techniken; Herausfinden, was die Teilnehmer/innen beim Üben beherrschen und richtig umset­zen, sowie daraus entsprechende Konse­quenzen ableiten; C-Lizenz-Anwärter ausbilden/unterrichten bzw. deren Lehrproben bewerten

Die 2. Lizenzstufe bildet aufgrund der nä­heren Auseinandersetzung mit den Techni­ken eine gute Basis für den Prüfereinsatz.

Ausblick bezüglich der 3. Lizenzstufe (Trainer/in A)

In der Theorie fließen hier verbands­übergreifende Belange ein. Die Referententätigkeit tritt mehr in den Vordergrund. In der Praxis gewinnt mehr und mehr die Technikbewertung an Bedeutung, sodass auch Techniken, die nicht im DAB geübt werden, entsprechend den Aikido-Prinzi­pien beurteilt werden können. Ferner soll­ten unterschiedliche Auffassungen in der Praxis innerhalb einer Gruppe zusammen­geführt werden können.

Karl Köppel, Vizepräsident (Technik) des DAB

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Samurai-Camp 2016

Anmeldeschluss am 20.03.16 für das Samurai-Camp 2016 : Das Samurai-Camp findet auch in diesem Jahr im schönen Scharbeutz, direkt an der Küste statt. Im Moment sind noch Plätze frei. Lilo und ihr Team freuen sich über viel aktive Teilnehmer. Die Anmeldung erfolgt über Eure Vereine, doch die Anmeldefrist läuft und neigt sich dem Ende zu. Wer noch mitmachen will, muss sich jetzt schnell entscheiden.

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Mein Do zur Prüfung

Meine Vorbereitung auf den 1.Dan fing eigentlich schon im Sommer 2013 an. Damals hörte ich das erste Mal von meiner Trainerin von der Idee, mich in die Prüfung zu schicken. Ich weigerte mich vehement. Mit Händen und Füßen versuchte ich ihr zu erklären, dass ich noch nicht so weit sei, meine Techniken alle noch nicht ausgereift wären und überhaupt, wie sollte ich diese Theorieprüfung überleben?! Nach einem mehrstündigen Gespräch meinte sie schließlich, „Ich kann deine Angst gut verstehen, das geht allen so, wenn sie auf den Dan gehen sollen. Das ist schon okay, wenn du glaubst das geht noch nicht“ und ich war eigentlich ganz zufrieden mit diesem Ausgang. Am nächsten Tag bekam ich eine Email mit dem Fragenkatalog der Theorieprüfung und dem Satz „Hier, da kannst du schon mal anfangen dir was auszudenken und dann üben wir das vorher. Ich glaub an dich, wir machen das trotzdem“ und der Weg begann.

Von Anfang an hatte ich die größte Angst vor der Theorie, insbesondere vor dem mündlichen Teil. Ich bin einfach kein Redner, der aus 3 Sätzen 5 Minuten Vortrag zaubern und dabei auch noch sicher und kompetent wirken kann. Ich bin mit 9 Jahren zum Aikido gekommen und quasi damit aufgewachsen. Ich mache es länger, als ich es nicht gemacht habe und es ist einfach immer ein Teil meines Lebens gewesen. Gerade deshalb fiel es mir unendlich schwer zu erklären, was Aikido eigentlich für mich ausmacht und bedeutet, was dazu gehört, weil es einfach immer da war.

Im Frühjahr 2014 fingen wir also an, die ersten Vorträge bei uns in der Trainingsgruppe zu üben und gemeinsam zu besprechen. Alle Anwesenden hörten sich an, was ich vorbereitet hatte, stellten Fragen und machten Anmerkungen, wie man das verbessern könnte. Die Vorträge wurden immer besser und die Übung, vor anderen Menschen auf einer Matte etwas über Aikido zu erzählen, half mir unglaublich an Sicherheit und Selbstbewusstsein zu gewinnen.

Geplant war ursprünglich, dass ich die Prüfung am Oktobertermin 2014 machen sollte. Im Sommer waren wir uns aber nach einem weiteren Gespräch einig, dass ich doch noch etwas mehr Zeit brauchte, um die Theorie und die Techniken sicher zu verinnerlichen und das Niveau abgeben zu können, das wir uns vorstellten. So änderten wir die Planung also auf März 2015.

Schwierig für mich war besonders, dass ich in meinem Verein keinen dauerhaften Trainingspartner mit annähernd genug Erfahrung hatte, um ihn als Uke für eine Dan Prüfung zu nehmen. Ich trainierte mir also alles mit wechselnden Uke an, was mir letztlich aber vielleicht sogar zu Gute kam, da ich mich nicht auf nur einen Stil einstellen konnte. Bei meiner Vorbereitung hat mir auch ganz besonders die Freundschaft zwischen meinem Verein, dem BSV in Bramfeld und der HNT in Harburg geholfen, wo ich jederzeit zum Training kommen und mit trainieren konnte. Die Trainer und Mitglieder dort haben mich die ganze Zeit voll unterstützt, mir mit gutem Rat zur Seite gestanden und letztlich konnte ich meinen Traum-Uke bei der HNT finden und gemeinsam mit ihr noch intensiver trainieren.

Die letzten Wochen vor der Prüfung waren schrecklich, nichts wollte mehr so richtig klappen. Ich war nach 4-5 Trainingseinheiten pro Woche körperlich am Ende und wollte einfach nur alles hinschmeißen. Dieser Teil der Vorbereitung war wohl für alle Beteiligten schwer zu ertragen, wir waren nervlich am Limit. Die Findung meines Traum-Uke machte alles etwas besser. Ich wurde ruhiger und auch die Vorträge, die inzwischen richtig gut liefen, machten mich zuversichtlich, vielleicht doch nicht mit Pauken und Trompeten unterzugehen.

In der Woche vor der Prüfung lernte ich meine Ausarbeitung zur theoretischen Prüfung im Umfang von 15 Seiten Wort für Wort auswendig und war also am Samstag den 21.03.2015 irgendwie doch ganz gut vorbereitet auf alles, was bei so einer Prüfung kommen könnte.

Aufgeregt und hibbelig bis zum geht nicht mehr war ich natürlich trotzdem. Wie bei allen Prüfungen vorher wurde ich aber vergleichsweise ruhig, sobald ich die Matte betrat und die Prüfung begann. Mehr als durchfallen kann man dann sowieso nicht mehr. Man kann nur noch abarbeiten was einem als Erstes zu den Ansagen einfällt und hoffen, dass es das Richtige ist, was man sich da eingeprägt hat. Die Prüfer waren scheinbar zufrieden mit dem Gemerkten und alle Anwärter meiner Gruppe bestanden ihre Prüfungen.

Die nächste Herausforderung folgt auf dem Fuße, Hakama binden und zusammenlegen für Anfänger. Vielen Dank dafür an alle, die mich während der langen Vorbereitung unterstützt, beraten, in den schlechten Momenten Mut gemacht, das Genöle und die Perfektionssucht eines Prüfungsanwärters ertragen und immer mit gefiebert haben.

Lara Neubert
HTBU Hamburg

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Laudatio

Im Rahmen der Tagung der Technischen Kommission des Deutschen Aikido-Bundes am 27./28. März in Idstein wurden Alfred Heymann und Karl Köppel auf den 8. Dan Aikido graduiert. Beide sind nun die höchstgraduierten Lehrer unseres Bundes. Gerne habe ich den Auftrag der Technischen Kommission übernommen, eine Laudatio auf beide Aikido-Lehrer zu verfassen, die sich um die Entwicklung des Deutschen Aikido-Bundes in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Seit vielen Jahren standen beide Aikido-Lehrer als Bundestrainer in Diensten des Deutschen Aikido-Bundes. Insbesondere nach dem im Jahr 2001 erfolgten Umbruch in der Führung, also im Präsidium und in der Technischen Kommission des DAB, hielten Alfred und Karl die positive Stimmung in den Dojo des DAB bei unzähligen Bundeslehrgängen und Bundeswochenlehrgängen hoch. Sie sorgten für Kontinuität in der Entwicklung der Technik und wurden in vorbildlicher Weise dem Satzungsauftrag der Entwicklung der Lehre und Technik des Aikido gerecht. Ihre Beliebtheit als Lehrer zeigte sich stets durch gut besuchte Lehrgänge auf Vereins-, Landes- und Bundesebene.

Beide Aikido-Lehrer waren Mitglieder der „ersten Stunde“ des Deutschen Aikido-Bundes. Auf ihr Engagement gehen einige Gründungen von Aikido-Vereinen bzw. ‑abteilungen zurück. Eine kaum überschaubare Anzahl von Aikidoka wurde unter ihrer Anleitung zu Aikido-Meisterinnen und Aikido-Meistern graduiert. Viele dieser Meisterinnen und Meister haben selbst schon wieder Meister-Schüler, die im DAB aktiv sind und unseren gemeinsamen Weg unterstützen.

Neben ihrer Tätigkeit als Bundestrainer haben Alfred und Karl weitere ehrenamtliche Funktionen im Deutschen Aikido-Bund übernommen. Alfred war mehrere Jahre Vizepräsident (Organisation), Karl hat als Bundesreferent Lehrwesen die Entwicklung der Übungsleiteraus- und ‑fortbildung wesentlich mitgestaltet. Wie viele Prüfungskommissionen bei Kyu- und Dan-Prüfungen sie geleitet oder als Prüfer begleitet haben, können beide sicher selbst nicht mehr sagen. Karl ist zudem seit vielen Jahren Vizepräsident (Technik) im DAB und hat als Vorsitzender der Technischen Kommission die organisatorische Verantwortung für die Entwicklung der Ordnungen des DAB und die Entwicklung der Technik im DAB getragen. Gemeinsam haben beide auch noch die Planung der Bundeslehrgänge, der Bundeswochenlehrgänge und des Lehrereinsatzes geleistet. Seit ich das Amt des Bundestrainers von Karl übernommen habe, weiß ich, was an Arbeit dahinter steckt.

Mit der Graduierung auf den 8. Dan Aikido hat die Technische Kommission des Deutschen Aikido-Bundes auch den hohen technischen Stand von Alfred und Karl hervorgehoben und gewürdigt. Beide haben über viele Jahre ihre eigene Aikido-Sprache auf der Tatami entwickelt und im Rahmen von Lehrgängen vermittelt. Trotz der unterschiedlichen Körpersprache waren beide bei gemeinschaftlichen Lehrgängen ein partnerschaftliches und starkes Team.

Mit der Graduierung auf den 8. Dan würdigt die Technische Kommission auch zwei herausragende Persönlichkeiten. Beide habe ich stets als freundlich, zugewandt, mitfühlend, kommunikativ und unterstützend wahrgenommen.

Besondere Persönlichkeiten erkennt man u. a. daran, dass sie auch dann gelassen bleiben, wenn der Wind mal stark ins Gesicht bläst. Gerade in der Phase des Führungsübergangs im Jahr 2001 habe ich beide gänzlich unaufgeregt erlebt. Alfred und Karl haben durch die souveräne Leitung von Lehrgängen sowie mit unzähligen Gesprächen verunsicherter Schülerinnen und Schüler erheblich dazu beigetragen, Ruhe und Gelassenheit in unserem Bund zu erhalten.

Die Vermittlung der Entwicklung der Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Prüfungen ging mit kontrovers geführten Diskussionen in den Landesverbänden und Vereinen des DAB einher. Dabei hatten Alfred und Karl die Aufgabe, die von der Technischen Kommission mehrheitlich beschlossenen Entwicklungen operativ im Rahmen von Bundeslehrgängen und Bundeswochenlehrgängen umzusetzen. Dazu gehörte m. E. auch ein gehöriges Maß an Durchhaltevermögen. Heute, nachdem die Veränderungen akzeptiert und in der Praxis in den vielen Dojo des Deutschen Aikido-Bundes umgesetzt sind, bin ich froh, dass Alfred und Karl diese Aufgabe mit Engagement, Mut und Durchhaltevermögen so souverän gemeistert haben.

Auch die völlig geräuschlose Integration vieler Aikidoka, die sich nach 2001 der AUD angeschlossen hatten und in den Deutschen Aikido-Bund zurückgekehrt sind, ist sicherlich auch ein besonderer Verdienst von Alfred und Karl. Zu beachten war bei diesem Prozess insbesondere, dass sich die Prüfungsordnung des DAB weiterentwickelt hatte und die in den DAB zurückkehrenden Aikidoka so in den DAB integriert werden mussten, dass sie den neuen Anforderungen der Prüfungsordnungen für Kyu- und Dan-Grade gerecht werden konnten. Dass dies so harmonisch gelungen ist, haben wir gerade dem besonderen Fingerspitzengefühl von Alfred und Karl in dieser Sache zu verdanken.

Letztendlich verbeuge ich mich vor zwei herausragenden Aikido-Lehrern, die außergewöhnliche Leistungen für den Deutschen Aikido-Bund vollbracht haben. Schließen möchte ich mit einem persönlichen Dank an euch beide: Lieber Alfred, lieber Karl, ich bedanke mich nicht nur im Namen der Technischen Kommission des Deutschen Aikido-Bundes, sondern ganz persönlich bei euch und ich freue mich auf die vor uns liegende gemeinsame Zeit mit euch.

 

Hubert Luhmann,
Bundestrainer und Mitglied der Technischen Kommission

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Bericht vom Samurai-Camp 2015

Nun ist es schon wieder Vergangenheit. 83 Teilnehmer meldeten sich an.
Ein Team von acht Frauen und Männern kümmerte sich um die vielen Aikidoka.

Neben einem großen Lernpensum gab es genug Zeit für das Knüpfen von Freundschaften und gemeinsame Aktivitäten. Es war eine Zeit ohne Computer und Beschallung, jeder öffnete seinen Blick auf die Mitmenschen und die Umgebung.

Die Aikidoka wuchsen von Tag zu Tag zu einer starken Gemeinschaft zusammen. Alle trugen dazu bei.
Ingo Fassbender war in diesem Jahr zum zehnten Mal dabei. Wir gratulieren auf diesem Wege.
Es war wieder ein erfolgreiches Camp. Vielen herzlichen Dank an das Team und die Kinder und Jugendlichen.

Lilo Schümann
Jugendleiterin des
Aikido-Verbandes Schleswig Holstein
und Mitglied des Vorstandes der Jugend des DAB


Ingo Fassbender verfasste nachfolgenden Bericht:

Zum zweiten Mal hat der Aikido Verband Schleswig-Holstein (www.avsh.de) das Samurai Camp in Scharbeutz im Namen der Jugend des DAB (www.aikido-jugend.de) für Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Aus vielen Bundesländern, von Schleswig-Holstein bis Bayern & Baden-Württemberg, reisten mehr als 80 Teilnehmer an.
Die „alten Hasen“ waren voller Vorfreude, die Neulinge voller Erwartungen, denn sie hatten schon im Vorwege einiges über das Samurai Camp gehört. Natürlich war auch wieder der Aikido Verein Wattenbek e.V. mit von der Partie. Mit vier Teilnehmern und zwei Betreuern waren wir in diesem Jahr sogar etwas stärker vertreten.
Pünktlich zur Anreise hatte auch das Wetter ein Einsehen. Der Himmel riss auf und bescherte uns durchgehend ein echtes Sommerwetter. Dazu gehörte jedoch auch ein abendlicher Wolkenbruch, der das Camp zu fluten drohte. Aber so schnell wie er gekommen war, war der Spuk auch wieder vorüber. Eine Rettung aus Seenot war dann doch nicht notwendig.

Bei zwei bis drei Trainingseinheiten AIKIDO täglich kam der Sport natürlich nicht zu kurz, auch wenn die Hitze die Motivation teilweise etwas dämpfte. Trotzdem hatten die Kinder viel Spaß und haben (fast) alle eifrig mitgearbeitet. Besonders das Trainieren mit Waffen – Messer, Stock & Schwert (alles aus Holz) – kam sehr gut an. Die Vielzahl verschiedener Trainer zeigte ganz neue Facetten auf.

  

 

Das Treffen alter und neuer Freunde war ein weiterer wichtiger Aspekt. Teilweise gibt es schon langjährige Camp-Freundschaften quer durchs Bundesgebiet.

Die Förderung des friedlichen und respektvollen Miteinanders ist ein großes Anliegen des Camps. Hier auf engstem Raum kann dies sehr gut geübt werden. Auch wenn hier und da eine kleine Nachhilfe nötig war, klappte es im Allgemeinen sehr gut. Das Besondere am Samurai Camp ist natürlich die Nähe zur Ostsee. Schon vor dem Frühstück konnten die Frühaufsteher (06:30 Uhr) ein Morgenbad nehmen und die aufgehende Sonne bestaunen. Aber auch über Tag ging es so oft wie möglich zum Strand.
Während ein Teil der Kinder das Schwimmen im Meer genoss, betätigten sich andere als Künstler im Sand-Bauen oder erbrachten Höchstleistungen im „einfach nur faul in der Sonne liegen“, um sich von den vielen Programmpunkten zu erholen.

Im Camp gab es die unterschiedlichsten Angebote wie Basteln, Slackline oder Volleyball. Die Kinder brachten sich auch selber ein und leiteten Spiele an.
Die obligatorische Camp-Olympiade mit acht Disziplinen verlangte Ausdauer, Geschick und Einfallsreichtum von den Teilnehmern. Alle Teams waren sehr ehrgeizig und kämpften mit vollem Einsatz.

Der absolute Höhepunkt war, wie immer, der Tag im Hansa Park.
Vom Bällebad bis zur Todessprirale mit Looping war für jeden etwas dabei. Die Teambildung der Kinder klappte reibungslos. Alle kamen pünktlich zum ausgemachten Zeit- und Treffpunkt. Das war für uns Betreuer/-innen ein Novum.

Zum Ausklang ging es anschließend ein letztes Mal an den Strand.
Noch einmal Spielen, Toben, Plantschen und Gruselgeschichten im stimmungsvollen Fackellicht anhören, während ein Vampir und zwei Zombies ihr Unwesen trieben.

Wenig später krabbelten alle etwas wehmütig in ihre Schlafsäcke, denn am nächsten Morgen standen nur noch die Abreise und das Aufräumen der Zelte sowie der schwere Abschied auf dem Programm.



Vielen Dank an Lilo Schümann für die Planung und Durchführung eines wunderbaren Samurai Camps. Auch die Wattenbeker Aikidoka hatten sehr viel Spaß & Freude und wollen im nächsten Jahr wieder dabei sein.

Vanessa, Ina, Mara, Phillipp (nicht im Bild die Betreuer Meike & Ingo)

Ingo Fassbender
Aikido Verein Wattenbek

 

Das Samurai Camp 2015 wurde
gefördert durch das Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP)

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